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Research · Navigator

Was über KI in Führung und Teams bekannt ist

Ein Recherchestand zu generativer und agentischer KI in Organisations- und Personalentwicklung. Stand 21.10.2026.

Erkenntnisse 10Dimensionen 16Trends 22Szenarien 4Maßnahmen 13

Diese Sammlung trägt fortlaufend Belege aus Forschung und Praxis über den Einsatz generativer und agentischer KI in Organisationen zusammen. Die Belege werden nach Belastbarkeit sortiert und zu zentralen Erkenntnissen verdichtet. Darüber hinaus ordnet die Sammlung die Erkenntnisse den Dimensionen der Organisations- und Personalentwicklung zu und unterscheidet dabei drei Modi des KI-Einsatzes. Trends zeigen, welche Entwicklungen sich abzeichnen, und vier Szenarien, wie Organisationen bis 2033 aussehen könnten. Ein Phasenmodell gibt Orientierung für die gesteuerte Begleitung einer Entwicklung, die in den meisten Organisationen bereits begonnen hat. Ein Überblick über Maßnahmen zeigt, welche Formen der Begleitung nachweislich wirken und welche bisher nur plausibel sind, und das Marktumfeld in DACH, welche Angebote es dafür gibt. Jede Aussage auf dieser Seite trägt eine Evidenzstufe und den Modus, für den sie gilt; ein Klick auf das Kürzel erklärt beide.

Evidenz: A A-nah B C D Modus: Augmentation Delegation Automatisierung
  • 01Erkenntnisse
  • 02Modi
  • 03Dimensionen
  • 04Trends
  • 05Szenarien
  • 06Phasen
  • 07Interventionen
  • 08Markt
  • 09Anforderungen
  • 10Grenzen
01

Zehn Erkenntnisse, die den aktuellen Stand der Forschung zu KI in Führung und Teams zusammenfassen

Jede Karte nennt die Evidenzstufe (wie belastbar die Quellen sind), den Modus (für welche Art des KI-Einsatzes die Aussage gilt) und die Quellen mit Link.

01
A (Feldexperiment, Registerdaten); C für die Firmenzahlen Augmentation

Mit KI-Unterstützung werden einzelne Aufgaben besser, in den Firmenbilanzen ist davon noch wenig zu sehen.

Wenn Fachkräfte mit einem Chat-Assistenten arbeiten, verbessert sich ihre Leistung bei einzelnen Aufgaben deutlich, solange die Aufgabe in dem Bereich liegt, den das Modell gut beherrscht. In einem Feldexperiment mit 758 BCG-Beratern (veröffentlicht im März 2026 in Organization Science) erledigten die Berater mit KI-Unterstützung 12,2 Prozent mehr Teilaufgaben, lieferten 32 Prozent höhere Qualität und brauchten 25 Prozent weniger Zeit. Lag die Aufgabe außerhalb dieses Bereichs, lagen die Berater mit KI im Mittel 19 Prozentpunkte häufiger falsch als die Kollegen ohne KI. Auf Betriebsebene ist davon bisher wenig messbar: Dänische Registerdaten zu rund 25.000 Beschäftigten in 11 Berufen (Befragungen Ende 2023 und Ende 2024) zeigen trotz breiter Nutzung keine Effekte auf Löhne und Arbeitsstunden, die größer als 1 bis 2 Prozent wären.

Die Firmenbefragungen bestätigen dieses Bild. In der McKinsey-Umfrage „State of AI 2026“ (1.719 Befragte aus 97 Ländern, Mai bis Juni 2026) schreiben 37 Prozent der Unternehmen der KI überhaupt einen Beitrag zum Betriebsergebnis (EBIT) zu, und nur 6 Prozent erreichen damit mindestens 5 Prozent EBIT-Wirkung. Beide Werte sind gegenüber 2025 unverändert, obwohl die Nutzung in der Zwischenzeit stark gestiegen ist.

Für Unternehmen folgt daraus: Die Nutzungsquote taugt nicht als Erfolgsmaß. Wer den Nutzen von KI-Unterstützung steuern will, muss messen, wofür Teams die gewonnene Zeit verwenden und ob die Qualität der Ergebnisse steigt, und zwar getrennt nach Aufgaben innerhalb und außerhalb der Fähigkeitsgrenze der Modelle. Diese Aussagen gelten für Augmentation (der Mensch arbeitet, die KI liefert Vorschläge); für Automatisierung gibt es bisher keine unabhängige Wirkungsmessung auf Betriebsebene.

Das Feldexperiment ist peer-reviewt und die Registerdaten sind amtlich (A); die Firmenzahlen stammen aus einer Beraterbefragung mit Eigeninteresse (C). gilt für Menschen, die mit einem Chat-Assistenten arbeiten; für Automatisierung fehlt eine unabhängige Wirkungsmessung

Quellen

  • Dell'Acqua et al. 2026, Organization Science 37(2), Feldexperiment mit 758 BCG-Beratern
  • Humlum & Vestergaard 2025, BFI Working Paper 2025-56, ca. 25.000 Beschäftigte und 7.000 Betriebe in Dänemark
  • Humlum & Vestergaard 2026, „Still Waters, Rapid Currents“, Brookings, aktualisierte Fassung
  • McKinsey 2026, „The State of AI: On the road to ROI“, 1.719 Befragte in 97 Ländern
02
A (mehrere Experimente, teils Preprints) Augmentation; für Delegation keine Lernevidenz

Mit KI werden Berufseinsteiger schnell gut, ohne KI lernen sie dabei wenig dazu.

Mehrere Experimente zeigen dasselbe Muster. Wer wenig Erfahrung im Fach hat, profitiert am stärksten, solange die KI mithilft: Im Kundensupport eines Softwareunternehmens (rund 5.200 Mitarbeiter, veröffentlicht 2025) stieg die Leistung von Einsteigern mit KI-Unterstützung um 34 Prozent, bei 673 IT-Azubis in Deutschland (2026) um 26 bis 44 Prozentpunkte. Nimmt man die KI wieder weg, bleibt davon bei Einsteigern kaum etwas übrig. Nach drei Monaten Arbeit mit KI hatten in einer Studie mit 133 Patentanwälten (2026) nur die erfahrenen Kollegen auch ohne KI dazugelernt; die Juniors teilten sich in eine Gruppe, die besser wurde, und eine, die schlechter wurde.

Entscheidend ist, wie jemand die KI benutzt, nicht ob er Zugang hat. Wer eine Aufgabe komplett an den Chat-Assistenten abgibt und das Ergebnis nur übernimmt, versteht den Stoff danach messbar schlechter (in einem Experiment mit 52 Programmierern minus 17 Prozent). Wer sich die Lösung erklären lässt, nachfragt und das Ergebnis selbst prüft, behält das Verständnis (86 Prozent richtige Antworten im anschließenden Test gegenüber 39 Prozent). Für die Personalentwicklung heißt das: Die entscheidende Größe ist das Nutzungsmuster im Team, also die Gewohnheit, sich erklären zu lassen und zu prüfen, statt nur abzugeben. Und wer wissen will, ob Kompetenz wirklich aufgebaut wird, muss sie gelegentlich ohne KI messen, etwa mit Aufgaben, die bewusst ohne Assistenz gelöst werden. Solche KI-freien Prüfungen gehören in das Kennzahlenset eines Adaptionsprogramms.

Das gilt nur für den Assistenzmodus, also für Menschen, die mit einem Chat-Assistenten arbeiten. Ob dasselbe bei der Delegation an KI-Agenten passiert, hat noch niemand untersucht.

Randomisierte Feld- und Laborexperimente; zwei davon sind Preprints ohne Peer-Review, und an zwei Studien sind Google beziehungsweise Anthropic beteiligt. gilt für den Assistenzmodus; ob Delegation an KI-Agenten das Lernen ähnlich beeinflusst, ist nicht untersucht

Quellen

  • Brynjolfsson, Li & Raymond 2025, Quarterly Journal of Economics, 5.179 Kundensupport-Mitarbeiter
  • Broscha, Langer et al. 2026, Stanford Digital Economy Lab / ifo / BIBB, präregistriertes Feldexperiment mit 673 IT-Azubis an 12 Berufsschulen
  • Autor et al. 2026, NBER Working Paper 35720, Feldexperiment mit 133 Patentanwälten in 11 Kanzleien
  • Shen & Tamkin 2026 (Anthropic), arXiv 2601.20245, randomisiertes Experiment mit 52 Teilnehmern
03
A-nah (randomisiertes Feldexperiment, Preprint Mai 2026) Automatisierung mit Ausnahmebehandlung

Wenn ein KI-Agent den Kundenchat führt, entscheidet die Übergabe an den Menschen über die Qualität.

Das bisher einzige randomisierte Feldexperiment mit einem echten KI-Agenten im Betrieb stammt von Alibabas Handelsplattform Taobao (647 Beschäftigte, 680.676 Kundenchats, Preprint Mai 2026). Übernahm der KI-Agent den Chat, sank die Bearbeitungsdauer um 16,8 Prozent, die Kundenbewertung fiel jedoch um 0,41 Punkte. Wie stark die Qualität litt, hing davon ab, wie der Fall zum Menschen zurückkam: Holte ein Mitarbeiter den Chat früh und auf eigene Initiative zu sich, kostete das 0,52 Bewertungspunkte; eskalierte der Algorithmus erst spät einen emotional aufgeladenen Fall, waren es 0,93 Punkte bei 40,8 Prozent längerer Dauer. Die Supervisoren, die solche späten Fälle übernahmen, reagierten messbar langsamer, schrieben weniger Nachrichten und suchten weniger Informationen.

Die Autoren deuten diesen Rückgang der Anstrengung als erlernte Hilflosigkeit (die Mitarbeiter erleben, dass der Fall kaum noch zu retten ist, und strengen sich entsprechend weniger an). Für Unternehmen heißt das: Wer die Ausnahmebehandlung gestaltet, legt fest, wer wann eingreifen darf, wie viele schwierige Fälle bei einer Person landen und ob sie zwischen Ausführen und Prüfen wechselt. Das ist eine Frage des Rollen- und Lastdesigns; mit Schulung allein lässt sie sich nicht lösen.

Die Studie gilt für Automatisierung mit Ausnahmebehandlung (der Agent arbeitet laufend ohne Einzelauftrag, Menschen übernehmen nur die Ausnahmen) im Kundenservice. Sie ist ein Preprint ohne Peer-Review, eine Mitautorin arbeitet bei Alibaba, und es gibt bisher keine vergleichbare Studie für Verwaltungsarbeit in Europa.

Ein randomisiertes Feldexperiment mit administrativen Daten, aber ohne Peer-Review und mit einer Mitautorin aus dem untersuchten Unternehmen; deshalb eine Stufe unter A. gilt für einen KI-Agenten, der Kundenchats laufend bearbeitet und schwierige Fälle an Menschen abgibt

Quellen

  • Wang, Zhu, Feng, Lu & Jia 2026, arXiv 2605.14830, randomisiertes Feldexperiment bei Alibaba/Taobao, 647 Beschäftigte, 680.676 Chats
04
A-nah (Benchmark mit simulierter Prüfung, Scale AI, klinischer Audit-Workflow) Automatisierung mit Ausnahmebehandlung

Beaufsichtigte Delegation kostet Prüfkapazität, die sich aus der Genauigkeit des Modells nicht ablesen lässt.

Der Benchmark READY (Scale AI mit zwei Universitäten, Preprint September 2026) hat 16 Agentensysteme in einem klinischen Prüfworkflow mit 750 Fällen getestet und gefragt, wie viel menschliche Nachkontrolle nötig ist, damit 76 Prozent der Ergebnisse verlässlich sind. 15 der 16 Systeme brauchten dafür eine Nachprüfung von 21,3 bis 100 Prozent aller Fälle durch Menschen. Zwei Modelle mit praktisch gleicher Trefferquote (72,5 und 72,8 Prozent) benötigten 29,6 beziehungsweise 39,2 Prozent Nachprüfung, weil sie unterschiedlich gut erkennen, welche Fälle sie an Menschen abgeben sollten. Die Genauigkeit eines Modells und die Güte seiner Eskalation hängen statistisch nicht zusammen (Korrelation −0,12).

Die Studie zeigt außerdem, wie leicht sich ein Unternehmen bei der Aufsichtsregel verschätzt: Legt es die Schwellen für die Eskalation ohne Sicherheitsmarge fest, hält nur 46 Prozent der so gewählten Aufsichtsregeln das Verlässlichkeitsziel auf neuen Daten; mit einer Sicherheitsmarge von 0,05 sind es 95 Prozent.

Für Führungskräfte heißt das: Die Aufsichtsregel je Arbeitsablauf (wie viel ein Mensch nachprüft und welche Fälle der Agent abgibt) ist eine Kapazitätsentscheidung, die das Unternehmen vor dem Rollout trifft und mit Testdaten kalibriert. Eine Planungsannahme von 20 bis 40 Prozent Nachprüfung ist aus zwei Beispielen des Benchmarks abgeleitet; die Spanne im Benchmark reicht bis 100 Prozent. Die Ergebnisse stammen aus einem Benchmark mit simulierter Prüfung in einem medizinischen Audit, nicht aus einem laufenden Unternehmen, und Scale AI als Mitautor hat ein Eigeninteresse.

Ein methodisch sauberer Benchmark, aber ohne Peer-Review, mit simulierter statt echter menschlicher Prüfung und mit Beteiligung eines Anbieters. gilt für Agenten, die Fälle eigenständig bearbeiten und unsichere Fälle an Menschen weitergeben

Quellen

  • Chatrath et al. 2026, „READY or Not“, arXiv 2609.02095, Benchmark mit 16 Agentensystemen und 750 Fällen (Scale AI, UC Santa Cruz, Vanderbilt)
05
A (Registerdaten, Experimente); A-nah mit Herstellerkonflikt (Telemetrie) Augmentation; Delegation nur Coding unter Entwicklerprüfung

KI-Nutzung verbreitet sich über Vorgesetzte und Kollegen, nicht über Anordnungen.

In dänischen Registerdaten (rund 25.000 Beschäftigte in 11 Berufen, 2023 und 2024) nutzten 83 Prozent der Beschäftigten einen Chat-Assistenten, wenn der Arbeitgeber dazu ermutigte, gegenüber 47 Prozent ohne Ermutigung; das ist ein Zusammenhang, kein nachgewiesener Ursache-Wirkungs-Effekt. Bei Microsofts Einführung von Coding-Agenten für die Kommandozeile (Zehntausende Entwickler, Januar bis April 2026, Telemetriedaten) stieg die Wahrscheinlichkeit, dass ein Entwickler das Werkzeug erstmals nutzt, um 82 Prozent, wenn der direkte Vorgesetzte es nutzte, und um 216 Prozent, wenn Kollegen zwei Hierarchieebenen entfernt es nutzten. Die Nutzung im Kollegenkreis sagte die Erstnutzung stärker voraus als Anordnung, Training oder Demo. Zugleich zahlen Beschäftigte, die ihre KI-Nutzung offenlegen, einen sozialen Preis. In vier präregistrierten Experimenten mit 4.439 Teilnehmern (PNAS, Mai 2025) galten KI-Nutzer als fauler und weniger kompetent, und zwar vor allem bei Bewertern, die selbst keine KI nutzen.

Daraus folgt für Führungskräfte eine doppelte Rolle. Führungskräfte, die selbst sichtbar mit KI arbeiten, erhöhen die Chance, dass ihr Team den Einstieg wagt. Führungskräfte, die KI nicht nutzen, neigen als Bewerter dazu, offene Nutzung abzustrafen, und treiben sie damit in die Verheimlichung. In der Gallup-Befragung vom Februar 2026 (23.717 US-Beschäftigte) nutzten in Organisationen mit KI-Werkzeugen 67 Prozent der oberen Führungskräfte KI häufig, aber nur 46 Prozent der Mitarbeiter ohne Führungsaufgabe.

Der Vorgesetzteneffekt wirkt bei Microsoft vor allem auf die Erstnutzung; ob ein Entwickler dabei bleibt, hängt stärker davon ab, ob das Werkzeug zu seiner Arbeit passt. Die Registerdaten und die Experimente sind belastbar; die Microsoft-Zahlen sind Herstellertelemetrie ohne Peer-Review und betreffen nur Coding-Agenten, deren Ergebnisse Entwickler prüfen.

Registerdaten und präregistrierte Experimente sind belastbar (A); die Microsoft-Zahlen stammen aus Herstellertelemetrie ohne Peer-Review, und der Ermutigungseffekt ist eine Korrelation. gilt für Chat-Assistenten; die Agentenzahlen betreffen nur Coding-Agenten, deren Ergebnisse Entwickler prüfen

Quellen

  • Humlum & Vestergaard 2025, BFI Working Paper 2025-56, ca. 25.000 Beschäftigte und 7.000 Betriebe in Dänemark
  • Murphy-Hill, Butler & Savelieva 2026 (Microsoft), arXiv 2607.01418, Telemetriestudie mit Zehntausenden Entwicklern
  • Reif, Larrick & Soll 2025, PNAS, vier präregistrierte Experimente mit 4.439 Teilnehmern (Zusammenfassung Duke Fuqua)
  • Gallup Februar 2026, 23.717 US-Beschäftigte (Bericht via Axios, 13.4.2026)
06
B (ifo, IAB); C (Bitkom, Gartner, Verbands- und Beraterinteresse) alle

Immer mehr Unternehmen nutzen KI, aber nur wenige setzen Agenten ein, und Regeln kommen zu spät.

In Deutschland hat sich die Nutzung in einem Jahr stark verbreitert: In der ifo-Konjunkturumfrage stieg der Anteil der Unternehmen, die KI nutzen, von 40,9 Prozent (2025) auf 54,5 Prozent (Mai 2026; Stichprobengröße nicht veröffentlicht); in der Bitkom-Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten (Sommer 2026) von 36 auf 57 Prozent. In die Tiefe geht es langsamer: Nur 11 Prozent der Unternehmen, die KI nutzen, planen oder diskutieren, setzen laut Bitkom bereits KI-Agenten ein. Weltweit erwägen, pilotieren oder betreiben 15 Prozent von 360 befragten IT-Anwendungsleitern in Unternehmen ab 250 Beschäftigten vollautonome Agenten (Gartner, Mai/Juni 2025). Die Regeln hinken hinterher: Von den Betrieben, die generative KI nutzen, hatten laut IAB-Betriebspanel 2025 (rund 15.000 Betriebe) nur 21 Prozent interne Regeln, und 27 Prozent boten Schulungen an.

Das IAB-Betriebspanel zeigt außerdem, wie jung die Nutzung ist: Knapp 25 Prozent aller Betriebe nutzten 2025 generative KI, 2023 waren es 5 Prozent; bei Betrieben ab 200 Beschäftigten sind es 48 Prozent. Mindestens die Hälfte der nutzenden Betriebe hat weder eine Regel noch eine Schulung.

Für ein Adaptionsprogramm folgt daraus: Das Unternehmen sollte Nutzungsregeln und Schulung in die Planungsphase vorziehen, statt sie wie bisher ein bis zwei Jahre nach Beginn der Nutzung nachzureichen. Die ifo- und IAB-Zahlen stammen von unabhängigen Forschungsinstituten (B); die Bitkom-Zahlen aus einer Verbandsbefragung und die Gartner-Zahlen aus einer Analystenbefragung, beide mit Eigeninteresse (C). Die Agentenquoten verschiedener Anbieter messen unterschiedliche Grundgesamtheiten; für deutsche Unternehmen ist der Bitkom-Wert von 11 Prozent die konservative Untergrenze.

Die Nutzungs- und Regelquoten stammen aus unabhängigen Panels (B); die Agentenquoten aus Verbands- und Analystenbefragungen mit Eigeninteresse (C). gilt für Nutzung insgesamt; die Agentenquoten betreffen Delegation und Automatisierung

Quellen

  • ifo Institut, Konjunkturumfrage Mai 2026, Mitteilung vom 5.6.2026 (Stichprobe nicht ausgewiesen)
  • Bitkom, Presseinformation 14.9.2026, 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten
  • Gartner, Pressemitteilung 30.9.2025, 360 IT-Anwendungsleiter in Unternehmen ab 250 Beschäftigten
  • Friedrich & Kagerl 2026, IAB-Kurzbericht 8/2026, Betriebspanel 2025, ca. 15.000 Betriebe
07
D (Firmenfälle); C (Befragungen); A nur für das Experiment mit Managern (Absichten) Automatisierung

Stellenabbau durch KI ist belegt, aber nur bei Automatisierung, und die Entscheidung fiel vor der Messung.

Die bekannten Fälle von Personalabbau mit KI-Begründung betreffen durchweg Automatisierung im Kundenkontakt, und in allen Fällen traf das Unternehmen die Personalentscheidung, bevor Qualität und Volumen gemessen waren. Klarna senkte seinen Personalbestand bis Dezember 2024 um 22 Prozent auf rund 3.500 Beschäftigte, überwiegend durch Fluktuation und Einstellungsstopp, und stellte ab Mai 2025 wieder Menschen für den Kundenservice ein, weil die Qualität litt. Die Commonwealth Bank of Australia strich im August 2025 45 Stellen wegen eines KI-Sprachassistenten und nahm das nach einem Monat als Fehler zurück, weil sie das Anrufvolumen falsch prognostiziert hatte. Salesforce meldete im September 2025 einen Abbau im Kundensupport von rund 9.000 auf etwa 5.000 Stellen. In der McKinsey-Umfrage 2026 (1.719 Befragte) erwarten 39 Prozent der Unternehmen einen KI-bedingten Rückgang des Personalbestands, 14 Prozent haben ihn tatsächlich erlebt.

Wie ein Unternehmen über freigesetzte Kapazität entscheidet, prägt das Vertrauen der Belegschaft und der Führungskräfte. In einem präregistrierten Experiment mit 1.863 Führungskräften in den USA und Großbritannien (November 2025) senkte ein zweiminütiges Video über Arbeitsplatzverdrängung die Absicht, KI im eigenen Team einzuführen, um 0,43 Standardabweichungen; ein Video über Produktivitätsgewinne erhöhte sie nicht messbar. Gemessen wurden Absichten, kein Verhalten.

Die meisten Unternehmen treffen diese Kapazitätsentscheidung nicht ausdrücklich. Die Fallberichte sind Unternehmenskommunikation und Presse (D), die Erwartungswerte stammen aus Befragungen (C); welcher Anteil des Klarna-Abbaus tatsächlich auf KI zurückgeht, ist nicht belegt.

Die Firmenfälle sind Unternehmenskommunikation und Presse (D), die Erwartungswerte Befragungen mit Beraterinteresse (C); belastbar (A) ist nur das Experiment zu Absichten von Führungskräften. gilt für Unternehmen, die Kundenservice durch KI ersetzen und darauf Personalentscheidungen stützen

Quellen

  • Fortune 12.12.2024, Klarna-CEO bei Bloomberg: Personalbestand −22 % auf ca. 3.500, „mostly due to attrition“
  • Entrepreneur 9.5.2025, Klarna stellt wieder Menschen im Kundenservice ein
  • Customer Experience Dive 20.2.2026, Klarna-CEO zu Personalbestand und Zielen bis 2030
  • ACS Information Age 21.8.2025, Commonwealth Bank nimmt 45 Stellenstreichungen zurück
  • The Register 2.9.2025, Salesforce-CEO bestätigt 4.000 Stellen weniger im Support
  • McKinsey 2026, „The State of AI: On the road to ROI“, 1.719 Befragte in 97 Ländern
  • Merritt, Dominski, Hoy & Lee 2026, IFS Working Paper 2026/23, präregistriertes Experiment mit 1.863 Führungskräften (USA/UK)
08
Primärquellen (Rechtsakte, Kommissions-Q&A); A (Urteil, Chatbot, kein Agent) alle

Die Fristen der KI-Verordnung stehen fest; für KI-Agenten gibt es im Betrieb noch keine eigenen Regeln.

Die Pflicht zur KI-Kompetenz nach Artikel 4 der KI-Verordnung gilt für Unternehmen seit dem 2. Februar 2025. Mit der Digital-Omnibus-Verordnung (EU) 2026/1744 vom 8. Juli 2026, in Kraft seit dem 27. Juli 2026, hat der Gesetzgeber den Wortlaut abgeschwächt: Unternehmen müssen „Maßnahmen ergreifen“, um KI-Kompetenz zu fördern; ein Zertifikat oder eine Wissensprüfung verlangt die Kommission ausdrücklich nicht. Die nationalen Aufsichtsbehörden sind seit dem 2. August 2026 zuständig, und nationale Sanktionen bleiben nach der Kommissions-Q&A möglich. Die Hochrisiko-Pflichten für Systeme nach Anhang III, darunter Personalauswahl und Leistungsbewertung, greifen ab dem 2. Dezember 2027, die für Anhang I ab dem 2. August 2028.

Deutsche Gerichte rechnen Aussagen eines KI-Chatbots dem Unternehmen zu, das ihn einsetzt. Das OLG Hamm entschied am 12. Mai 2026 (Az. 4 UKl 3/25), dass falsche Auskünfte eines Website-Chatbots eine geschäftliche Handlung des Unternehmens sind; die Revision zum BGH ist zugelassen, das Urteil ist nicht rechtskräftig, und es betrifft einen Chatbot, keinen handelnden Agenten.

Für Unternehmen und Betriebsräte heißt das: Die Fristen sind planbar, die betriebliche Regelung von KI-Agenten fehlt jedoch. In keiner veröffentlichten Betriebsvereinbarung sind agentische Systeme als eigene Kategorie geregelt. Die Angaben zur Verordnung beruhen auf der Kommissions-Q&A (Stand 20. Oktober 2026), den Erwägungsgründen und Fachkommentaren; den Normtext selbst hat die Recherche nicht gelesen.

Fristen und Wortlaut stammen aus Kommissionsdokumenten und Erwägungsgründen, der Normtext wurde nicht gelesen; das Urteil ist nicht rechtskräftig und betrifft einen Chatbot. gilt für alle Einsatzformen; die Hochrisiko-Pflichten betreffen vor allem KI in Personalprozessen

Quellen

  • Europäische Kommission, Q&A „AI Literacy“, Stand 20.10.2026
  • Verordnung (EU) 2026/1744 vom 8.7.2026 (Digital Omnibus on AI), ABl. L vom 24.7.2026 (Volltext in der Recherche nicht abgerufen)
  • regulatoryblog.eu, Zusammenfassung der VO (EU) 2026/1744 (Sekundärquelle)
  • OLG Hamm, Urteil vom 12.5.2026, Az. 4 UKl 3/25, nicht rechtskräftig (Bericht SRD Rechtsanwälte, 1.10.2026)
09
Lücke; A für die Coaching-Experimente alle

Genau dort, wo das Angebot ansetzt, gibt es noch keine Messdaten.

Für vier Fragen, die ein Adaptionsprogramm beantworten müsste, liefert keine der ausgewerteten Quellen eine Verteilung oder Zeitreihe. Niemand hat gemessen, wie Unternehmen Rollen und Entscheidungsrechte zwischen Menschen und Agenten verteilen, mit welchen Kennzahlen sie die Aufsicht über Agenten steuern, wie sie die Leistung von Beschäftigten beurteilen, deren Ergebnisse ein Agent erzeugt hat, und wie sich die Rolle der Personalentwicklung verändert. Ausgangswerte für Eingriffsquote, Erkennungsquote und Rückfallquote (wie oft Menschen eingreifen, Fehler erkennen oder Fälle an Menschen zurückgehen) fehlen in jeder Quelle. Auch ein verbreitetes Produktversprechen hält der Prüfung nicht stand: KI-Coaching für Führungskräfte zeigte in einem randomisierten Experiment mit 114 Führungskräften (HRDI, Februar 2026) keinen messbaren Effekt gegenüber der Kontrollgruppe, während menschliches Coaching deutlich wirkte; in der KI-Gruppe brachen 12 von 37 Teilnehmern ab, in der Kontrollgruppe 1 von 38.

Ein zweites randomisiertes Experiment (517 Teilnehmer, Preprint März 2026) fand für einen KI-Karrierecoach nach zwei Wochen einen kleinen Effekt (d = 0,33) gegenüber Nichtstun, aber keinen Unterschied zu einem strukturierten Fragebogen. Bei der HRDI-Studie ist zu beachten, dass ein Autor kommerziell an dem Chatbot beteiligt ist.

Für ein Adaptionsprogramm heißt das: Das Unternehmen muss die Ausgangswerte für Aufsichtskennzahlen im eigenen Projekt erzeugen, etwa in einem Probelauf, in dem der Agent mitläuft und Menschen jede seiner Entscheidungen prüfen. Die Lücke selbst lässt sich keiner Evidenzstufe zuordnen, weil Daten fehlen; die Coaching-Experimente sind belastbar (A), das zweite ist ein Preprint ohne Peer-Review.

Die Lücke beschreibt fehlende Daten in allen drei Recherchen; die beiden Coaching-Experimente sind randomisiert und damit belastbar (A), eines davon ein Preprint. gilt für alle Einsatzformen; die fehlenden Kennzahlen betreffen vor allem Delegation und Automatisierung

Quellen

  • de Haan, Terblanche & Nowack 2026, Human Resource Development International, randomisiertes Experiment mit 114 Führungskräften und 74 Coaches
  • Schimpf, Voigt & Bohné 2026, arXiv 2603.17887, präregistriertes Drei-Arm-Experiment mit 517 Teilnehmern
10
C/D (Anbieterseiten, Marktforschung) —

Der Beratungsmarkt deckt die Breite ab; Delegationsregeln und Aufsichtskennzahlen bietet niemand an.

Die Managementberatung in Deutschland setzte 2025 nach BDU-Angaben 49,0 Milliarden Euro um, ein Plus von 0,5 Prozent; die KI-Beratung wuchs mit 18,8 Prozent am schnellsten (Lünendonk-Studie 2026, Befragung von 68 Beratungen). Besetzt sind die Positionen AI Change Management, Copilot-Adoption mit Champions, AI Literacy als Pflichtschulung nach Artikel 4, das IHK-Zertifikat „KI-Manager“ (je nach Kammer 1.590 bis 3.150 Euro) und Agentic Automation durch Plattformanbieter. Kein Anbieter in DACH bietet nach den gesichteten Angebotsseiten verbunden an: Delegationsregeln je Autonomiestufe für Führungskräfte und Teams, organisatorische Begleitung von Automatisierungsvorhaben ohne technische Umsetzung und ein Kennzahlenset für die Aufsicht über Agenten.

Die Strategiehäuser beschreiben die Lücke selbst: BCG berichtet in seiner Befragung „AI at Work 2026“ (11.749 Beschäftigte), dass die Hälfte der Beschäftigten keine Anleitung für die Arbeit in Mensch-KI-Teams erhält, leitet daraus aber kein Organisationsprodukt ab. Die Hersteller geben Adoptions-Playbooks kostenlos ab und deckeln damit die Preise für reine Tool-Einführung. Unbedient bleibt außerdem die Gruppe der Unternehmen mit 300 bis 12.000 Beschäftigten zwischen geförderten KMU-Angeboten und den Konzernmandaten der Big Four.

Die Lücke ist durch das Fehlen auf Angebotsseiten belegt; Nachfragedaten dazu liegen nicht vor. Die Marktzahlen stammen aus Marktforschung mit Anbieterbefragung (C), die Angebotsbeschreibungen von den Anbieterseiten selbst (D); die IHK-Preise wurden gegen eine Wettbewerberseite geprüft, nicht an den IHK-Seiten.

Marktzahlen aus Anbieterbefragungen (C) und Angebotsbeschreibungen von Anbieterseiten (D); die Lücke ist aus der Abwesenheit auf Angebotsseiten geschlossen. Marktaussage ohne Modusbezug

Quellen

  • Lünendonk 2026, Managementberatungs-Ranking und BDU-Marktzahlen, Pressemitteilung 1.7.2026, 68 Beratungen
  • Lünendonk 2026, Studienauszug „Blick in die Studie“ (PDF)
  • collectivebrain 9.10.2026, Marktübersicht IHK „KI-Manager“ (Wettbewerberseite)
  • BCG 2026, „AI at Work“, Befragung von 11.749 Beschäftigten (Slideshow Juni 2026)

Was die Forschung bisher nicht beantworten kann

Diese Lücken gelten für den gesamten Stand. Evidenzstufe A bezeichnet die belastbarsten Quellen: Feldexperimente, Studien mit Begutachtung durch Fachkollegen (Peer-Review) und Auswertungen amtlicher Daten. Alles darunter sind Befragungen, Berater- und Herstellerberichte oder Einzelfälle.

  • Zur Automatisierung von Verwaltungsarbeit gibt es keine belastbare Studie. Wenn ein KI-System Büro- oder Verwaltungsaufgaben dauerhaft ohne Einzelauftrag übernimmt, misst bisher keine Studie der Stufe A, was das für die Organisation bedeutet. Die beiden besten Feldexperimente zu KI-Agenten liegen daneben: Bei Alibaba führte ein Agent Kundenchats und übergab schwierige Fälle an Menschen, bei Microsoft prüften Entwickler die Ergebnisse von Programmier-Agenten, bevor sie übernommen wurden.
  • Keine der empfohlenen Maßnahmen ist gegen eine Alternative getestet. Champion-Netzwerke, Regelwerke für die Delegation an Agenten, Probeläufe im Schatten des echten Betriebs (Shadow Runs) oder Betriebsvereinbarungen: Für keine dieser Maßnahmen gibt es eine kontrollierte Studie, die sie mit einem anderen Vorgehen vergleicht. Alle Aussagen zu ihrer Wirkung beruhen auf plausiblen Mechanismen, auf Zusammenhängen aus Befragungen oder auf Einzelfällen.
  • Niemand hat Kompetenzverlust über mehr als drei Monate gemessen. Ob Mitarbeitende, die nur noch die Ausnahmefälle eines automatisierten Prozesses bearbeiten, Fertigkeiten, Aufmerksamkeit und Prüfqualität verlieren, ist für KI-Systeme nicht über längere Zeiträume untersucht. Die Warnmuster stammen aus der Luftfahrt, der Medizin und aus älteren Entscheidungssystemen ohne Sprachmodelle.
  • Für Deutschland, Österreich und die Schweiz gibt es zu KI-Agenten nur Verbreitungszahlen. Verbandsbefragungen sagen, wie viele Unternehmen Agenten einsetzen (Bitkom, September 2026: 11 Prozent der Unternehmen, die KI nutzen), aber keine Studie misst, was der Einsatz bewirkt. Alle Feldstudien zur Delegation an Agenten stammen aus den USA oder China.
  • Die stärksten Einflussfaktoren auf die Nutzung sind nur als Zusammenhang belegt. Ermutigung durch den Arbeitgeber, das Vorbild der direkten Führungskraft und eine klar kommunizierte Strategie gehen mit deutlich höherer KI-Nutzung einher. Ob sie die Ursache sind, ist offen, weil die Daten entweder Zusammenhänge zeigen oder Absichten abfragen, nicht Verhalten.
02

Drei Modi des KI-Einsatzes

Augmentation, Delegation und Automatisierung werden in Reports ständig vermischt. Hier sind sie nach Autonomiestufe getrennt; jeder Modus trägt durch die ganze Seite dieselbe Form und Farbe.

Augmentation

Assistenzmodus, human in the loop: „humans collaborate closely with machines to perform a task“ (Raisch & Krakowski 2021, S. 192); Mensch führt aus, System liefert auf Anfrage Entwürfe, Analysen, Varianten; der Mensch bleibt in jedem Schritt beteiligt.

Autonomie
Morris Stufe 1–2 (Tool, Consultant); Feng L1 Operator; Luo L1 Assistance („Humans remain fully responsible for executing and verifying“); Mitchell „simple processor“/„router“; Parasuraman Grad 2–4 (Alternativen anbieten, vorschlagen).
Technik
Chat-Assistenten, Copilots in Office-/IDE-Umgebung; zustandslos, auftragsgebunden, keine Werkzeugausführung ohne Freigabe.
Betrifft
PE primär (Kompetenzmodell, Expertiseaufbau, Lernformate, Beurteilung); OE sekundär (Nutzungsnormen, Kultur, Teamdesign).
Beispiel
Entwurf eines Berichts oder Angebots mit LLM; der Mensch prüft und überarbeitet jeden Abschnitt.

Delegation

Human on the loop: Mensch beauftragt ein agentisches System mit einem mehrstufigen Ziel, setzt Grenzen, prüft Ergebnis oder Ausnahmen; Agentizität = „the degree to which a system can adaptably achieve complex goals in complex environments with limited direct supervision“ (Shavit et al. 2023); Kontrollfluss LLM-gesteuert (Kapoor et al. 2024).

Autonomie
Beaufsichtigte Einzeldelegation (jeder Auftrag geprüft): Feng L2–L3, Luo L2 Partial Autonomy, Morris 3, Parasuraman 5. Laufende Ausführung mit Ausnahmebehandlung: Feng L4 Approver, Luo L3 Conditional Autonomy („humans act as supervisors“), Morris 4 Expert, Parasuraman 6–7.
Technik
LLM-Agenten mit Tool-Use, Planung, Code-/Browser-Ausführung; Computer-Use-Agenten; konfigurierte Copilot-Agenten.
Betrifft
OE (Delegationsregeln, Verantwortungsarchitektur, Rechtekonzept, Rollen, Ausnahmedesign) und PE (Spezifikations-, Prüf- und Aufsichtskompetenz; Art. 14 Abs. 4 KI-VO analog).
Beispiel
Agent recherchiert, erstellt Angebotsentwurf samt Kalkulation im CRM und legt ihn zur Freigabe vor; Supervisor übernimmt eskalierte Kundenchats.

Automatisierung

Human on the loop für Ausnahmen bis out of the loop: „machines take over a human task“ (Raisch & Krakowski 2021, S. 192); die Aufgabe wechselt dauerhaft den Träger. Deterministisch: „[if, then, else] statements on structured data“ (Gartner, zit. in van der Aalst et al. 2018), auditierbar, scheitert an Varianz. Probabilistisch: LLM-basiert, non-deterministisch (Mitchell et al. 2025), bewältigt Varianz, braucht Supervision.

Autonomie
Feng L4–L5 (Approver/Observer; bei L5 „only an emergency off-switch“); Luo L3–L5; Morris 4–5 (5 „not yet unlocked“); Parasuraman 7–10; Mitchell „fully autonomous agent“ (von den Autoren abgelehnt).
Technik
Deterministisch: Workflow-Engines, RPA, Skripte, STP. Probabilistisch: trigger-basierte Agenten ohne Einzelauftrag, Hyperautomation-Suiten, LLM-Klassifikation plus SOP-Ausführung.
Betrifft
OE primär (Arbeitsteilung, Rollenredesign, Verwendung freigesetzter Kapazität, Verantwortungsarchitektur, Mitbestimmung, Kommunikation); PE sekundär (Ausnahmebearbeiter: Vigilanz, Skill Degradation).
Beispiel
Posteingang wird klassifiziert, Standardfälle vollständig beantwortet, nur Ausnahmen gehen an Sachbearbeiter; Echtzeit-Transkription ersetzt Schreibkräfte.
03

16 Dimensionen und ihre Betroffenheit je Modus

Acht OE- und acht PE-Dimensionen aus den Quellmodellen. Die Zellen zeigen die erwartete Betroffenheit je Modus; eine Zeile öffnet Definition, Leitfrage, Befundblock und die Einflussanalyse mit Evidenzstufe.

hochmittelgering▲ größte Dynamik◌ dünnste Evidenz⇄ gegenläufig AUG/AUT
DimensionEbeneAugmentationDelegationAutomatisierung
Organisationsentwicklung
OE1Strategie und Zweck O, F mittel mittel hoch
OE2Struktur, Rollen, Entscheidungsrechte ◌ O, T gering hoch hoch
OE3Prozesse und Arbeitsorganisation: Aufgabenzuschnitt, Arbeitsteilung Mensch–System, Automatisierungsgrad ▲ ⇄ O, T hoch hoch hoch
OE4Führung als Systemfaktor: Spannen, Steuerungslogik, Rollenvorbild, Delegationsregeln F, O mittel hoch mittel
OE5Kultur, Normen, psychologische Sicherheit ⇄ T, O hoch mittel hoch
OE6Zusammenarbeit und Teamdesign (Gestaltungsanteil) T hoch hoch mittel
OE7Steuerung, Anreize, Metriken O, F mittel hoch hoch
OE8Organisationale Lernfähigkeit und Wissensmanagement (Regeln, Rollen, Flüsse) O, T mittel hoch mittel
Personalentwicklung
PE1Bedarfsanalyse und Kompetenzmodelle (inkl. Skills-Taxonomien, KI-Kompetenz) I, T, O hoch hoch mittel
PE2Qualifizierung und Lernformate (individuell und im Team) ⇄ I, T hoch mittel gering
PE3Förderung: Laufbahn, Nachfolge, Potenzialerkennung ▲ ⇄ I, O mittel mittel hoch
PE4Expertiseaufbau und Erfahrungslernen (Novizen-Experten-Pfad, Mentoring) ▲ ⇄ I, T hoch hoch hoch
PE5Führungskräfteentwicklung (Fähigkeit: Spezifikation, Supervision, Ausnahmebehandlung, Bewertung) F mittel hoch mittel
PE6Leistungsbeurteilung und Feedback (als Lern- und Entwicklungsinstrument) ◌ I, F mittel hoch mittel
PE7Transfersicherung und Lernkultur I, T hoch mittel gering
PE8Rolle und Organisation der L&D-/PE-Funktion ◌ O hoch mittel gering

OE1Strategie und Zweck

Organisationsentwicklung
Definition
Die explizite Entscheidung, wofür die Organisation LLM-basierte KI einsetzt, welches Zielbild der Arbeitsteilung gilt und wie freigesetzte Kapazität verwendet wird.
Leitfrage
Kennen Führungskräfte und Teams ein kommuniziertes Zielbild (Augmentation, Delegation, Automatisierung je Prozesstyp) und die Entscheidung über freigesetzte Kapazität, bevor Tools ausgerollt werden?
Instrumente
Strategieklausur, Zielbild der Arbeitsteilung, Use-Case-Portfolio, Business-Case-Review mit Komplementärinvestitionen (J-Kurve)
Quellmodell
Galbraith Strategy; Burke-Litwin Mission and strategy (transformational); 7-S Strategy
Ebene
O, F

Befund bis Oktober 2026

Veränderung
AUG: Nur 25–26 % der US-Beschäftigten kennen eine klare KI-Strategie (Gallup, B); ca. ein Viertel der deutschen Unternehmen hat eine KI-Kompetenzstrategie (B/C); 37 % EBIT-Zuschreibung unverändert, 6 % High Performer (McKinsey, C). DEL: 40 % der Unternehmen ≥ 1 Mrd. USD „skalieren“ Agenten, DE 11 % (Bitkom, C). AUT: zwei Drittel wollen vor allem Kosten senken; 60 % bauten auf erwartete Effekte ab, 2 % auf realisierte (C).
Mechanismus
Entscheidungsebene: Strategie ist die Entscheidung über Arbeitsteilung und Verwendung freigesetzter Kapazität; ohne sie wird Zeitersparnis nicht Wert (EZB, B). J-Kurve: Produktivität erst nach Komplementärinvestitionen in Prozesse, Geschäftsmodelle und Humankapital (Brynjolfsson et al., A).
Widersprüche
MIT NANDA „95 % ohne Return“ beruht auf 52 Interviews und 153 Befragten, bezieht sich auf Automatisierungspiloten (D, Nenner unklar); dagegen Selbstauskunft 74 % positiver ROI (Wharton, C). Beides ist nicht gemessen.
Evidenz
Augmentation B/C; Delegation C; Automatisierung C/D. Kein Stufe-A-Befund verbindet Strategieklarheit kausal mit Ergebnissen.

Einfluss je Modus

Augmentation B/C
Richtung
◇ Nutzung ↑, Strategieklarheit ↔ (25 %)
Mechanismus
Entscheidung (Zielbild fehlt)
Konflikt
Nutzungsquote vs. Wert (37 % EBIT)
Delegation C
Richtung
◇ 11 % (DE) bis 40 % (Großunternehmen)
Mechanismus
Entscheidung (Kosten, Skalierung)
Konflikt
Bitkom vs. McKinsey Faktor 4
Automatisierung C/D
Richtung
◇ Abbauabsicht auf Erwartung (60 %), Realisierung 2 %
Mechanismus
Entscheidung (Kapazitätsverwendung)
Konflikt
Ankündigung vs. Register

OE2Struktur, Rollen, Entscheidungsrechte

Organisationsentwicklung
Definition
Die formale Verteilung von Aufgaben, Rollen, Entscheidungs- und Eingriffsrechten zwischen Menschen und zwischen Mensch und System, einschließlich Rechtekonzepten für Agenten.
Leitfrage
Wer darf welche Aufgabe auf welcher Autonomiestufe abgeben, wer trägt Verantwortung für Ergebnisse, die niemand mehr ausgeführt hat, und ist die Ausnahmerolle als eigene Rolle mit Zeitbudget und Autorität designt?
Instrumente
Rollen- und Stellenredesign, RACI für Agenten, Rechte-/Berechtigungskonzept, Autonomiestufen je Aufgabentyp, Aufsichtsrollen nach Art. 26 Abs. 2 KI-VO
Quellmodell
Galbraith Structure („location of decision-making power“); Burke-Litwin Structure; Cherns boundary location; 7-S Structure
Ebene
O, T

Befund bis Oktober 2026

Veränderung
AUG: Nicht-Kernfachkraft mit KI erreicht Teamniveau (P&G, A); 8,4 % erhalten neue Prüf-/Integrationsaufgaben (A); 22–25-Jährige in exponierten Berufen 19 % unter Kontrafaktum (A deskriptiv). DEL: Rollen („Agent Boss“, AgentOps) nur Herstellerbegriffe (C); Alibaba-Trade-off Supervisor- vs. integrierte Rolle (A Preprint); 188 Schadensfälle durch stehende Berechtigungen (Cyera, D). AUT: Verflachung nur Gartner-Prognose „20 % eliminieren die Hälfte der Mittelmanager bis 2026“ (C).
Mechanismus
Koordinationsebene (Augmentation: Substitution der Fachperspektive im Team) und Entscheidungsebene (Delegation/Automatisierung: Rechtekonzept als Verteilung von Entscheidungs- und Eingriffsrechten an Systeme). Cyera verschiebt das Delegationsrisiko von der Modellwahl ins Rechtekonzept, eine OE-Variable.
Widersprüche
Individueller Copilot-Zugang über sechs Monate veränderte Menge und Zusammensetzung der Aufgaben nicht, nur Zeitbudgets (Dillon et al., 7.137 Beschäftigte, 66 Firmen, A): Ohne Redesign ändert Zugang keine Struktur. Die Gartner-Prognose läuft im Zieljahr 2026 ohne Überprüfung ab.
Evidenz
Augmentation A für Einzelbefunde, keine Strukturstudie; Delegation D für Rollen, A (Preprint) für einen Rollen-Trade-off; Automatisierung C (Prognose), A nur als physisches Prüfmuster. Eine der drei dünnsten Dimensionen.

Einfluss je Modus

Augmentation A (Einzelbefunde)
Richtung
◇ Nicht-Experte+KI ≈ Team; Einstieg ↓
Mechanismus
Koordination (Besetzung)
Konflikt
Dillon: kein Aufgabenmix-Effekt
Delegation D; A (Pr Rollen-Trade-off)
Richtung
↑ Bedarf an Eingriffs-/Abbruchrechten
Mechanismus
Entscheidung (Rechtekonzept)
Konflikt
Supervisor- vs. integrierte Rolle
Automatisierung C (P)
Richtung
∅ gemessen; ↓ Mittelmanagement nur Prognose
Mechanismus
Struktur (Verflachung)
Konflikt
Gartner-Zieljahr läuft ungeprüft ab

OE3Prozesse und Arbeitsorganisation: Aufgabenzuschnitt, Arbeitsteilung Mensch–System, Automatisierungsgrad

Organisationsentwicklung
Definition
Der Zuschnitt von Aufgaben und Prozessschritten und die Entscheidung, welche davon Menschen allein, mit Assistenz, per Delegation oder automatisiert bearbeiten, einschließlich Residual- und Nachbaraufgaben.
Leitfrage
Ist für jede automatisierte oder delegierte Aufgabe definiert, welche Residual- und Nachbaraufgaben beim Menschen bleiben, wie sie geübt werden und wann und wie der Mensch zurückkommt (Eskalationsdesign)?
Instrumente
Task Decomposition, Frontier-Kartierung je Aufgabentyp, Ausnahmedesign, Prozessredesign vor Automatisierung, Mischarbeit/Rotation
Quellmodell
STS/Cherns (minimal critical specification, variance control, multifunctional principle); Galbraith Processes; Burke-Litwin Task requirements; Raisch & Krakowski; Parasuraman Stufen × Grade
Ebene
O, T

Befund bis Oktober 2026

Veränderung
AUG: Frontier-Logik peer-reviewt (758 BCG-Berater: +12,2 % Teilaufgaben, Zeit −22,5 bis −27,6 %, Qualität +32 %; außerhalb 84,5 % vs. 60,0/70,6 % Korrektheit, A); Register 2,8 % Zeitersparnis (A); 67 % sagen, KI übernahm einfachere Aufgaben (C). DEL: OSWorld ca. 78–80 %, TheAgentCompany 30,3 %, CRMArena-Pro Multi-Turn 30–35 %, RLI 2,5–16,1 %. AUT: Alibaba KI-fähige Chats Dauer −16,8 %, Bewertung −0,412; emotionale algorithmische Eskalation −0,928, +40,8 % Dauer (A Preprint).
Mechanismus
Aufgabenebene (Frontier-Kartierung, Zeit) und Koordinationsebene (Eskalationsdesign: Zeitpunkt, Auslöser, Typ der Rückübergabe). Jede Automatisierung erzeugt zwei Augmentationsbedarfe: Ausnahmebehandlung und Nachbaraufgaben. Unterschied zu RPA: Der Ausnahmebehandler prüft Fälle, die der Agent falsch, aber plausibel bearbeitet hat.
Widersprüche
Kompression vs. Spreizung: Kenia-RCT Leistungsstarke +15 %, -schwache −8 % (A); Vaccaro et al.: Mensch-KI g = −0,23, Entscheidung −0,27, Erstellung +0,19 (A). Zeitersparnis (Register) vs. 77 % berichten Mehrarbeit (Upwork, C); WSI: Hälfte keine Änderung (B). Auflösung: Verdichtung als Verschiebung zu komplexeren Resttätigkeiten. Benchmarks 2026 durch Sättigung verzerrt.
Evidenz
Augmentation A, breit; Delegation A/A-nah für Zuverlässigkeit, A-nah (Preprint, ein Setting) für Ausnahmedesign; Automatisierung ohne Ausnahmebehandlung keine Stufe-A-Organisationsstudie. Eine der drei Dimensionen mit größter Veränderungsdynamik.

Einfluss je Modus

Augmentation A
Richtung
↑ innerhalb Grenze, ↓ außerhalb; Zeit −2,8 % bis −25 %
Mechanismus
Aufgabe (Frontier, Zeit)
Konflikt
Kompression vs. Spreizung; Zeit vs. Verdichtung
Delegation A/A-nah
Richtung
◇ 80 % kurz / 25–35 % mehrstufig / 2,5–16 % Projekte
Mechanismus
Aufgabe + Koordination (Rückfragen)
Konflikt
Benchmark-Sättigung, Selbstberichte
Automatisierung A (Preprint, 1 Setting)
Richtung
↓ Dauer −16,8 %, ↓ Qualität −0,41; Eskalationstyp entscheidet
Mechanismus
Koordination (Eskalationsdesign)
Konflikt
so-so automation; Klarna-Rückbau

OE4Führung als Systemfaktor: Spannen, Steuerungslogik, Rollenvorbild, Delegationsregeln

Organisationsentwicklung
Definition
Die strukturell verankerten Erwartungen an Führung: Spannen, Steuerungslogik, sichtbare Nutzung als Norm, Ermutigung und die Autorität, Delegationsregeln zu setzen und zu überstimmen.
Leitfrage
Nutzen Führungskräfte sichtbar und ermutigen sie, setzen sie Nutzungsnormen und Delegationsregeln, und wer entscheidet über Automatisierungsgrad und Kapazitätsverwendung?
Instrumente
Führungsleitlinien zu KI, Ermutigungs- und Vorbildroutinen, Delegationsregelwerk, Span-of-Control-Review, Override-Regeln (MaRisk-analog)
Quellmodell
Burke-Litwin Leadership (transformational) und Management practices (transaktional); Galbraith Entscheidungsmacht; 7-S Style; Feng et al. (Autonomiestufe als Delegationsentscheidung)
Ebene
F, O

Befund bis Oktober 2026

Veränderung
AUG: Häufige Nutzung Leader 67 %, Manager 52 %, ICs 46 % (Gallup, B); Arbeitgeber-Ermutigung: Adoption 47 → 83 %, tägliche Nutzung 8 → 21 % (Humlum & Vestergaard, A); +17 Punkte wahrgenommener KI-Wert bei Vorbild (WTI, C); 48 % der Führungskräfte mehr mentale Belastung (BCG, C). DEL: Führungskräfte mit Agenten vertraut 67 % vs. 40 % Beschäftigte (C, Absichten); Partner am schlechtesten vorbereitet (C). AUT: Duolingo-„AI-first“-Memo und Klarna-Kehrtwende als Backlash-Fälle (D).
Mechanismus
Entscheidungsebene (Freigabe, Ermutigung, Automatisierungsgrad, Kapazitätsverwendung) und Koordinationsebene (Normsetzung). Einziger kausalnaher Führungsbefund ist Ermutigung. Risikokonstellation: Nicht-nutzende Führungskräfte bestrafen Nutzung in der Bewertung; nutzende ohne Normen erzeugen Schatten-KI.
Widersprüche
WTI-Argument „67 % des KI-Impacts organisational, 32 % individuell“ ist Querschnittskorrelation mit zirkulärer Definition (D). Für Führungsspannen, Entscheidungsqualität von Managern mit KI oder KI-gestütztes Feedback gibt es in keinem Modus Stufe-A-Evidenz.
Evidenz
Augmentation A nur für Ermutigung, sonst B/C; Delegation C (Absichten); Automatisierung D (Firmenfälle).

Einfluss je Modus

Augmentation A (Ermutigung), B/C
Richtung
↑ Adoption +36 Pp bei Ermutigung; Gefälle 67/46
Mechanismus
Entscheidung (Ermutigung)
Konflikt
Vorbild-Effekt nur korrelativ
Delegation C
Richtung
◇ Absichten; Kompetenzgefälle gegen Hierarchie
Mechanismus
Entscheidung (Delegationsregeln)
Konflikt
keine Spannen-Evidenz
Automatisierung D
Richtung
↓ Vertrauen bei CEO-Memos ohne Kontext
Mechanismus
Entscheidung (Kommunikation vor Rollout)
Konflikt
BPR-Muster „all-or-nothing“

OE5Kultur, Normen, psychologische Sicherheit

Organisationsentwicklung
Definition
Die geteilten Normen darüber, ob, wann und wie KI genutzt, offengelegt und bewertet wird, und ob Fehler, Nichtwissen und Nutzung ohne Stigma besprochen werden können.
Leitfrage
Wird KI-Nutzung verheimlicht oder sozial bestraft, gibt es aufgabenbezogene Normen („hier erwartet, hier offenzulegen, hier untersagt“), und lesen Beschäftigte Nutzungsaufforderungen als Mitwirkung am eigenen Abbau?
Instrumente
Nutzungs- und Kennzeichnungsnormen, Team-Charta, Kommunikation der Kapazitätsverwendung, Betriebsvereinbarung als Vertrauensinstrument
Quellmodell
Burke-Litwin Organizational culture (transformational) und Work unit climate (transaktional); 7-S Shared values; Galbraith Kultur als Output
Ebene
T, O

Befund bis Oktober 2026

Veränderung
AUG: Beobachter bewerten KI-Nutzer als fauler und weniger kompetent; Strafe kommt von Nicht-Nutzern, verschwindet bei KI-geeigneten Aufgaben (Reif et al., PNAS, N = 4.439, A); 48–52 % verheimlichen Nutzung (C); Workslop 40 % Empfang, 1 h 51 min Nacharbeit (C); positive Emotionen +0,46 SD (P&G, A). DEL: 17 % mehr Delegation, 62 % weniger Edits an KI-Partner (Ju/Aral, A Preprint). AUT: Jobangst 23 % in KI-einführenden Betrieben vs. 18 % (Gallup, B); 42 % der DE-Unternehmen nennen fehlende Akzeptanz als Hemmnis (C).
Mechanismus
Koordinationsebene (Normen, Kennzeichnung, Offenlegung) und Entscheidungsebene (Bewertung durch Nicht-Nutzer). PNAS erklärt die Survey-Zahlen kausal: Strafe ist real, bewerter- und aufgabenabhängig; Normen an Aufgabentypen binden. Bei Automatisierung ist die Kapazitätsverwendung die stärkste Kulturbotschaft (plausible Kausalkette, nicht gemessen).
Widersprüche
Positive Emotionen bei Nutzung (A) vs. Angst in KI-Betrieben (B): beides gilt, für verschiedene Modi. Betriebsräte sehen 73 % Arbeitserleichterung, 32 % mehr Überwachung (IG Metall, B/C). Keine Feldstudie misst Offenlegungsregeln, Nutzungsnormen oder psychologische Sicherheit vor/nach KI-Einführung; keine Replikation von Reif et al.
Evidenz
Augmentation A/C gemischt (A für den Mechanismus); Delegation A (Preprint, Labor) für Delegationsbereitschaft, sonst keine; Automatisierung B (Befragungen), Kausalität ungemessen. Augmentation und Automatisierung wirken hier gegenläufig.

Einfluss je Modus

Augmentation A/C
Richtung
↓ Offenlegung (48–52 % verbergen); ↑ positive Emotionen
Mechanismus
Koordination (Normen, Strafe)
Konflikt
Strafe nur durch Nicht-Nutzer, nicht bei KI-geeigneten Aufgaben
Delegation A (Preprint, Labor)
Richtung
↑ Delegation +17 %, ↓ Edits −62 %, ↓ interpersonelle Kommunikation
Mechanismus
Koordination (Delegationsbereitschaft)
Konflikt
Diversity Collapse
Automatisierung B
Richtung
↑ Jobangst (23 % vs. 18 %); 5 % Einfluss
Mechanismus
Entscheidung (Kapazitätsverwendung als Botschaft)
Konflikt
Erleichterung (73 %) vs. Überwachung (32 %)

OE6Zusammenarbeit und Teamdesign (Gestaltungsanteil)

Organisationsentwicklung
Definition
Teamzuschnitt, Besetzung, Rollen, Zusammenarbeits- und Übergaberegeln, einschließlich der Frage, wer KI-Output prüft und wie Selektions- und Kritikfunktionen gesichert werden.
Leitfrage
Wenn Einzelne mit KI Teamleistung erreichen: Wer prüft, wer wählt aus, wer widerspricht, und wie sind Übergabeformate zwischen Mensch, Agent und Empfänger definiert?
Instrumente
Teamredesign, Review-Rollen, Kennzeichnungs- und Übergabeformate, Persona-/Agentendesign als „social governance“
Quellmodell
Cherns boundary location, compatibility; Galbraith Processes (lateral); Burke-Litwin Work unit climate; Cummings & Worley Work Design
Ebene
T

Befund bis Oktober 2026

Veränderung
AUG: Team ohne KI +0,24 SD, Einzel+KI +0,37 SD, Team+KI +0,39 SD; Teams ohne KI wählen beste Idee zu ca. 50 % vs. 37 % (P&G, A); Copilot-Nutzer unter 187.489 Entwicklern suchen seltener Hilfe (MIT IDE, A). DEL: Mensch-KI-Teams +50 % Output, homogenere Ergebnisse („diversity collapse“), −18 % interpersonelle Nachrichten (Ju/Aral, A Preprint); Multi-Turn-Verluste ca. −20 Punkte (CRMArena-Pro, A). AUT: Alibaba-Spillover auf KI-unfähige Chats (Dauer −1,8 %, Bewertung +0,091, A Preprint); keine Studie zu Mehr-Agenten-Systemen mit Teams.
Mechanismus
Koordinationsebene: KI substituiert einen Teil der Koordinationsleistung (Fachperspektive des Gegenübers, Hilfesuche, Projektmanagement), verbessert aber nicht die Selektion; Delegationsbereitschaft steigt schneller als Prüfintensität. Persona-Design ist „a form of social governance in hybrid teams“ (Yan et al.).
Widersprüche
Dillon et al.: keine Verschiebung in Menge oder Zusammensetzung der Aufgaben durch individuellen Zugang (A). P&G ist ein eintägiger Workshop mit Zweierpaaren einander unbekannter Teilnehmer, ein Unternehmen, ein Modell, remote. Keine unabhängige Replikation, keine Langzeit-Teamstudie, keine Evidenz zu Teamkohäsion oder implizitem Transferlernen.
Evidenz
Augmentation A für Eintags- und Open-Source-Settings; Delegation A (Preprint, Labor/Plattform); Automatisierung A (Preprint, ein Setting). Keine Langzeitevidenz in keinem Modus.

Einfluss je Modus

Augmentation A (Eintag/Open Source)
Richtung
↑ Qualität Einzel+KI; ↓ Selektion; ↓ Hilfesuche
Mechanismus
Koordination (Substitution Fachperspektive)
Konflikt
keine Langzeit-Teamstudie
Delegation A (Preprint)
Richtung
↑ Output +50 %; ↓ Diversität
Mechanismus
Koordination (Spezifikationslast)
Konflikt
Delegationsbereitschaft > Prüfintensität
Automatisierung A (Preprint)
Richtung
◇ Spillover +; Supervisor-Rolle Trade-off
Mechanismus
Koordination (Spillover, Rollenschnitt)
Konflikt
∅ Mehr-Agenten-Teams

OE7Steuerung, Anreize, Metriken

Organisationsentwicklung
Definition
Die Ziel-, Mess- und Anreizlogik, die bestimmt, was als Erfolg gilt (Nutzung, Zeit, Headcount vs. Qualität, Werterealisierung, Aufsichtsqualität) und über welchen Zeithorizont.
Leitfrage
Werden Erkennungsquote, Eingriffsquote, Rückfallkosten, Qualität und Verwendung freigesetzter Zeit gemessen, oder nur Nutzungsquote, Durchsatz und Headcount, und belohnt das System Output-Menge (Workslop) oder Kompetenzerhalt?
Instrumente
Metrik-Set jenseits Nutzungsquote, Bewertungshorizont für Führungskräfte, Anreizdesign gegen Workslop, Aufsichtsmetriken für Agenten
Quellmodell
Galbraith Rewards; Burke-Litwin Systems, Motivation; Cherns support congruence; 7-S Systems
Ebene
O, F

Befund bis Oktober 2026

Veränderung
AUG: Pass-through 3–7 % der Zeitersparnis in Lohn, 98 % der Adopter ohne Verdiensteffekt (A); 74 % Frontline-Nutzung bei 37 % EBIT-Zuschreibung (C); METR: Entwickler gemessen −19 %, Selbstbericht +20 % (A); 59 % „gar nicht“ ausgeschöpft (Bitkom, C). DEL: Agentenkosten > 6 USD je Aufgabe (TheAgentCompany); ca. 20 % kostenbegrenzt (C); keine Evidenz zu Aufsichtsmetriken. AUT: 39 % erwarten Headcount-Rückgang, 14 % berichten ihn (McKinsey, C); Zielkonflikt Ausnahmebehandler als Kostenstelle und letzte Verteidigungslinie (Prüfmuster).
Mechanismus
Entscheidungsebene: Metrik und Bewertungshorizont bestimmen, ob freigesetzte Zeit Wert wird und ob Kompetenz erhalten bleibt; der Konflikt liegt zwischen Zeithorizonten (Manager vs. Karriere; Caosun & Aral, D), nicht zwischen Mensch und KI. Ein Anreiz- und Steuerungsproblem, kein Trainingsproblem.
Widersprüche
METR 2026: wiederkehrende Entwickler −18 % (CI −38 % bis +9 %), neue −4 %; METR stuft die Folgedaten als „unreliable signal“ ein und stellt das Design um; „METR hat die 19 % widerrufen“ ist eine Fehlinterpretation des Vorzeichens. Der Designwechsel ist selbst ein Befund: Arbeitsmodus verschiebt sich zu paralleler Delegation.
Evidenz
Augmentation A für Pass-through, sonst C; Delegation keine Aufsichtsmetrik-Evidenz; Automatisierung Prüfmuster. Dünn; nahe an den drei dünnsten.

Einfluss je Modus

Augmentation A/C
Richtung
↔ Lohn (3–7 %); Wahrnehmungslücke +20/−19
Mechanismus
Entscheidung (Pass-through, Horizont)
Konflikt
Nutzung vs. Wert; METR-Fehllesung
Delegation ∅; C (Kosten)
Richtung
∅ Erkennungs-/Eingriffsquote; Kosten/Aufgabe
Mechanismus
Entscheidung (Aufsichtsmetriken)
Konflikt
Modellgenauigkeit ≠ Teamleistung
Automatisierung (Pr)
Richtung
◇ Zielkonflikt Kostenstelle/letzte Verteidigungslinie
Mechanismus
Entscheidung (Headcount vs. Aufsicht)
Konflikt
39 % erwarten, 14 % berichten Abbau

OE8Organisationale Lernfähigkeit und Wissensmanagement (Regeln, Rollen, Flüsse)

Organisationsentwicklung
Definition
Die Regeln, Rollen und Systeme, über die Erfahrungen, Ausnahmefälle und explizites Wissen gesammelt, geteilt und in Prozess- und Modellverbesserung zurückgeführt werden.
Leitfrage
Gibt es einen Rückkanal von Ausnahmefällen und Fehlern in Prozess-, Prompt- und Modellverbesserung, wer besitzt ihn, und welches implizite Wissen geht verloren, wenn KI den Kollegen aus der anderen Funktion ersetzt?
Instrumente
Use-Case-/Prompt-Bibliotheken, Ausnahme-Reviews, Communities of Practice (Strukturanteil), Wissensexplikation für Agenten (RAG-Kuratierung)
Quellmodell
Cherns information flow, incompletion; Cummings & Worley Continuous Change; Galbraith Processes (Information)
Ebene
O, T

Befund bis Oktober 2026

Veränderung
AUG: Silo-Abbau im Output (P&G, A); Qualitätsverlust beim firmeninternen Wissenserwerb mit RAG (A/B); 90 % der DE-Nutzerbetriebe nutzen allgemeine Tools, 6 % Eigenentwicklung (IAB, B); internes Wissensmanagement als Einsatzfeld 22 % (Bitkom, C). DEL: CRMArena-Pro Policy Compliance und Informationsabruf < 50 %, Workflow Execution > 83 % (A); kein Befund zu Rückkanälen. AUT: Skalierungsstopp nach Piloten (Mehrheit ≤ 10 Bots, C/D); Gartner-Prognose > 40 % Abbruch agentischer Projekte bis Ende 2027 (C).
Mechanismus
Koordinations- und Kompetenzebene: KI als Ersatz für den Kollegen aus der anderen Funktion gefährdet implizites Transferlernen (Hoffmann: weniger Hilfesuche); Agenten verlagern Wissensmanagement von implizitem zu explizitem, kuratiertem Wissen.
Widersprüche
Silo-Abbau im Output (P&G) vs. Verlust impliziten Lernens zwischen Funktionen (Inferenz, nicht gemessen). Gartners Abbruchprognose ist mangels Baseline nicht falsifizierbar; gemessene Abbruchquoten realer Agentenprojekte existieren nicht.
Evidenz
Augmentation gemischt A/C; Delegation A-nah (Benchmarks) ohne Organisationsbezug; Automatisierung C.

Einfluss je Modus

Augmentation A/C
Richtung
↑ Silo-Abbau im Output; ↓ RAG-Wissenserwerb-Qualität
Mechanismus
Koordination + Kompetenz
Konflikt
implizites Transferlernen ∅ gemessen
Delegation A-nah (Benchmark)
Richtung
↑ Bedarf an Kuratierung; Policy Compliance < 50 %
Mechanismus
Koordination (explizites Wissen)
Konflikt
∅ Rückkanal-Evidenz
Automatisierung C
Richtung
◇ Pilot → Stopp (RPA), > 40 % Abbruch (P)
Mechanismus
Koordination (Skalierungsstopp)
Konflikt
Folklore-Zahlen

PE1Bedarfsanalyse und Kompetenzmodelle (inkl. Skills-Taxonomien, KI-Kompetenz)

Personalentwicklung
Definition
Die Bestimmung, welche Fach-, Methoden-, Sozial-, Selbst- und KI-Kompetenzen (Spezifizieren, Prüfen, Verantworten) Personen und Teams je Modus brauchen, und wie der Ist-Stand erhoben wird.
Leitfrage
Enthält das Kompetenzmodell Beurteilungskompetenz für Output außerhalb der Fähigkeitsgrenze, Kalibrierung und Metakognition, und misst die Bedarfsanalyse Prüf- statt Bedienkompetenz?
Instrumente
Kompetenzmodell-Erweiterung (Discernment, Delegation), Skills-Inferenz, unassistierte Assessments, Art.-4-Dokumentation
Quellmodell
Becker Funktionszyklus Phase 1; KODE/DQR-Kompetenzsystematik; Long & Magerko; Anthropic 4D; Art. 4 KI-VO
Ebene
I, T, O

Befund bis Oktober 2026

Veränderung
AUG: Prüfen (Discernment) ist die belegte Lücke: Vertrauen in GenAI korreliert negativ mit kritischem Denken (β = −0,69, Lee et al., CHI 2025, A korrelativ); Juniors markieren Mängel, ohne sie zu beheben (A); Kalibrierungslücke +34,6 Punkte (D/B). Rahmenwerke (Anthropic 4D, Stifterverband) ohne validiertes Messinstrument; Skills-Inferenz (J&J, Telekom) ohne Wirkungsmessung (C/D). DEL: Kompetenzlisten (C); Multi-Turn-Verluste zeigen Spezifikationskompetenz als Engpass (A). AUT: Art. 26 Abs. 2 KI-VO ab 2.12.2027; Casner: kognitive Fertigkeiten verfallen (A physisch).
Mechanismus
Kompetenzebene (neue Kompetenzklasse Discernment, Kalibrierung, Metakognition) und Koordinationsebene (Skills-Inferenz aus Arbeitsartefakten ersetzt Selbstauskunft, mit Mitbestimmungsfolgen nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG).
Widersprüche
Arbeitgeber in Deutschland sehen Lücken beim Anwenden (nur ca. 20 % bei ethisch-kritischer Bewertung, Stifterverband/McKinsey), Experimente zeigen Lücken beim Prüfen: Diagnosefehler mit PE-Konsequenz, Trainings adressieren Prompting statt Discernment. Keine Validitätsstudie zu KI-Skills-Inferenz; keine peer-reviewte Wirkungsstudie zu Skills-based Organizations.
Evidenz
A für die Lückendiagnose (Assistenz), C für Rahmenwerke, C/D für Skills-Inferenz; Delegation/Automatisierung nur Rahmen und Norm.

Einfluss je Modus

Augmentation A (korrelativ/experimentell)
Richtung
↑ Prüf-/Kalibrierungsbedarf; ↓ kritisches Denken bei Vertrauen
Mechanismus
Kompetenz (Discernment)
Konflikt
Arbeitgeber sehen Anwendungs-, Experimente Prüflücke
Delegation A-nah; C (Rahmen)
Richtung
↑ Spezifikationslast (Multi-Turn −20 Pp)
Mechanismus
Kompetenz (Spezifikation)
Konflikt
kein Messinstrument
Automatisierung Norm; A (Pr)
Richtung
↑ Normpflicht ab 12/2027
Mechanismus
Kompetenz (Aufsichtskompetenz Art. 26)
Konflikt
kognitive, nicht motorische Fertigkeiten verfallen

PE2Qualifizierung und Lernformate (individuell und im Team)

Personalentwicklung
Definition
Die Gestaltung und Durchführung von Lernangeboten, die Kompetenzen für Nutzung, Prüfung und Supervision aufbauen, einschließlich Lernen im Arbeitsfluss und KI-Tutoren.
Leitfrage
Zielt Qualifizierung auf Prüfkompetenz oder Bedienkompetenz, gestaltet sie Nutzungsmuster (Erklären, Nachfragen, Prüfen) statt nur Zugang, und ergänzt sie Arbeitsgestaltung oder ersetzt sie sie?
Instrumente
Rollenspezifische Trainings, Prompting-Formate mit Erklärpflicht, KI-Tutoren, geplante unassistierte Praxis, Teamlernen
Quellmodell
Becker Bildung; Funktionszyklus Phasen 3–4; Instrumente on/near/off the job
Ebene
I, T

Befund bis Oktober 2026

Veränderung
AUG: Arbeitgebertraining stärkster Adoptionshebel (47 → 83 %, A); BCG-Arm mit Prompt-Einführung schnitt außerhalb der Grenze schlechter ab (A); Nutzungsmuster: AI Delegation 39 % vs. Generation-Then-Comprehension 86 % Quiz, KI-Gruppe −17 % (Shen & Tamkin, n = 52, A Preprint); 673 IT-Azubis +26 bis +44 Pp (A); 27 % der DE-Nutzerbetriebe schulen (IAB, B), Bitkom 70 % (C). DEL: keine Evidenz, nur Kompetenzlisten (C). AUT: Automation Bias durch Training allein nicht verhinderbar (Parasuraman & Manzey, A Review); 47 % der US-HR-Manager trainieren mit Automatisierungsziel (C).
Mechanismus
Kompetenzebene: Lernen im Arbeitsfluss findet nur unter bestimmten Interaktionsmustern statt; L&D muss Nutzungsmuster gestalten (Prompts mit Erklärpflicht, Prüfpflichten), nicht nur Zugang schaffen. Für Automatisierung verschiebt Parasuraman & Manzey die Verantwortung von Schulung (PE) zu Arbeitsgestaltung (OE): Prüflast begrenzen, Rotation, Friktion.
Widersprüche
Training als Tool-Einführung kann Overreliance erhöhen (BCG-Arm 3). Bedarf 79 % Kompetenzlücke (Stifterverband) vs. Angebot 27 % (IAB), zugleich „fast zwei Drittel sehen geringes Interesse der Beschäftigten“ und 45 % ohne wahrgenommenen Schulungsbedarf (TÜV, C). Guardrails schützen Lernen, senken aber Komfort und Adoption.
Evidenz
Augmentation A (Adoption, Bildung, Nutzungsmuster), C (Betrieb); Delegation keine; Automatisierung A (Review, physisch).

Einfluss je Modus

Augmentation A
Richtung
↑ Adoption durch Training; ↓ Lernen bei Delegationsmuster (−17 %)
Mechanismus
Kompetenz (Nutzungsmuster)
Konflikt
Tool-Einführung kann Overreliance erhöhen
Delegation ∅
Richtung
∅
Mechanismus
Kompetenz
Automatisierung A (Review, Pr)
Richtung
↔ Automation Bias durch Training allein nicht verhinderbar (klassische Automation, Prüfmuster)
Mechanismus
Arbeitsgestaltung statt Schulung
Konflikt
Training als Automatisierungsvorbereitung (47 %)

PE3Förderung: Laufbahn, Nachfolge, Potenzialerkennung

Personalentwicklung
Definition
Die Steuerung von Einstieg, Laufbahnpfaden, Nachfolge und Potenzialerkennung unter der Bedingung, dass Einstiegsaufgaben substituiert werden.
Leitfrage
Wer wird 2032 Senior, wenn Juniorrollen nicht nachbesetzt werden, und welche Laufbahnpfade erzeugen implizites statt kodifiziertes Wissen?
Instrumente
Laufbahnmodelle, Nachfolgeplanung, Einstiegsrollen-Redesign, Potenzialdiagnostik unter KI-Bedingungen
Quellmodell
Becker Förderung; Instrumente along/into the job; Cummings & Worley Talent Development
Ebene
I, O

Befund bis Oktober 2026

Veränderung
AUT-Exposure USA: 22–25-Jährige in exponierten Berufen 19 % unter Kontrafaktum, Anpassung über Nichtnachbesetzung (Stanford, A deskriptiv); Revelio: Junior-Beschäftigung bei GenAI-Adoptern ca. −9 % (A); Dallas Fed: Job-Finding-Rate junger Eintretender > 3 Punkte gefallen (A/B); Big-Four-Graduate-Intake −6 bis −29 % (D). DACH: IAB kein nachweisbarer KI-Zusammenhang, Konjunktur doppelt so stark (B/A); Indeed: Einstiegsanzeigen Juli 2026 46 % unter 2019, Divergenz ab Frühjahr 2022 (C). AUG: Erfahrene in Augmentationsberufen flach oder steigend (A). DEL: keine Laufbahnevidenz.
Mechanismus
Aufgabenebene → Stellenlogik: Einstiegsaufgaben werden substituiert, Firmen besetzen Juniorrollen nicht nach, die Pipeline dünnt leise aus. Die Stanford-Trennung von Automation- und Augmentation-Exposure ist das stärkste empirische Argument, dass die Arbeitsteilungsentscheidung unmittelbar diese PE-Dimension trifft.
Widersprüche
Yale Budget Lab: „not a large difference“, kein Zusammenhang Exposure–Beschäftigung (B); Chicago Fed: exponierte Berufe 2019–2024 +4,05 % (B); Humlum & Vestergaard: adoptierende Firmen treiben den Rückgang nicht (A). Streit verschoben von „gibt es den Effekt?“ zu „ist er kausal?“. DACH: Einbruch real, aber überdeterminiert; KI-Anteil ist Prüfhypothese. Ausbildungsstellen unberührt.
Evidenz
USA A (deskriptiv, drei Quellen); DACH B; Modus nur über Exposure-Maße trennbar, kein Deployment-Nachweis. Eine der drei Dimensionen mit größter Dynamik; Augmentation und Automatisierung wirken gegenläufig.

Einfluss je Modus

Augmentation A (deskriptiv)
Richtung
↑ Erfahrene in Augmentationsberufen
Mechanismus
Aufgabe → Stellenlogik
Delegation ∅
Richtung
∅
Automatisierung A (US); B (DE)
Richtung
↓ Einstieg −19 % (US), −8/−9 % Adopter; DE kein IAB-Effekt
Mechanismus
Aufgabe → Stellenlogik
Konflikt
Yale/Chicago Fed/Humlum vs. Stanford/Revelio/Dallas Fed

PE4Expertiseaufbau und Erfahrungslernen (Novizen-Experten-Pfad, Mentoring)

Personalentwicklung
Definition
Der Aufbau unassistierter Urteils- und Prüffähigkeit durch Übung an Primärmaterial, Fehlersuche und Begründung, der Novizen zu Experten macht.
Leitfrage
Welche Fertigkeiten dürfen verfallen, welche müssen durch geplante Übung (Mischarbeit, Rotation, Simulation, „slow assignments“) erhalten bleiben, und lernen Junioren noch vom Senior oder nur vom KI-Output?
Instrumente
Deliberate Practice, Mentoring/Reverse Mentoring, Rotation Ausführen/Prüfen, KI-freie Prüfgates, Nutzungsmuster-Diagnostik
Quellmodell
Instrumente on/into/along the job; Morris et al. Risiko De-skilling; Parasuraman skill degradation; Raisch & Krakowski Fähigkeitserosion; Beane (Challenge, Complexity, Connection)
Ebene
I, T

Befund bis Oktober 2026

Veränderung
AUG assistiert: Novizen +34 % (QJE, A), Juniors +27 bis +39 % (Copilot, A), Azubis +26 bis +44 Pp (A). Unassistiert: nach drei Monaten Patenttool +0,32 SD, getragen von Seniors (+0,45 SD), Juniors bifurkieren (Autor et al., n = 133, A); Shen & Tamkin −17 % Verständnis (A Preprint); Codeforces: KI-freie Prüfgates trennen Substitutions- von Komplementnutzung (A/B); Endoskopie: Adenomdetektion −6,0 Pp nach KI-Exposition (Lancet, A beobachtend). DEL: keine Lernevidenz. AUT: nur Prüfmuster (Bainbridge, Casner, Raisch & Krakowski).
Mechanismus
Kompetenzebene: Expertise entsteht durch Fehlersuche, Begründung und Prüfung an Primärmaterial; genau diese Schritte werden bei Volldelegation übersprungen. Seniors haben das Prüfschema und werden durch KI schärfer; Juniors ohne Schema prüfen oberflächlich. Gefahr ist die dauerhafte Substitution des Übens innerhalb der eigenen Könnensgrenze.
Widersprüche
„Novizen gewinnen am meisten“ vs. „Juniors lernen weniger“ löst sich auf: Produktivität mit KI vs. Kompetenz ohne KI. Offloading-Evidenz ist „young, small, and mostly correlational“ (Margondai et al., D); Kosmyna et al. (EEG, n = 54) nicht peer-reviewt. Keine Stufe-A-Längsschnittstudie > 6 Monate; Autor et al. messen drei Monate.
Evidenz
Augmentation A, jung (2026), kurze Zeiträume; Delegation/Automatisierung keine Lernevidenz, nur Prüfmuster (A physisch, A medizinisch-beobachtend). Größte Veränderungsdynamik; Augmentation und Automatisierung wirken gegenläufig.

Einfluss je Modus

Augmentation A, jung, kurz
Richtung
↑ assistiert (Novizen +34 %); ◇ unassistiert (Seniors ↑, Juniors bifurkiert)
Mechanismus
Kompetenz (Übung an Primärmaterial)
Konflikt
Novizen gewinnen vs. Juniors lernen weniger (aufgelöst)
Delegation ∅
Richtung
∅; Extrapolation: lernärmstes Muster
Mechanismus
Kompetenz
Automatisierung A (beobachtend, Medizin); A (Pr)
Richtung
↓ Kompetenz für den unassistierten Fall (−6 Pp Endoskopie)
Mechanismus
Kompetenz (Skill Degradation)
Konflikt
Verwaltung ∅

PE5Führungskräfteentwicklung (Fähigkeit: Spezifikation, Supervision, Ausnahmebehandlung, Bewertung)

Personalentwicklung
Definition
Die individuellen Fähigkeiten von Führungskräften, Aufgaben zu spezifizieren, Delegationsgrenzen zu setzen, Output zu auditieren, Ausnahmen zu behandeln und KI-gestützte Leistung fair zu bewerten.
Leitfrage
Können Führungskräfte „Logik-Audits“ durchführen, Nutzungsmuster im Team gestalten, über Bewertungshorizonte entscheiden und erkennen sie den eigenen Bewerter-Bias gegen KI-Nutzer?
Instrumente
Führungskräfteprogramme zu Delegation/Supervision, Reverse Mentoring (Kompetenzgefälle gegen die Hierarchie), Coaching (menschlich; KI-Coaching nicht belegt)
Quellmodell
Becker Bildung/Förderung; Anthropic 4D; Art. 14 Abs. 4 Fähigkeiten der überwachenden Person
Ebene
F

Befund bis Oktober 2026

Veränderung
AUG: Nicht-nutzende Manager bevorzugen Bewerber ohne KI-Nutzung (Reif, A); Seniors verbessern durch KI-Supervision unassistierte Prüfkompetenz +0,45 SD (A); KI-Coaching-RCT (n = 114): menschliches Coaching d = 0,63/0,75 vs. Warteliste, Chatbot ohne Effekt, Abbruch ca. zehnfach (de Haan et al., A, Interessenkonflikt). DEL: Erwartungen (42 % Multi-Agenten bauen, C); Hernstein: 25 % halten KI-Entscheidungen für „immer richtig“ (C); keine Programmevaluation gefunden. AUT: Supervisoren reduzieren bei später Eskalation messbar Anstrengung (Alibaba, A Preprint).
Mechanismus
Entscheidungsebene (Bewertungshorizont, Delegationsregeln, Freigaben) und Kompetenzebene (Logik-Audit als trainierbare Routine). Ableitbare Kompetenzen, alle aus Assistenz extrapoliert: Prüfschema (Autor), Gestaltung von Nutzungsmustern (Shen/Tamkin), Bewertungshorizont (Caosun/Aral), Normierung offener Nutzung (Reif). Discernment ist erfahrungsabhängig, nicht primär per Kurs vermittelbar.
Widersprüche
83 % der Führungskräfte sagen, KI erlaube Juniors früher komplexere Arbeit (WTI, C) vs. Junior-Nichtnachbesetzung (A). Frühere KI-Coaching-Studien (Terblanche 2022, Studierende, Prä-LLM) zeigten Effekte, wurden mit Führungskräften nicht repliziert.
Evidenz
Augmentation A punktuell (Bias, Logik-Audit, Coaching-Null), sonst C; Delegation C (Absichten); Automatisierung A (Preprint, ein Setting). Für Delegation eine der dünnsten.

Einfluss je Modus

Augmentation A punktuell
Richtung
↑ Seniors +0,45 SD; ↓ Bewertung durch Nicht-Nutzer; KI-Coaching ↔
Mechanismus
Kompetenz (Logik-Audit), Entscheidung (Bias)
Konflikt
83 % erwarten frühere Komplexität vs. Juniorabbau
Delegation C
Richtung
◇ Absichten; Kompetenzgefälle
Mechanismus
Entscheidung (Delegationsregeln)
Konflikt
∅ Programmevaluation
Automatisierung A (Preprint)
Richtung
↓ Anstrengung bei später Eskalation
Mechanismus
Kompetenz (Vigilanz)
Konflikt
Learned Helplessness interpretativ

PE6Leistungsbeurteilung und Feedback (als Lern- und Entwicklungsinstrument)

Personalentwicklung
Definition
Die Beurteilung individueller Leistung und das Feedback dazu unter der Bedingung, dass Output KI- oder agentenvermittelt ist und Selbst- wie Fremdeinschätzung verzerrt sind.
Leitfrage
Misst die Beurteilung verdeckte Mensch-KI-Leistung als Einzelleistung, wird der Ausnahmebehandler an erkannten Fehlern oder an Durchsatz gemessen, und haftet er für Agentenoutput, den er nicht beeinflussen kann?
Instrumente
Beurteilungskriterien für Spezifikations- und Prüfqualität, Kennzeichnungsregeln, Kalibrierungsfeedback, Verbot der Leistungskontrolle über Bot-Daten
Quellmodell
Funktionszyklus Phase 5 Erfolgskontrolle; Cummings & Worley Performance Management
Ebene
I, F

Befund bis Oktober 2026

Veränderung
AUG: Kompetenzmalus bei offengelegter Nutzung erzeugt ein Beurteilungsparadox (Reif, A); KI-Nutzer bei P&G unterschätzen sich um 9,2 Punkte (A); Kompression nimmt Differenzierungskriterien die Trennschärfe (A); Fairness algorithmischer Bewertung kontingent (Cha, A); KI-Manager kürzte Löhne um 40 % ohne Fairnessverlust (Dong et al., A/B Labor); 72 % vermuten KI-generierte Reviews (C/D). DEL/AUT: keine einzige Quelle zu Beurteilung oder Credit Assignment bei agentenvermitteltem Output; Prüfmuster „moral crumple zones“ (Elish), Rubber-Stamp (Green, D).
Mechanismus
Entscheidungsebene (Attribution von Leistung) und Koordinationsebene (Kennzeichnung). Plausibel verschiebt sich Beurteilung bei Delegation von Output auf Spezifikations- und Prüfqualität (Eingriffsquote, erkannte Fehler), was neue Metriken verlangt und mit dem BV-Verbot der Leistungskontrolle über Systemdaten kollidiert. Das ist Inferenz.
Widersprüche
Fairnesswahrnehmung algorithmischer Bewertung ist kontingent, nicht generell positiv oder negativ. Keine Feldstudie dazu, wie Beurteiler mit ungleich KI-gestütztem Output umgehen; keine Studie zu KI-geschriebenen Selbstbeurteilungen.
Evidenz
Augmentation A (Experimente), C (Diffusion), keine Feldstudie; Delegation/Automatisierung keine Quelle. Eine der drei dünnsten Dimensionen.

Einfluss je Modus

Augmentation A (Experimente), keine Feldstudie
Richtung
↓ Offenlegung; ↓ Selbstkalibrierung (−9,2 Pp); ◇ Kompression
Mechanismus
Entscheidung (Attribution)
Konflikt
Fairness kontingent
Delegation ∅
Richtung
∅
Mechanismus
Entscheidung
Konflikt
Output vs. Prüfqualität als Maß (Inferenz)
Automatisierung D/(Pr)
Richtung
∅; „moral crumple zone“
Mechanismus
Entscheidung (Ausnahmebehandler-Maß)
Konflikt
BV-Verbot Leistungskontrolle vs. Aufsichtsmetrik

PE7Transfersicherung und Lernkultur

Personalentwicklung
Definition
Die Bedingungen, unter denen Gelerntes in die Arbeit übergeht und Peer-Lernen stattfindet, einschließlich Offenheit über Nutzung und Fehler.
Leitfrage
Verhindert Verheimlichung Peer-Lernen, trennen KI-freie Prüfgates Komplement- von Substitutnutzung, und korreliert hohe Eigenaktivität plus KI mit Lernen?
Instrumente
Peer-Learning-Formate, Lerngemeinschaften, Transferaufgaben mit und ohne KI, Lernzeitbudgets
Quellmodell
Funktionszyklus Phase 6; Instrumente near the job (Lernstatt, Qualitätszirkel)
Ebene
I, T

Befund bis Oktober 2026

Veränderung
AUG: Verheimlichung (48–52 %, C) verhindert Peer-Lernen; hohe Eigenaktivität plus KI korreliert mit Lernen (Cruces, A); KI-freie Prüfgates trennen Nutzungstypen (Yao, A/B); Vertrauen in eigene Expertise erhöht Prüfsorgfalt (Lee, A korrelativ). DE: Arbeitgeber sehen „geringes Interesse“ (B/C), 36,4 % der Beschäftigten würden gern nutzen, dürfen/können nicht (BAuA, B); 46 % der Nicht-Nutzer wollen weiterarbeiten wie bisher (Gallup, B). DEL: keine Evidenz. AUT: Mitbestimmung verschiebt bei Robotern Verwendung von Abbau zu Weiterbildung (ZEW, A physisch).
Mechanismus
Koordinationsebene (Normen, Offenheit) und Kompetenzebene (unassistierte Assessments als Transfersicherung). Guardrails schützen Lernen und senken zugleich Komfort und Adoption; die Lernkultur entscheidet, ob das akzeptiert wird.
Widersprüche
„Geringes Interesse“ (Arbeitgebersicht) vs. „dürfen/können nicht“ (36,4 %, Beschäftigtensicht). Keine Stufe-A-Studie zu „Learning in the Flow of Work“ im Betrieb.
Evidenz
Augmentation A/B, überwiegend Bildung und Korrelation; Delegation keine; Automatisierung A nur als physisches Mitbestimmungsmuster.

Einfluss je Modus

Augmentation A/B
Richtung
↓ Peer-Lernen bei Verheimlichung; ↑ bei Eigenaktivität
Mechanismus
Koordination (Offenheit), Kompetenz (Prüfgates)
Konflikt
„geringes Interesse“ vs. „dürfen nicht“ (36 %)
Delegation ∅
Richtung
∅
Automatisierung A (Pr, physisch)
Richtung
↑ Weiterbildung in mitbestimmten Betrieben (Roboter)
Mechanismus
Koordination (Mitbestimmung, Kapazitätsverwendung)
Konflikt
Schutzeffekt verschwindet bei Arbeitskräfteknappheit

PE8Rolle und Organisation der L&D-/PE-Funktion

Personalentwicklung
Definition
Mandat, Rolle und Arbeitsweise der L&D-Funktion zwischen Compliance-Schulung (Art. 4), Enablement im Arbeitsfluss, Normsetzung für Nutzungsmuster und Aufsichtsqualifizierung.
Leitfrage
Schult L&D Bedienung oder Prüfung, hinkt das Angebot der Nutzung hinterher, und dient Training dem Kompetenzaufbau oder der Vorbereitung von Automatisierung?
Instrumente
L&D-Mandat und -Rollen, Performance-/Enablement-Modell, Aufsichtsqualifizierung nach Art. 26 Abs. 2, Zusammenarbeit mit Linie und OE
Quellmodell
Becker (PE als Funktion); Cummings & Worley HR Interventions; Funktionszyklus als Steuerungsmodell
Ebene
O

Befund bis Oktober 2026

Veränderung
AUG: Schulung hinkt Nutzung hinterher (IAB: 25 % Betriebsadoption, 31 % Beschäftigtennutzung, 27 % Schulungsangebot, B); Art. 4 KI-VO verlangt Maßnahmen zur KI-Kompetenz, kein Zertifikat, Dokumentation empfohlen (Kommissions-Q&A, Primär); L&D nutzte KI 2023 selbst erst zu 5 % (CIPD, B/C); 47 % der US-HR-Manager trainieren mit Automatisierungsziel (C); Deloitte: 27 % halten Change Management für wirksam (C). DEL/AUT: Art. 26 Abs. 2 KI-VO macht Aufsichtsqualifizierung ab 2.12.2027 zur Pflichtaufgabe; keine Studie zum Rollenwandel der L&D-Funktion mit gemessenen Effekten.
Mechanismus
Koordinationsebene: L&D als Normsetzer für Nutzungsmuster und als Träger der Art.-4-/Art.-26-Dokumentation; Risiko ist Compliance-Training (Pflichtmodul) ohne Kompetenzeffekt, weil Art. 4 Dokumentationspflicht, aber keine Qualitätsnorm schafft.
Widersprüche
„Adaptation into daily work“ (Deloitte) vs. Pflichtschulungen (Art. 4); Bitkom „70 % schulen“ (2026) vs. IAB „27 %“ (2025), nur bedingt vergleichbar. Keine unabhängigen Daten zum KI-Einsatz in L&D-Funktionen 2025/26.
Evidenz
C/D durchgängig; B nur für Angebotsquoten. Eine der drei dünnsten Dimensionen.

Einfluss je Modus

Augmentation B/C
Richtung
↑ Compliance-Rolle; Angebot hinkt (27 %)
Mechanismus
Koordination (Normsetzung, Art. 4)
Konflikt
Pflichtmodul vs. „adaptation into daily work“
Delegation Norm
Richtung
↑ Normpflicht ab 12/2027
Mechanismus
Koordination (Aufsichtsqualifizierung)
Konflikt
∅ Rollenwandel-Evidenz
Automatisierung C
Richtung
◇ Training als Automatisierungsvorbereitung
Konflikt
Vertrauensrisiko
Grenzfälle der OE/PE-Zuordnung

Psychologische Sicherheit

OE-Seite
Teamnorm, Klima (OE5)
PE-Seite
Führungsverhalten als Lernergebnis (PE5)
Behandlung
OE5 führt den Befund (Reif et al.; Verheimlichung); PE5 nur die Bewerter-Kompetenz

Leistungsbeurteilung und Metriken

OE-Seite
Steuerungslogik, Zielsysteme, Anreize (OE7)
PE-Seite
Feedback als Entwicklungsinstrument (PE6)
Behandlung
Dasselbe Instrument trifft beide Objekte; OE7 führt Metriken und Anreizhorizont, PE6 Beurteilung der Person und Attribution

Skills-Taxonomien

OE-Seite
Rollenarchitektur, Stellenlogik (OE2)
PE-Seite
Bedarfsanalyse (PE1)
Behandlung
PE1 führt Skills-Inferenz; OE2 nur die Verschiebung von Stellen- zu Aufgabenlogik

Delegationsregeln und Verantwortungsarchitektur für Agenten

OE-Seite
Arbeitsteilungsregel, Rechtekonzept (OE2/OE3/OE4)
PE-Seite
erforderliche Beurteilungs- und Aufsichtskompetenz (PE5, PE1)
Behandlung
Art. 14 Abs. 3 KI-VO verlangt beides (Maßnahmen vom Anbieter/Betreiber und Fähigkeiten der Person); OE führt die Regel, PE die Fähigkeit

Communities of Practice, Prompt-/Use-Case-Bibliotheken

OE-Seite
Wissensstruktur und -flüsse (OE8)
PE-Seite
Lernformat (PE2/PE7)
Behandlung
OE8 führt die Struktur, PE7 den Lerneffekt

Onboarding / into the job

OE-Seite
Rolleneinbindung (OE2)
PE-Seite
Lernen (PE3/PE4)
Behandlung
PE3 führt die Einstiegsfrage

PE8 Organisation der L&D-Funktion

OE-Seite
Nach der Grenzregel streng genommen OE (Struktur einer Funktion)
PE-Seite
Vom Prompt als PE-Dimension gesetzt
Behandlung
Als Konvention des Prompts geführt

Ausnahmebehandler-Rolle bei Automatisierung

OE-Seite
Rollen- und Prozessdesign, Zeitbudget, Rotation (OE2/OE3)
PE-Seite
Vigilanz, Prüfkompetenz, Skill Degradation (PE4)
Behandlung
Parasuraman & Manzey (klassische Automation, Prüfmuster): Automation Bias ist durch Training allein nicht verhinderbar, daher führt OE das Design; PE4 den Kompetenzerhalt
04

Trends und Gegentrends nach Reifegrad

Ein Trend zählt nur mit zwei unabhängigen Quellen unterschiedlichen Typs, sonst bleibt er Signal. Die Spalten ordnen nach Reifegrad; eine Karte öffnet Evidenz, Folgen für Führung und Teams und den Gegentrend.

Bereich Modus
Signal
F6
Delegation, Automatisierung C, A-nah

Agent Operations und Orchestrierungsrollen als neue Funktion (Signal, kein Trend)

OE2, OE3, OE4, PE5

F10
Augmentation C/D; A (Lauf 1 Bewerter-Bias)

Leistungsbeurteilung und Feedback mit KI (Signal in DACH, Trend in den USA)

PE6, OE7, OE5, PE5

Aufkommend
A3
Delegation und Automatisierung C; Primär (Regulierung, Urteil); A (Lauf 1)

Delegationsdesign und Verantwortung ohne Ausführung

OE2, OE4, OE7, PE5, PE6

A8
Augmentation; für agentenvermittelten Output keine Workslop-Daten A (Lauf 1), C

Vertrauens- und Qualitätsnormen (Workslop, Offenlegung, Kennzeichnung)

OE5, OE6, OE7, PE6, PE1

A10
alle drei A (Copilot-Experiment), B, C

Rückkehr sozio-technischer Gestaltung unter neuem Namen

OE3, OE1, OE5, OE4, PE8

F2
ausschließlich Augmentation A (RCTs), C

Lernen im Arbeitsfluss mit KI-Tutoren und KI-Coaches

PE2, PE4, PE5, PE7, PE8

F4
Delegation und Automatisierung (Voraussetzung), Augmentation (Qualität) C (drei Quellentypen), D, A (Lauf 1 RAG)

Renaissance des Wissensmanagements („Context Engineering“)

OE8, OE3, OE2, PE1

F8
Augmentation C

KI in der OE-/Change-Methodik selbst

OE5, OE8, PE8, OE7

Verbreitet
A1
Augmentation; Automatisierung nur bei Einstiegsaufgaben A-nah, B, C

Aufgaben- statt Stellenlogik

OE3, OE2, PE1, PE3

A2
Delegation; Automatisierung nur im Kundenservice belegt C; A-nah nur Coding-Agenten

Agentisierung von Prozessen

OE2, OE3, OE4, OE7, PE5

A4
Augmentation (Zeitgewinn bei Reporting und Status-Aggregation) B, C/B-nah, D

Verflachung von Hierarchien

OE4, OE2, OE6, PE5, PE3

A5
Augmentation (Einstiegsaufgaben assistiert) und Automatisierung (Einstiegsaufgaben fallen weg) A-nah, B, C

Erosion des Einstiegslevels und Apprenticeship-Redesign

PE3, PE4, OE3, OE8

A7
Augmentation; Automatisierungsankündigungen wirken als Angsttreiber auch auf Nicht-Betroffene B (Panel), C

Arbeitsverdichtung, KI-Angst und Wohlbefinden

OE5, OE4, OE7, PE7, PE2

A9
Automatisierung (Kundenservice einziges Feld mit belegtem Trägerwechsel); IKEA als Augmentationsentscheidung D (Fälle), B/C (Absicht), A (Lauf 1)

Augmentation oder Automatisierung als Kulturentscheidung (Umgang mit freigesetzter Kapazität)

OE1, OE3, OE5, OE7, PE3

A11
alle B, C, D

KI-Attribution als Kommunikationsstrategie

OE1, OE5, OE7

F1
Augmentation der PE-Funktion A-nah, C

Skills-based Organization und KI-inferierte Kompetenztaxonomien

PE1, OE2, OE7, PE3

F3
Augmentation der Funktion; Automatisierung der Content-Produktion B/C

L&D unter Budgetdruck und Umbau zur Enablement-Rolle

PE8, PE2, OE7, OE1

F5
alle; Agentenregeln fehlen B (IAB, Weizenbaum), C

Professionalisierung der Governance (Art. 4, Richtlinien, Betriebsvereinbarungen, Rollen, Normen)

OE2, OE4, OE5, PE1, PE8

F7
Automatisierung (deterministisch + probabilistisch), Delegation C, D

Konvergenz von Prozessautomatisierung und agentischer KI („Hyperautomation“, „agentic automation“)

OE3, OE2, OE8, OE7

F11
Augmentation (Lehre), Delegation (Lernziel ohne Evidenz) D; A (Protokoll)

Führungskräfteentwicklung zu KI (Business Schools, Corporate Academies)

PE5, OE4, PE2

Mainstream
A6
Augmentation; für Delegation und Automatisierung keine unabhängige Wirkungsmessung A (Lauf 1), B, C

Produktivitätsskepsis und Werterealisierung statt Nutzungsquote

OE7, OE1, OE3, PE8

F9
Augmentation; für Agenten keine Evidenz A-nah (Mechanismus), B (Lauf 1), D (Design)

Multiplikatoren-, Champion- und Community-of-Practice-Modelle als dominantes Adoptionsdesign

OE4, OE5, OE8, PE7, PE4

A1Aufgaben- statt Stellenlogik

verbreitet Augmentation; Automatisierung nur bei Einstiegsaufgaben A-nah, B, C
Beschreibung
Die Analyseeinheit verschiebt sich in Forschung, internationalen Organisationen und Beratungen von der Stelle zur Aufgabe, weil KI Berufe aufgabenweise durchdringt. Als organisationale Praxis (Job Redesign) hinkt sie der Analyse hinterher.
Evidenz
Anthropic Economic Index (2.2025, C): ca. 36 % der Berufe mit KI-Nutzung in mind. 25 % der Aufgaben, bis Jan. 2026 ca. 49 %. WEF FoJ 2025 (B): 47 % rein menschlich, 22 % Technologie, 30 % Kombination; 39 % der Skills bis 2030 „disrupted“. BCG 6.2026 (n = 11.749, C): 72 % sagen, KI habe Kompetenzerwartungen erheblich verändert. OECD 6.2026 (B): keine breite Verdrängung.
Dimensionen
OE3 Prozesse und Arbeitsorganisation: Aufgabenzuschnitt, Arbeitsteilung Mensch–System, Automatisierungsgrad, OE2 Struktur, Rollen, Entscheidungsrechte, PE1 Bedarfsanalyse und Kompetenzmodelle (inkl. Skills-Taxonomien, KI-Kompetenz), PE3 Förderung: Laufbahn, Nachfolge, Potenzialerkennung
Für Führung und Teams
Budget, Vertrag und Mitbestimmung bleiben an der Stelle, die Steuerung wandert zur Aufgabe; Führungskräfte müssen explizit entscheiden, was mit freigesetzter Zeit geschieht, sonst wird sie Verdichtung (Trend A7).
Gegentrend
Persistenz der Stelle als Rechts-, Tarif- und Mitbestimmungseinheit (BV Hymer regelt „Systeme“ und „Personalentscheidungen“, D); McKinsey plädiert 7.2026 für Wiederaufbau ganzer Einstiegsrollen (C). Keine Stufe-A-Studie verbindet Job Redesign kausal mit KI.

A2Agentisierung von Prozessen

verbreitet Delegation; Automatisierung nur im Kundenservice belegt C; A-nah nur Coding-Agenten
Beschreibung
Agentennutzung ist in Befragungen binnen eines Jahres um 13 bis 17 Punkte gestiegen, in Deutschland aber bei 11 % der KI-affinen Unternehmen. Der Trend ist verbreitet als Investition und Pilot, aufkommend als Produktion mit Entscheidungsautonomie.
Evidenz
Bitkom 9.2026 (n = 603, C): 11 % Agenten im Einsatz, 29 % planen. McKinsey State of AI 2026 (n = 1.719, C): Großunternehmen mit skalierenden Agenten 27 → 40 %. BCG 6.2026 (C): Agenten in Workflows 13 → 30 %, 52 % mit begrenztem Verständnis. Gartner 9.2025 (C): 15 % erwägen vollautonome Agenten. Microsoft-Rollout (arXiv 2607.01418, A-nah): +24,0 % Merged PRs je Engineer und Tag.
Dimensionen
OE2 Struktur, Rollen, Entscheidungsrechte, OE3 Prozesse und Arbeitsorganisation: Aufgabenzuschnitt, Arbeitsteilung Mensch–System, Automatisierungsgrad, OE4 Führung als Systemfaktor: Spannen, Steuerungslogik, Rollenvorbild, Delegationsregeln, OE7 Steuerung, Anreize, Metriken, PE5 Führungskräfteentwicklung (Fähigkeit: Spezifikation, Supervision, Ausnahmebehandlung, Bewertung)
Für Führung und Teams
61 % der BCG-Befragten erwarten, dass Agenten binnen drei Jahren mindestens die Hälfte ihres Jobs übernehmen könnten (Manager 65 %), während 52 % nur begrenzt verstehen, was Agenten sind; der Erwartungs-Kompetenz-Abstand ist das Führungsproblem, nicht die Technik.
Gegentrend
Gartner prognostiziert über 40 % Abbruch agentischer Projekte bis Ende 2027 („agent washing“, C); Hype Cycle 2026 am „Peak of Inflated Expectations“ (17 % deployed); Inferenzkosten erstmals quantifizierter Stillstandsgrund (20 % der McKinsey-Befragten; KPMG Q3 2026).

A3Delegationsdesign und Verantwortung ohne Ausführung

aufkommend Delegation und Automatisierung C; Primär (Regulierung, Urteil); A (Lauf 1)
Beschreibung
Die Verantwortungsfrage bei agentischem Output ist 2026 von einer Governance-Rhetorik zu einem messbaren Defizit geworden. Regulierung (Art. 14 KI-VO, EU Quality Jobs Act) und Rechtsprechung verstärken den Druck, ohne dass Organisationen die Zurechnung geklärt hätten.
Evidenz
IBM/Censuswide 10.2026 (n = 3.221, C): 80 % hatten einen KI-Vorfall auf Vorstandsebene, nur 40 % passten Governance an; „no consensus“ über Verantwortung bei Agentenschäden (CIO/CTO 17 %). EU Quality Jobs Roadmap 12.2025 (D-Kanzleibeitrag). ILO 6.2026 (B): „transparency, accountability and human oversight“. OLG Hamm 12.5.2026 (nicht rechtskräftig).
Dimensionen
OE2 Struktur, Rollen, Entscheidungsrechte, OE4 Führung als Systemfaktor: Spannen, Steuerungslogik, Rollenvorbild, Delegationsregeln, OE7 Steuerung, Anreize, Metriken, PE5 Führungskräfteentwicklung (Fähigkeit: Spezifikation, Supervision, Ausnahmebehandlung, Bewertung), PE6 Leistungsbeurteilung und Feedback (als Lern- und Entwicklungsinstrument)
Für Führung und Teams
Die Frage „wer haftet“ wird 2026 faktisch bottom-up beantwortet (CIO/CTO), nicht durch die Linie; Verantwortungsarchitektur muss vor dem Rollout verhandelt werden, in DACH einschließlich § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG bei Agenten auf Beschäftigtendaten.
Gegentrend
Normalisierung des Governance-Rückstands (IBM: 56 % „proceed within agreed risk limits“); Erwartung der Haftungsverlagerung auf Anbieter, die sich vertraglich nicht trägt; „Rubber-Stamp“-Risiko. Keine Stufe-A-Evidenz, dass Delegationsregeln Vorfälle messbar reduzieren.

A4Verflachung von Hierarchien

verbreitet Augmentation (Zeitgewinn bei Reporting und Status-Aggregation) B, C/B-nah, D
Beschreibung
Gemessene Führungsspannen steigen, und Großunternehmen bauen Ebenen ab, aber keine Quelle weist die Verflachung kausal KI zu. Der Trend ist verbreitet als Strukturpolitik und nur ein Signal als KI-Effekt.
Evidenz
Gallup (B): Direct Reports pro Manager 10,9 (2024) → 12,1 (2025), Median 5–6. Gusto 7.2025 (8.500 Kleinunternehmen, C/B-nah): ICs pro Manager 3,15 (2019) → 5,76 (9.2024), Treiber Lohnkosten und Zinsen. Ankündigungen (D): Amazon ca. 14.000, Uber ca. 3.300, Microsoft ca. 9.000. NBER/Duke CFO Survey 3.2026 (n = 750, B/A-nah): 44 % planen KI-bezogene Kürzungen, ca. 502.000 Stellen vs. 55.000 realisiert 2025.
Dimensionen
OE4 Führung als Systemfaktor: Spannen, Steuerungslogik, Rollenvorbild, Delegationsregeln, OE2 Struktur, Rollen, Entscheidungsrechte, OE6 Zusammenarbeit und Teamdesign (Gestaltungsanteil), PE5 Führungskräfteentwicklung (Fähigkeit: Spezifikation, Supervision, Ausnahmebehandlung, Bewertung), PE3 Förderung: Laufbahn, Nachfolge, Potenzialerkennung
Für Führung und Teams
Größere Spannen bei gleichzeitiger Erwartung, Agenten zu supervidieren und Teams durch Unsicherheit zu führen; der Mittelmanager wird reduziert und als Vertrauensanker gebraucht (Trend A7).
Gegentrend
Unternehmen dementieren die KI-Attribution (Uber, Ingka); Oxford Economics: „dress up layoffs as a good news story“; Gallup 9.2026 (B): Managementqualität senkt Verdrängungsangst messbar; Gartner-Prognose (20 % eliminieren über die Hälfte des Mittelmanagements bis 2026) läuft ohne Nachprüfung aus. DACH-Daten zu Führungsspannen fehlen.

A5Erosion des Einstiegslevels und Apprenticeship-Redesign

verbreitet Augmentation (Einstiegsaufgaben assistiert) und Automatisierung (Einstiegsaufgaben fallen weg) A-nah, B, C
Beschreibung
Der Einstiegseffekt hat sich 2026 verschärft, und parallel ist ein Gegen-Narrativ entstanden, das Einstiegsrollen bewusst wiederaufbaut. Der Trend ist verbreitet, der Gegentrend aufkommend und überwiegend Absichtsevidenz.
Evidenz
Stanford DEL „Canaries“ 8.2026 (ADP-Daten, A-nah): Beschäftigung 22–25-Jähriger in exponierten Berufen 19 % unter Vergleichspfad; nur „automative“ Nutzung mit Rückgängen verbunden. OECD 6.2026 (B): +3 Punkte Arbeitslosigkeit 20–30-Jähriger in exponierten Rollen. Deutschland: Einstiegsstellen 7.2026 −46 % vs. 2019, Indeed: KI-Effekt nicht belegbar (C). Gegen-Narrativ: McKinsey „answer-key model“ (C); Strada 3.2026 (Absicht).
Dimensionen
PE3 Förderung: Laufbahn, Nachfolge, Potenzialerkennung, PE4 Expertiseaufbau und Erfahrungslernen (Novizen-Experten-Pfad, Mentoring), OE3 Prozesse und Arbeitsorganisation: Aufgabenzuschnitt, Arbeitsteilung Mensch–System, Automatisierungsgrad, OE8 Organisationale Lernfähigkeit und Wissensmanagement (Regeln, Rollen, Flüsse)
Für Führung und Teams
Das „answer-key model“ verlagert Lernarbeit auf die Führungskraft (Review der Differenz Mensch/KI), bei gleichzeitig wachsenden Spannen (Trend A4) ein Zielkonflikt, den keine Quelle adressiert.
Gegentrend
Wiederaufbau ist Interessenkonfliktindikator: Empfehlungen stammen von Beratung und Herstellern, deren Produkte den Effekt auslösen; keine Messung belegt, dass redesignte Einstiegsrollen unassistierte Expertise erzeugen. Junior-ICs adoptieren agentische Werkzeuge seltener (−13 %) als Senior-ICs (ca. +22 %, arXiv 2607.01418, A-nah).

A6Produktivitätsskepsis und Werterealisierung statt Nutzungsquote

Mainstream Augmentation; für Delegation und Automatisierung keine unabhängige Wirkungsmessung A (Lauf 1), B, C
Beschreibung
Die Entkopplung von Nutzung und Wert ist 2026 die am breitesten belegte Beobachtung über alle Quellentypen. Der Gegentrend ist die Verlagerung der Erfolgsmessung auf Workflow-Redesign und EBIT, bislang als Absicht, nicht als gemessener Umstieg.
Evidenz
McKinsey 2026 (C): 80 % berichten bessere individuelle Produktivität, 37 % irgendeinen EBIT-Effekt (unverändert), ca. 6 % High Performer mit ≥ 5 % EBIT. Bitkom 9.2026 (C): 0 % schöpfen Potenzial voll aus, 59 % „gar nicht“. NBER/Duke CFO Survey 3.2026 (B): CFOs überschätzen Produktivitätseffekt; Goldman Sachs: kein messbarer Makrozusammenhang. Gartner 3.2025: GenKI im „Trough of Disillusionment“. Registerdaten mit Nulleffekten (Lauf 1).
Dimensionen
OE7 Steuerung, Anreize, Metriken, OE1 Strategie und Zweck, OE3 Prozesse und Arbeitsorganisation: Aufgabenzuschnitt, Arbeitsteilung Mensch–System, Automatisierungsgrad, PE8 Rolle und Organisation der L&D-/PE-Funktion
Für Führung und Teams
CFO-Druck zu Kürzungen wächst vor nachweisbarer Werterealisierung (44 % CFO-Pläne bei fehlendem Makroeffekt); Führungskräfte stehen zwischen Nutzungs-KPIs und ausbleibender P&L-Wirkung.
Gegentrend
Verschiebung der Erfolgsmetrik zu Redesign und ROI (McKinsey „On the Road to ROI“; BCG-Redesign-Fokus verdoppelt); Risiko, dass die Korrektur als Headcount-Kürzung operationalisiert wird (NBER 44 %). Erklärungen des „value gap“ divergieren: Lernlücke, fehlendes Redesign, J-Kurve, Messproblem.

A7Arbeitsverdichtung, KI-Angst und Wohlbefinden

verbreitet Augmentation; Automatisierungsankündigungen wirken als Angsttreiber auch auf Nicht-Betroffene B (Panel), C
Beschreibung
Längsschnittdaten zeigen, dass Verdrängungsangst bei Vielnutzern höher ist als bei Wenignutzern und innerhalb der Person mit Engagementverlust, Burnout und Jobsuche einhergeht. Die wirksamste belegte Korrektur ist Managementqualität, nicht Tool-Training.
Evidenz
Gallup-Panel 9.2026 (vier Wellen, ca. 30.000 Beobachtungen, B): ca. 19 % halten Jobwegfall für wahrscheinlich; Vielnutzer „very high displacement fear“ 6,3 vs. 3,09 %; Within-Person: Engagement −0,20 SD, Burnout +0,18 SD, Jobsuche +4,1 Punkte; Wertschätzung senkt Assoziation um 6,8 bzw. 11,1 Punkte. BCG 6.2026 (C): 67 % zufriedener, 41 % höhere kognitive Last („joy paradox“). Slack 11.2024 (C): 76 % „urgency“, 61 % unter 5 h Lernzeit. DGB-Index 2025 ohne KI-Kennzahlen.
Dimensionen
OE5 Kultur, Normen, psychologische Sicherheit, OE4 Führung als Systemfaktor: Spannen, Steuerungslogik, Rollenvorbild, Delegationsregeln, OE7 Steuerung, Anreize, Metriken, PE7 Transfersicherung und Lernkultur, PE2 Qualifizierung und Lernformate (individuell und im Team)
Für Führung und Teams
Der Gallup-Titel fasst es: „AI does not reassure workers, managers do.“ Das widerspricht Verflachungsstrategien (Trend A4).
Gegentrend
Vier-Tage-Woche aus KI-Gewinnen ist ein schwaches Signal ohne Firmenevidenz (WEF 10.2025, D); reale Korrektur sind Zeitverwendungsregeln (A9) und Managementqualität. Kausalrichtung offen: Gallup zeigt, dass Vielnutzer ängstlicher sind, nicht, dass Nutzung Angst erzeugt.

A8Vertrauens- und Qualitätsnormen (Workslop, Offenlegung, Kennzeichnung)

aufkommend Augmentation; für agentenvermittelten Output keine Workslop-Daten A (Lauf 1), C
Beschreibung
Workslop ist seit September 2025 beziffert, die Offenlegungsnorm gespalten: Fast die Hälfte verheimlicht Nutzung, während die große Mehrheit KI-Output nur als Ausgangspunkt behandelt. Das Phänomen ist belegt, die Norm (Kennzeichnung, Qualitätsstandard) nur Empfehlung.
Evidenz
BetterUp/Stanford 9.2025 (n = 1.004, C): 40 % erhielten Workslop, Manager 54 %; Nachbearbeitung 1 h 51 min pro Fall; 53 % produzieren selbst Workslop. Slack 11.2024 (C): 48 % unwohl, Nutzung zu gestehen; Guidance +13 Punkte Adoption. Microsoft WTI 2026 (C): 86 % behandeln Output als „starting point“. Templafy (C): 95 % überarbeiten Output, fast 4 h/Woche. Bewertungsstrafe für offene Nutzer in vier präregistrierten Experimenten (Lauf 1).
Dimensionen
OE5 Kultur, Normen, psychologische Sicherheit, OE6 Zusammenarbeit und Teamdesign (Gestaltungsanteil), OE7 Steuerung, Anreize, Metriken, PE6 Leistungsbeurteilung und Feedback (als Lern- und Entwicklungsinstrument), PE1 Bedarfsanalyse und Kompetenzmodelle (inkl. Skills-Taxonomien, KI-Kompetenz)
Für Führung und Teams
Manager sind überproportional Workslop-Empfänger, und nicht nutzende Führungskräfte wirken als strafende Bewerter (Lauf 1); beides zusammen macht die Offenlegungsnorm zur Führungsaufgabe.
Gegentrend
Stigma und Verheimlichung sind der aktive Gegentrend zur Offenlegungsnorm; Kontrollverbote in Betriebsvereinbarungen (Hymer) und KI-freie Prüfgates sind erste Normierungen ohne Verbreitungsdaten. Keine Quelle zu formalen Kennzeichnungspflichten in der internen Kommunikation gefunden.

A9Augmentation oder Automatisierung als Kulturentscheidung (Umgang mit freigesetzter Kapazität)

verbreitet Automatisierung (Kundenservice einziges Feld mit belegtem Trägerwechsel); IKEA als Augmentationsentscheidung D (Fälle), B/C (Absicht), A (Lauf 1)
Beschreibung
Dokumentierte Fälle zeigen drei Muster (Abbau mit Rückbau, Abbau ohne Rückbau, Umschulung ohne KI-attribuierten Abbau); Verdichtung ist das Default-Muster. Der Trend ist verbreitet als Entscheidungsdruck, aufkommend als bewusste, kommunizierte Entscheidung.
Evidenz
Klarna (D): Headcount −22 % bis 12.2024 „mostly due to attrition“, 5.2025 Wiedereinstellung („too much focus on cost“), Ziel < 2.000 bis 2030; KI-Anteil unbelegt. Salesforce (D): Support 9.000 → ca. 5.000, Zufriedenheit „about the same“, Entlassungen bestritten. IKEA/Ingka (D): ca. 8.500 Call-Center-Beschäftigte umgeschult, Remote-Design-Umsatz 1,25 Mrd. €. Bitkom 9.2026 (C): 45 % erwarten leichten Rückgang. McKinsey: 32 % erwarteten Rückgang, 14 % berichten ihn. Weizenbaum (B): 82 % nutzen freie Zeit für Qualität, 40 % wollen ersetzen.
Dimensionen
OE1 Strategie und Zweck, OE3 Prozesse und Arbeitsorganisation: Aufgabenzuschnitt, Arbeitsteilung Mensch–System, Automatisierungsgrad, OE5 Kultur, Normen, psychologische Sicherheit, OE7 Steuerung, Anreize, Metriken, PE3 Förderung: Laufbahn, Nachfolge, Potenzialerkennung
Für Führung und Teams
Die Entscheidung über freigesetzte Kapazität wird in der Praxis nach dem Rollout oder gar nicht getroffen; die Fälle zeigen, dass sie öffentlich und reversibel ist und dass Qualität (Klarna) und Kundenzufriedenheit (IKEA, Salesforce) die faktischen Prüfkriterien sind.
Gegentrend
Rückbau der „AI-first“-Rhetorik binnen Monaten (Klarna 5.2025; Duolingo 8.2025); Bitkom-Paradox: KI-Nutzer sind optimistischer über Headcount als Nicht-Nutzer. Formale „No-layoffs-from-AI“-Verpflichtungen und Vereinbarungen mit Rationalisierungsschutz für LLM-Automatisierung wurden nicht gefunden.

A10Rückkehr sozio-technischer Gestaltung unter neuem Namen

aufkommend alle drei A (Copilot-Experiment), B, C
Beschreibung
Die Sprache der Joint Optimization kehrt in Politik, Herstellerdaten und Betriebsratspraxis zurück, aber als „human-centred“, nie als „soziotechnisch“. Die stärkste Evidenz, dass es mehr als Rhetorik ist, liefern ausgerechnet Herstellerdaten zur Erklärungskraft organisationaler Faktoren.
Evidenz
Microsoft WTI 2026 (C): organisationale Faktoren erklären 67 % des berichteten „AI impact“, individuelle 32 %; nur 26 % sehen Führung klar auf KI ausgerichtet, 45 % halten Fokus auf aktuelle Ziele für sicherer. BCG 2026 (C): Wirkung 55 % → 83 % mit Strategie und Tools. Copilot-Feldexperiment (arXiv 2504.11443, 56 Firmen, A): Wochennutzung bei identischer Lizenz 38 %, Spanne 9–75 %, Erklärung Training und Ermutigung. ILO 6.2026 (B). Hymer-BV (D).
Dimensionen
OE3 Prozesse und Arbeitsorganisation: Aufgabenzuschnitt, Arbeitsteilung Mensch–System, Automatisierungsgrad, OE1 Strategie und Zweck, OE5 Kultur, Normen, psychologische Sicherheit, OE4 Führung als Systemfaktor: Spannen, Steuerungslogik, Rollenvorbild, Delegationsregeln, PE8 Rolle und Organisation der L&D-/PE-Funktion
Für Führung und Teams
Die Rückkehr erfolgt top-down (ILO, EU) und bottom-up (Betriebsräte) zugleich, aber die Mitte (Linienführung) hat keine Sprache dafür: 26 % „leadership aligned“, 45 % Redesign-Vermeidung.
Gegentrend
Technik-first bleibt dominant (BCG „AI Is Reshaping Jobs Faster Than Companies Are Reshaping Work“; Agentic-Peak 2026); Arbeitgeberverbände gegen den Quality Jobs Act (vbw); der Sprachwechsel zu „human-centred“ verwässert Joint Optimization zu Akzeptanzmanagement. Kein Vergleichsfall Technik-first vs. sozio-technisch mit Ergebnismessung.

A11KI-Attribution als Kommunikationsstrategie

verbreitet alle B, C, D
Beschreibung
Unternehmen attribuieren Strukturmaßnahmen wahlweise an KI (Salesforce, Klarna 2024, Amazon) oder weg von KI (Uber, Ingka, Duolingo nach Backlash), und unabhängige Beobachter halten beide Attributionen für überzeichnet. Das macht Ankündigungsdaten als Evidenzquelle systematisch unzuverlässig.
Evidenz
Challenger, Gray & Christmas (USA, C, Selbstattribution): KI-attribuierte Stellenstreichungen 5.2026 38.579, knapp 40 % aller Ankündigungen (1.2026: 7 %); Jan.–Mai 2026 87.714 vs. 54.836 im Gesamtjahr 2025. NBER/CFO: 502.000 geplante vs. 55.000 realisierte KI-Stellen. Bitkom: „KI kein Thema“ 41 → 4 % in zwei Jahren bei 11 % Agentennutzung.
Dimensionen
OE1 Strategie und Zweck, OE5 Kultur, Normen, psychologische Sicherheit, OE7 Steuerung, Anreize, Metriken
Für Führung und Teams
Beschäftigte reagieren auf die Erzählung (Gallup: 23 vs. 18 % Angst), unabhängig vom gemessenen Effekt; Kommunikation der Kapazitätsverwendung muss von der Attributionsfrage getrennt werden.
Gegentrend
Unabhängige Prüfung der Attribution (Oxford Economics, Goldman, NBER-Autoren); Reuezahlen (Forrester 2026: 55 % der Arbeitgeber mit KI-begründetem Abbau bereuen ihn, Methode nicht angegeben, C/D).

F1Skills-based Organization und KI-inferierte Kompetenztaxonomien

verbreitet Augmentation der PE-Funktion A-nah, C
Beschreibung
Skills-Taxonomien sind beratungs- und herstellerseitig Mainstream; die einzige unabhängige Ergebnisstudie zeigt, dass Ankündigung und Praxis weit auseinanderfallen. Für KI-inferierte Skills-Profile gibt es bis Oktober 2026 keine unabhängige Wirkungsmessung.
Evidenz
Burning Glass Institute/HBS 2.2024 (A-nah): 37 % strichen Abschlussanforderungen, ca. 45 % davon „in name only“, Skills-based Hiring erklärte „not even 1 in 700 hires“; Leaders +10 Punkte Bindung. Bersin 7.2023 (C/D): „sober reality“. Mercer GTT 2025 (C): 75 % fokussieren Work Redesign, 38 % nutzen GenKI regelmäßig. DGFP 9/2025 (D): Skills-Inferenz hängt an Datenqualität, Betriebsratszustimmung möglich.
Dimensionen
PE1 Bedarfsanalyse und Kompetenzmodelle (inkl. Skills-Taxonomien, KI-Kompetenz), OE2 Struktur, Rollen, Entscheidungsrechte, OE7 Steuerung, Anreize, Metriken, PE3 Förderung: Laufbahn, Nachfolge, Potenzialerkennung
Für Führung und Teams
Rollenbeschreibungen werden in Aufgaben- und Skills-Listen zerlegt; Führungskräfte müssen Besetzungs- und Entwicklungsentscheidungen gegen Inferenzdaten begründen, die sie nicht erzeugt haben.
Gegentrend
Rückkehr zur Rollen- und Erfahrungslogik, weil Taxonomien ohne Redesign der Entscheidungsprozesse wirkungslos bleiben; in DACH Mitbestimmungsschwelle bei Inferenz aus Beschäftigtendaten (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG). KI senkt die Kosten der Taxonomiepflege (PE1), nicht des Entscheidungsredesigns (OE2).

F2Lernen im Arbeitsfluss mit KI-Tutoren und KI-Coaches

aufkommend ausschließlich Augmentation A (RCTs), C
Beschreibung
Das Narrativ ist Mainstream, die Live-Adoption liegt unter 10 %, und die RCTs zeigen keinen oder nur einen Effekt gegen Nichtstun. Der reale KI-Einsatz der L&D-Funktion liegt bei Content-Erzeugung, nicht beim Lernen der Beschäftigten.
Evidenz
Fosway 11.2025 (C): Adaptive Learning, Performance Support, KI-Coaching „less than 10 % live adoption“; Content-Authoring einziges klares Investitionsfeld. Schimpf, Voigt & Bohné (arXiv 2603.17887, RCT n = 517, A-nah): KI-Coach vs. Kontrolle d = 0,33 (p = 0,016), vs. Fragebogen nicht signifikant. UC Berkeley RCT (AEARCTR-0018953, A-Protokoll): Ergebnisse frühestens 2027. Führungskräfte-RCT ohne Effekt (Lauf 1). TalentLMS 12.2025 (C): 47 % der HR-Leader: Training zielt auf Automatisierbarkeit.
Dimensionen
PE2 Qualifizierung und Lernformate (individuell und im Team), PE4 Expertiseaufbau und Erfahrungslernen (Novizen-Experten-Pfad, Mentoring), PE5 Führungskräfteentwicklung (Fähigkeit: Spezifikation, Supervision, Ausnahmebehandlung, Bewertung), PE7 Transfersicherung und Lernkultur, PE8 Rolle und Organisation der L&D-/PE-Funktion
Für Führung und Teams
Führungskräfte erhalten KI-Coaching-Angebote, deren einziger belegter Mechanismus Verbindlichkeit ist; Teams erhalten mehr und schneller produzierte Lerninhalte bei schrumpfender Designer-Kapazität.
Gegentrend
Rückkehr zu Peer-, Mentoring- und Verbindlichkeitsformaten, weil Content-Fülle ohne soziale Einbettung nicht in Lernen übergeht (Schimpf-RCT). Das Berkeley-RCT ist der Frühindikator: Ein Nulleffekt 2027 würde das Narrativ „AI coaching at scale“ direkt treffen.

F3L&D unter Budgetdruck und Umbau zur Enablement-Rolle

verbreitet Augmentation der Funktion; Automatisierung der Content-Produktion B/C
Beschreibung
Erstmals liegen harte Zahlen vor: Die Lernausgaben je Beschäftigtem fielen 2025 deutlich, während die Lernstunden stiegen. Der Umbau zur „AI Enablement“-Rolle ist beratungsseitig Mainstream, als Organisationsform nur in Einzelfällen belegt.
Evidenz
ATD State of the Industry 2026 (340 Organisationen, B/C): Lernausgaben 846 USD je Beschäftigtem, −408 USD vs. 2024; Lernstunden 16,7 h (2024: 13,7 h); 25 % erwarteten weniger Mittel. Fosway 2025 (C): 61 % mit sinkendem oder gleichem Budget. Bitkom 9.2026 (C): Schulung 19 % als Kostenblock vs. Infrastruktur 51 %. Moderna fusionierte IT und HR (DGFP, D, Einzelfall).
Dimensionen
PE8 Rolle und Organisation der L&D-/PE-Funktion, PE2 Qualifizierung und Lernformate (individuell und im Team), OE7 Steuerung, Anreize, Metriken, OE1 Strategie und Zweck
Für Führung und Teams
Weniger betreute Formate, mehr Selbstlernen; Führungskräfte werden zu „Enablern“ im Arbeitsfluss, ohne dass ihre Zeit dafür budgetiert ist (OE4).
Gegentrend
Mehr Lernstunden bei weniger Geld bedeutet Substitution teurer Formate durch billigere, nicht Transformation; Art. 4 KI-VO kann L&D zum Bedienschulungs-Dienstleister der IT machen statt zur Prüf- und Aufsichtsqualifizierung. Keine DACH-Zahlen zu L&D-Budgets 2025/2026.

F4Renaissance des Wissensmanagements („Context Engineering“)

aufkommend Delegation und Automatisierung (Voraussetzung), Augmentation (Qualität) C (drei Quellentypen), D, A (Lauf 1 RAG)
Beschreibung
Agenten machen explizites, kuratiertes Organisationswissen zur Voraussetzung; drei unabhängige Quellentypen zeigen denselben Mechanismus. Es ist der stärkste funktionsspezifische Trend dieser Liste.
Evidenz
Bitkom 9.2026 (C): Wissensmanagement als Use Case 22 % (Vorjahr 11 %), Datenaufbereitung Kostenblock 50 %. Celonis 2026 (n = 1.649, C): Hürden „limited internal expertise“ 47 %, Business-Kontext 45 %; 82 %: KI scheitert ohne Verständnis „how the business runs“. KPMG Q3 2026: Data Readiness 76 %. Gartner 3.2026 (C): Ausgaben für AI data readiness 2025–2029 siebenfach; Eigenbau > 300 % teurer. UNSW/IMD (D): „context rot“. Fähigkeitsverlust bei RAG (Lauf 1).
Dimensionen
OE8 Organisationale Lernfähigkeit und Wissensmanagement (Regeln, Rollen, Flüsse), OE3 Prozesse und Arbeitsorganisation: Aufgabenzuschnitt, Arbeitsteilung Mensch–System, Automatisierungsgrad, OE2 Struktur, Rollen, Entscheidungsrechte, PE1 Bedarfsanalyse und Kompetenzmodelle (inkl. Skills-Taxonomien, KI-Kompetenz)
Für Führung und Teams
Teams müssen implizites Wissen explizieren und pflegen; Führungskräfte müssen Zeitbudgets und Eigentümerschaft für Kuratierung zuweisen; Dokumentationsdisziplin wird Produktivitätsvoraussetzung statt Overhead.
Gegentrend
Kontextkuratierung wird als „Data Readiness“ an die IT delegiert und scheitert an Kosten (Gartner +300 %) und Rollenlücke; keine Quelle beantwortet, wer Kontextkuratierung besitzt (IT, L&D oder Linie), und keine Zählung von „Knowledge Curator“-Rollen existiert.

F5Professionalisierung der Governance (Art. 4, Richtlinien, Betriebsvereinbarungen, Rollen, Normen)

verbreitet alle; Agentenregeln fehlen B (IAB, Weizenbaum), C
Beschreibung
Governance holt die Nutzung ein: Der Anteil deutscher Unternehmen ohne jedes KI-Training fiel in einem Jahr von 43 auf 25 %, 77 % der Organisationen arbeiten an AI Governance, 18 Governance-Initiativen entstanden allein April–August 2026. Keine Ebene adressiert Delegationsregeln auf Agentenebene.
Evidenz
Bitkom 2.2026 (n = 604, B/C): feste Regeln 23 %, keine Schulung 43 %. Bitkom 9.2026 (C): Schulung 70 %, keine 25 %; Kompetenz „niedrig“ 66 %; Rechtsunsicherheit 56 %. IAB-Betriebspanel 2025 (B): 21 % mit Regeln, 27 % mit Schulung. IAPP 5.2025 (C): 77 % arbeiten an Governance. CSA 9.2026 (C/D): 18 Initiativen. Weizenbaum (B): KI-BVs 4 → 31 Betriebe. IG Metall Handreichung (D): Rahmen-BV, Agenten nicht erwähnt.
Dimensionen
OE2 Struktur, Rollen, Entscheidungsrechte, OE4 Führung als Systemfaktor: Spannen, Steuerungslogik, Rollenvorbild, Delegationsregeln, OE5 Kultur, Normen, psychologische Sicherheit, PE1 Bedarfsanalyse und Kompetenzmodelle (inkl. Skills-Taxonomien, KI-Kompetenz), PE8 Rolle und Organisation der L&D-/PE-Funktion
Für Führung und Teams
Führungskräfte werden Adressaten dokumentierter Schulungspflichten und von Richtlinien, die Nutzung kanalisieren; Teams erhalten Regeln („hier erlaubt, hier offenzulegen“), aber keine Delegationsregeln für Agenten.
Gegentrend
Compliance-Theater (Dokumentation statt Kompetenz), Fragmentierung der Rahmen (CSA), Omnibus-Verschiebungen. Der Schulungssprung 57 → 75 % ist der deutlichste messbare Art.-4-Effekt, bleibt aber Selbstauskunft; 66 % niedrige Kompetenz deutet auf Bedien- und Regelschulung statt Prüfkompetenz.

F6Agent Operations und Orchestrierungsrollen als neue Funktion (Signal, kein Trend)

schwaches Signal Delegation, Automatisierung C, A-nah
Beschreibung
Stellenanzeigen für „AI Orchestrator“ wuchsen binnen eines Jahres um 1.294 % auf 739, bleiben absolut marginal und werden von Praktikern selbst als Übergangsrolle eingeschätzt. Die Betriebsaufgaben bleiben, die Rollenbezeichnung ist volatil.
Evidenz
Lightcast via IT Brew 6.2026 (C): 739 Stellenanzeigen „AI orchestrator“ 2.2026, +1.294 %; Arkose Labs: Bedarf „for the next 18 months“. Microsoft-Rollout agentischer Werkzeuge ohne neue Funktion (arXiv 2607.01418, A-nah). Siemens: Einheit „IT Automation Excellence“ (Moveworks, D, Hersteller).
Dimensionen
OE2 Struktur, Rollen, Entscheidungsrechte, OE3 Prozesse und Arbeitsorganisation: Aufgabenzuschnitt, Arbeitsteilung Mensch–System, Automatisierungsgrad, OE4 Führung als Systemfaktor: Spannen, Steuerungslogik, Rollenvorbild, Delegationsregeln, PE5 Führungskräfteentwicklung (Fähigkeit: Spezifikation, Supervision, Ausnahmebehandlung, Bewertung)
Für Führung und Teams
Betriebsaufgaben für Agenten (Monitoring, Ausnahmen, Berechtigungen) landen bei Teamleitungen und Power-Usern ohne Rollenbeschreibung; Führungskräfte müssen Eingriffs- und Stopp-Rechte zuweisen (Art. 14 Abs. 4 analog).
Gegentrend
Rollen-Hype kollabiert in Plattform-Features (Orchestrierungs-Suiten) und bestehende IT-Ops- und Prozessrollen; Gartners Abbruchprognose. Für OE2 ist die Frage „wer betreibt und haftet“ relevant, nicht „welcher Titel“.

F7Konvergenz von Prozessautomatisierung und agentischer KI („Hyperautomation“, „agentic automation“)

verbreitet Automatisierung (deterministisch + probabilistisch), Delegation C, D
Beschreibung
Die Automatisierungshersteller haben sich 2025/2026 vollständig auf „agentic“ umpositioniert; die Herstellerbefragungen zeigen, dass das Hindernis in Prozessen und Kontext liegt, nicht in der Technik. Verbreitet auf Herstellerseite, aufkommend im Betrieb.
Evidenz
UiPath Q2 FY2026 (SEC 8-K, C): ARR 1,723 Mrd. USD (+11 %), „global leader in agentic automation“, „controlled agency“. Celonis 2026 (n = 1.649, C, Absichten): 85 % wollen in drei Jahren „agentic enterprise“ sein, 76 % Prozesse bremsen. Salesforce-Kundenfall Vivant (D): unzuverlässiger Agentenschritt auf „deterministic triggers“ umgestellt. Strukturgleichheit RPA/Agenten (van der Aalst 2018, Lauf 1).
Dimensionen
OE3 Prozesse und Arbeitsorganisation: Aufgabenzuschnitt, Arbeitsteilung Mensch–System, Automatisierungsgrad, OE2 Struktur, Rollen, Entscheidungsrechte, OE8 Organisationale Lernfähigkeit und Wissensmanagement (Regeln, Rollen, Flüsse), OE7 Steuerung, Anreize, Metriken
Für Führung und Teams
Prozessinhaber in der Linie werden für Agentenverhalten verantwortlich, das sie nicht spezifiziert haben; Teams bekommen Ausnahmebearbeitung aus hybriden Bot-Agent-Ketten.
Gegentrend
Rückbau auf deterministische Automatisierung für den Pareto-Kopf nach Abbrüchen (Salesforce, Gartner 40 %); „agent washing“-Ernüchterung; Prozessredesign vor Tool (Mercer 75 %). Das alte RPA-CoE-Modell trifft auf probabilistische Systeme, die Ausnahmedesign und Kontextkuratierung brauchen; keine Quelle beschreibt den CoE-Umbau.

F8KI in der OE-/Change-Methodik selbst

aufkommend Augmentation C
Beschreibung
39 % der Change-Praktiker nutzen KI in ihrer Arbeit, fast ausschließlich für Kommunikation und Content, während die Vertrautheit mit KI sogar sank. Change-Readiness-Analytics und Sentiment-Analyse bleiben Anbieterversprechen ohne Wirkungsevidenz.
Evidenz
Prosci (n = 656, Erhebungsjahr nicht genannt, C, vertreibt „Kaiya“): 39 % nutzen KI in Change-Arbeit; Vertrautheit 84 % (10.2023) → 77 %; Top-Nutzung Kommunikation, dann Content. Deloitte Global Human Capital Trends 2026 (C, Sekundärquelle): ein Drittel erlebte 15 größere Veränderungen im letzten Jahr, 27 % halten Organisation für change-fähig.
Dimensionen
OE5 Kultur, Normen, psychologische Sicherheit, OE8 Organisationale Lernfähigkeit und Wissensmanagement (Regeln, Rollen, Flüsse), PE8 Rolle und Organisation der L&D-/PE-Funktion, OE7 Steuerung, Anreize, Metriken
Für Führung und Teams
Change-Kommunikation wird KI-generiert (Workslop-Risiko in der Change-Kommunikation selbst); Readiness-Daten kommen, wenn überhaupt, aus Pulsbefragungen mit BV-Pflicht.
Gegentrend
Misstrauen gegen KI-generierte Change-Kommunikation; Datenschutz- und Mitbestimmungsgrenzen für Sentiment-Analytics (§ 87 BetrVG, DGFP); die Change-Funktion ist Gegenstand, nicht Treiber der Adaption.

F9Multiplikatoren-, Champion- und Community-of-Practice-Modelle als dominantes Adoptionsdesign

Mainstream Augmentation; für Agenten keine Evidenz A-nah (Mechanismus), B (Lauf 1), D (Design)
Beschreibung
Champion-Netzwerke sind das Standard-Adoptionsdesign aller Hersteller- und Beratungs-Playbooks; der einzige quantitative Beleg für soziale Diffusion zeigt Peer-Sichtbarkeit und aktive Manager als stärkste Prädiktoren, ohne Champions als Rolle zu testen. Mainstream in der Praxis, schwaches Signal in der Wirkungsevidenz.
Evidenz
Microsoft Inside Track 8.2024 (D): ca. 10.000 „Champs“, „no quantified adoption effect“. Microsoft-Beobachtungsstudie (arXiv 2607.01418, A-nah): Skip-Level-Peers ≥ 25 % Nutzung +216 % Odds, Reviewer-Peers +54 %, aktiver Manager +82 % (Erstnutzung), +22 % (Retention); „champions“ kommt nicht vor. Arbeitgeber-Ermutigung 47 → 83 % (Lauf 1). WTI 2026 (C): Frontier-Manager nutzt KI offen 85 vs. 64 %.
Dimensionen
OE4 Führung als Systemfaktor: Spannen, Steuerungslogik, Rollenvorbild, Delegationsregeln, OE5 Kultur, Normen, psychologische Sicherheit, OE8 Organisationale Lernfähigkeit und Wissensmanagement (Regeln, Rollen, Flüsse), PE7 Transfersicherung und Lernkultur, PE4 Expertiseaufbau und Erfahrungslernen (Novizen-Experten-Pfad, Mentoring)
Für Führung und Teams
Führungskräfte sind der gemessene Diffusionshebel; Champion-Rollen verlagern Supportarbeit auf Freiwillige ohne Zeitbudget; Teams mit sichtbarer Nutzung adoptieren, Teams ohne bleiben zurück (Clusterbildung).
Gegentrend
Champion-Ermüdung und Rückverlagerung auf Führungsverantwortung; Selektionsproblem (Seniors adoptieren eher, Juniors −13 %), das das Expertiseaufbau-Problem verschärft. Dass kein Hersteller trotz vorhandener Telemetrie eine Wirkungsmessung publiziert, ist selbst ein Signal.

F10Leistungsbeurteilung und Feedback mit KI (Signal in DACH, Trend in den USA)

Signal Augmentation C/D; A (Lauf 1 Bewerter-Bias)
Beschreibung
41 % der US-Manager haben KI für Performance Reviews genutzt, 26 % der Beschäftigten vermuten KI-generierte Reviews; in DACH ist Beurteilungstechnik mitbestimmungspflichtig, und die Beurteilung agentenvermittelten Outputs ist weiterhin ohne jede Quelle.
Evidenz
ZeroBounce via TechRadar 10.2025 (n = 1.000 US, C/D): 41 % der Manager nutzten KI für Reviews, 17 % für Kündigungs-E-Mails, 26 % vermuten KI-Reviews. DGFP (D): Moderna-Review-Chatbot; Beurteilungstechnik mitbestimmungspflichtig (§ 87 BetrVG). Duolingo: KI-Nutzung als Beurteilungskriterium nach Backlash zurückgenommen (D). Anhang-III-Status für HR-Beurteilungssysteme ab 2.12.2027 (Lauf 1).
Dimensionen
PE6 Leistungsbeurteilung und Feedback (als Lern- und Entwicklungsinstrument), OE7 Steuerung, Anreize, Metriken, OE5 Kultur, Normen, psychologische Sicherheit, PE5 Führungskräfteentwicklung (Fähigkeit: Spezifikation, Supervision, Ausnahmebehandlung, Bewertung)
Für Führung und Teams
Führungskräfte delegieren den Beurteilungstext, behalten aber die Verantwortung; Beschäftigte entwerten Feedback als Lerninstrument. Wenn Beurteiler KI-Nutzer abwerten und selbst KI für das Review nutzen, entsteht ein doppelter Attributionsfehler, den kein Beurteilungssystem adressiert.
Gegentrend
Kennzeichnungs- und Verbotsregeln in Betriebsvereinbarungen; die Anhang-III-Einstufung 2027 bremst die offizielle Einführung und macht die inoffizielle Nutzung relativ attraktiver (Governance-Paradox für OE5/PE6).

F11Führungskräfteentwicklung zu KI (Business Schools, Corporate Academies)

verbreitet Augmentation (Lehre), Delegation (Lernziel ohne Evidenz) D; A (Protokoll)
Beschreibung
Das Angebot ist breit und neu, Wirkungsnachweise existieren nicht, und die Curricula adressieren „hybride Teams aus Menschen und Agenten“ als Lernziel, obwohl dafür keine Delegationsevidenz vorliegt.
Evidenz
ESMT Berlin „Leading in the Age of AI“ (D): 2 Tage, 3.000–3.200 EUR, „hybrid teams of humans and AI agents“, keine Outcome-Daten; Frankfurt School „KI-Mindset für Führungskräfte“ (D). Allianz 3.2026 (D): „Global AI Run“ für über 150.000 Beschäftigte, „Fit4AI“ 2026, über 30.000 erstellte Agenten, keine Lernwirkung. McKinsey 2026 (C): 47 % der Mittelmanager und ICs berichten KI-bedingte Belastungen vs. 31 % der Executives.
Dimensionen
PE5 Führungskräfteentwicklung (Fähigkeit: Spezifikation, Supervision, Ausnahmebehandlung, Bewertung), OE4 Führung als Systemfaktor: Spannen, Steuerungslogik, Rollenvorbild, Delegationsregeln, PE2 Qualifizierung und Lernformate (individuell und im Team)
Für Führung und Teams
Führungskräfte erhalten Zwei-Tage-Formate mit Haltungsfokus und werden danach als Vorbilder, Multiplikatoren und Agentenaufseher adressiert; Teams erleben Führungskräfte mit Vokabular, aber ohne geübte Supervisionskompetenz. Der Managereffekt (+82 %) ist gemessen, die Entwicklung dieser Manager nicht.
Gegentrend
Ernüchterung nach den ersten RCTs (Berkeley 2027), Verlagerung auf Praxis- und Reverse-Mentoring-Formate, Reduktion auf Art.-4-Pflichtmodule. Die Kernfähigkeiten aus Lauf 1 (Spezifikation, Supervision, Logik-Audit, Bewerter-Bias) sind in keiner Programmbeschreibung als Lernziel mit Übung erkennbar.
Überrepräsentiert in Berater- und Herstellerliteratur, schwach in der Evidenz
AnspruchEvidenzQuellentyp
„Agent Boss“ / „Manager of Agents“: jede Führungskraft baut, delegiert an und managt AgentenNur Erwartungsabfragen; keine Rollenmessung; 739 Orchestrator-Stellenanzeigen weltweit (Lightcast, Feb. 2026); Agentennutzung 11 % (Bitkom) bis 40 % (McKinsey Großunternehmen); 15 % erwägen Vollautonomie (Gartner); Erfolgsquoten 25–35 % auf Büroaufgaben (Lauf 1). Urteil: überrepräsentiert; Rolle existiert als Erwartung, nicht als Beruf.Microsoft WTI 2025 (C): Leader erwarten binnen fünf Jahren Agententraining (41 %) und -management (36 %)
„Frontier Firm“: 71 % der Beschäftigten in Frontier Firms „thriving“ vs. 37 % globalFrontier-Status über Befragtenantworten definiert (844 von 9.037 Leaders = ca. 9 %; 2026: 16 % „Frontier Professionals“); Report räumt „statistical associations, not causal effects“ ein; Herstellerinteresse; Microsoft ersetzte das Phasenmodell 2026 durch ein Readiness-Raster. Urteil: überrepräsentiert; nicht falsifizierbar.Microsoft WTI 2025/2026 (C)
„Hälfte des mittleren Managements fällt weg“: 20 % der Organisationen eliminieren bis 2026 über die Hälfte der Mittelmanagement-Positionen durch KISpannen steigen (Gallup 10,9 → 12,1; Gusto 3,15 → 5,76), aber Gusto-Anstieg beginnt 2020 vor LLMs; Unternehmen nennen Kosten und Bürokratie; Oxford Economics: „dressed up“; keine KI-kausale Studie; Gartner hält die Prognose im Zieljahr nicht nach; keine DACH-Spannendaten. Urteil: überrepräsentiert; Verflachung real, KI-Attribution unbelegt.Gartner Top Predictions (22.10.2024, C)
Skills-based Organization liefert Produktivität und ROIBurning Glass/HBS 2024 (A-nah): 45 % „in name only“, < 1 von 700 Einstellungen; Bersin selbst: „sober reality“; keine Outcome-Studie zu KI-inferierten Skills; Lauf 1: beratungsseitig über-, evidenzseitig unterrepräsentiert. Urteil: überrepräsentiert.Deloitte, Mercer, Bersin, WEF (39 % Skills „disrupted“; 59 von 100 brauchen Reskilling), Vendor-Plattformen (C)
KI-Coaching skaliert Führungskräfteentwicklung; personalisiertes adaptives Lernen durch KIFosway: < 10 % Live-Adoption; de Haan 2026 (Lauf 1): kein Effekt, zehnfache Abbruchquote; Schimpf 2026: d = 0,33 nur gegen Nichtstun, nicht gegen einen Fragebogen, Mechanismus Verbindlichkeit; keine Lernwirkungsstudie zu adaptivem Lernen; Berkeley-RCT läuft bis 2027. Urteil: überrepräsentiert (A-Evidenz gegen den Anspruch).Coaching-Plattformen, LXP-Vendoren, Fosway-Vendorkunden (C/D)
„Agentic Enterprise in drei Jahren“ / Hyperautomation-KonvergenzAbsichtsbefragungen; UiPath ARR +11 %; Gartner: > 40 % Abbruch bis 2027; Bitkom: 0 % Potenzial voll ausgeschöpft; Lauf 1: Agenten bei L2 bis Proto-L3; Salesforce-Rückbau auf deterministische Trigger. Urteil: überrepräsentiert (C gegen C).Celonis (85 %, n = 1.649, Absicht), UiPath („global leader in agentic automation“), Gartner-Prognosen (C)
„Reinvestition freigesetzter Kapazität“ als StandardmusterEinziger Reinvestitionsfall mit Daten: IKEA/Ingka; BCG: 66 % der Frontline ohne Anleitung für gesparte Zeit; NBER: Kürzungen vor Produktivität; Lauf 1: Reinvestition schwächstes Versprechen. Urteil: überrepräsentiert; Verdichtung und Abbau sind die belegten Muster.Microsoft WTI 2025: 82 % wollen „digital labor“ zur Kapazitätserweiterung (Absicht); Salesforce: Support-Abbau plus Vertriebsaufbau (D, nicht verifiziert)
„KI schafft mehr Jobs als sie vernichtet“ (170 Mio. / 92 Mio.)Bruttozahlen aus Arbeitgeberbefragung; OECD 2026: keine Branchenverdrängung, aber +3 Punkte Jugendarbeitslosigkeit in exponierten Rollen; Stanford −19 % relativ für 22–25-Jährige; NBER: 9× mehr geplante Kürzungen 2026 als realisierte 2025. Urteil: überrepräsentiert in beide Richtungen; Nettoeffekt offen, Verteilungseffekt (Einstieg) belegt.WEF FoJ 2025 (Arbeitgebererwartung, B)
05

Vier Szenarien 2029 bis 2033

Konstrukte, keine Prognosen. Zwei Achsen spannen das Feld auf, die dritte Unsicherheit kippt die Regulierungsdichte. Frühindikatoren mit aktuellen Baselines zeigen 2027/28, welches Szenario eintritt.

U1

Fähigkeitsverlauf im Betrieb

A: Plateau: Agenten bleiben bei beaufsichtigter Einzeldelegation („Proto-L3“), Erfolgsquoten auf varianten Verwaltungsprozessen < 60 %, Vollkosten je delegierter Aufgabe inkl. Prüfung über Personalkosten

B: Durchbruch: laufende Prozessausführung mit Ausnahmebehandlung bei ≥ 95 % Verlässlichkeit auf varianten Verwaltungsprozessen zu Kosten unter Personalkosten

Hebel auf OE2, OE3, OE4, OE7, PE4, PE5 (sechs Dimensionen direkt). Am stärksten polarisiert (AI 2027 vs. Normal Technology; Safety Report als Mitte); größter direkter Hebel auf die Tiefenachse des Phasenmodells

U2

Adoptions- und Kapazitätsmuster

A: Augmentation mit Arbeitsredesign: Reinvestition oder gestaltete Verdichtung, Einstellungen bleiben, Einstiegsstellen erholen sich mit der Konjunktur

B: Automatisierung mit Kostenfokus: Abbau als Standardmuster, strukturell niedrige Einstiegsstellen, Backlash

Hebel auf OE1, OE5, OE6, PE3, PE4, PE7. Die einzige Achse, deren Pole in dokumentierten Fällen (IKEA vs. Klarna/Salesforce) und in Absichtsdaten (Bitkom-Paradox) gleichzeitig sichtbar sind; Edelman belegt den Mechanismus zum Vertrauen

U3

Regulierungs- und Mitbestimmungsdichte DACH

A: Kodifiziert und durchgesetzt: BeschDG in Kraft, BetrVG-Reform mit KI-Beteiligungsrechten, Marktüberwachung aktiv, harmonisierte Normen, Agenten-BVen verbreitet

B: Weich: Bemühenspflichten, verspätete Normen, Einzelfallrechtsprechung, weitere Omnibus-Vereinfachung, Regelung nur über § 87 Nr. 6 und freiwillige BV

Hebel auf OE2, OE4, OE7, OE8, PE1, PE8. DACH-spezifische Unsicherheit mit eigenem Zeitpfad (zwei gescheiterte Vorhaben); nach Lauf 1 divergiert die Dichte zudem nach Prozesstyp (MaRisk, GMP Annex 22 erzwingen beaufsichtigte Delegation unabhängig vom Gesetzgeber)

U1 A: Plateau: Agenten bleiben bei beaufsichtigter Einzeldelegation („Proto-L3“), Erfolgsquoten auf varianten Verwaltungsprozessen < 60 %, Vollkosten je delegierter Aufgabe inkl. Prüfung über PersonalkostenU1 B: Durchbruch: laufende Prozessausführung mit Ausnahmebehandlung bei ≥ 95 % Verlässlichkeit auf varianten Verwaltungsprozessen zu Kosten unter Personalkosten
Adoptions- und Kapazitätsmuster
Szenario 2

Kostenautomatisierung im Plateau

Die Technik bleibt bei Proto-Prozessausführung stehen, aber der Kostendruck in Automotive (−17 % seit 2018) und Banken (−10 % bis 2030 prognostiziert) treibt Au…

Autonomie: Automatisierung mit Ausnahmebehandlung in Kundenkontakt und Verwaltung, oft unterhalb der Verlässlichkeitsschwelle; Augmentation in der Fachexpertise; Delegation vor allem als Headcount-Ersatz etikettiert („agent washing“); Automatisierungsgrad gemessen in Headcount, nicht in Qualität.

Szenario 4

Durchbruch, kostengetrieben

Dieselbe technische Verlässlichkeit wie in Szenario 3 trifft auf Organisationen, die Kapazität als Headcount verbuchen, und einen Gesetzgeber mit Bemühenspflich…

Autonomie: Laufende Prozessausführung bis vollständige Autonomie außerhalb regulierter Prozesse; in regulierten Prozessen beaufsichtigte Delegation als Compliance-Minimum; Automatisierungsgrad gemessen in Headcount-Ratio („human-agent ratio“) statt in Qualität.

Szenario 1

Beaufsichtigte Breite

Die Verlässlichkeit agentischer Systeme bleibt bei beaufsichtigter Einzeldelegation stehen; Assistenz ist in jeder Software Standard, Agenten laufen in IT, Wiss…

Autonomie: Augmentation als Regel; beaufsichtigte Einzeldelegation in Software, Analyse, Recherche; laufende Prozessausführung mit Ausnahmebehandlung nur in wenigen Kopf-der-Pareto-Prozessen (Posteingang, Standardkorrespondenz), oft hybrid; vollständige Autonomie faktisch ausgeschlossen (regulierte Prozesse) oder nicht lohnend (Vollkosten).

Szenario 3

Durchbruch, gestaltet

Laufende Prozessausführung mit Ausnahmebehandlung wird auf varianten Verwaltungsprozessen verlässlich und günstiger als Personalkosten, zuerst in Software, dann…

Autonomie: Laufende Prozessausführung mit Ausnahmebehandlung als Regel in Verwaltungsprozessen; beaufsichtigte Delegation in Fachprozessen; vollständige Autonomie nur außerhalb regulierter Prozesse und nur mit Stopp-Rechten; Automatisierungsgrad in Prozent der Aufgaben, Autonomiestufe pro Aufgabentyp in der BV festgelegt.

Fähigkeitsverlauf im Betrieb · links Pol A, rechts Pol B; oben U2 Pol B, unten Pol A

Szenario 1: Beaufsichtigte Breite

U1 AU2 AU3 A
Kernlogik
Die Verlässlichkeit agentischer Systeme bleibt bei beaufsichtigter Einzeldelegation stehen; Assistenz ist in jeder Software Standard, Agenten laufen in IT, Wissensmanagement und Softwareentwicklung unter Prüfung. BeschDG und BetrVG-Reform sind verabschiedet, Anhang-III-Pflichten werden durchgesetzt, BVen mit Autonomiestufen sind Standard. Freigesetzte Kapazität wird überwiegend reinvestiert oder in gestaltete Verdichtung überführt.
Automatisierungsgrad
Augmentation als Regel; beaufsichtigte Einzeldelegation in Software, Analyse, Recherche; laufende Prozessausführung mit Ausnahmebehandlung nur in wenigen Kopf-der-Pareto-Prozessen (Posteingang, Standardkorrespondenz), oft hybrid; vollständige Autonomie faktisch ausgeschlossen (regulierte Prozesse) oder nicht lohnend (Vollkosten).
Gewinner
Senior-Fachkräfte mit Prüfkompetenz; Betriebsräte als Gestaltungspartner; L&D-Funktionen, die Aufsichtsqualifizierung besetzen; Prozessinhaber mit Dokumentationsdisziplin (OE8).
Verlierer
Einstiegsrollen, sofern niemand sie bewusst wiederaufbaut; Mittelmanager mit größeren Spannen und Review-Pflicht (answer-key model); Automatisierungs-CoEs, deren Bot-Fabrik-Logik nicht in Ausnahmedesign übergeht.
Für Führung und Teams
Führung wird zur Aufsichts- und Spezifikationsarbeit auf Teamebene; die Linie braucht Delegationsregeln je Aufgabentyp und ein Zeitbudget für Review; Teams müssen implizites Wissen explizieren; zentrale PE-Aufgabe ist der Erhalt unassistierter Prüfkompetenz (PE4). Kontrollierte Adaption ist hier Marktstandard; das Angebot differenziert sich über Qualität der Delegationsregeln und Aufsichtsmetriken.

Frühindikatoren 2027/28 mit Baseline

METR-50-%-Horizont bleibt unter einem Monatca. 12 h, Feb. 2026; Originalpapier erwartet Monatshorizont erst 2028–2031
Erfolgsquote auf Büro-/CRM-Benchmarks unter 60 %25–35 %
Gartner-Prüfpunkt „15 % der Alltagsentscheidungen autonom 2028“ wird verfehltca. 0
Regierungsentwurf BeschDG und BetrVG-Reform im Bundestagkeiner, Mitte 2026
Harmonisierte Normen verfügbar0
Publizierte Betriebsvereinbarungen zu Agenten0
Indeed-Einstiegsstellenindex erholt sich bei BIP-Wachstum > 1 %−46 % vs. 2019, Juli 2026; IAB: BIP 2026 +0,8 %
Bitkom-Chance-Sicht stabil ≥ 65 %69 %

Szenario 2: Kostenautomatisierung im Plateau

U1 AU2 BU3 B
Kernlogik
Die Technik bleibt bei Proto-Prozessausführung stehen, aber der Kostendruck in Automotive (−17 % seit 2018) und Banken (−10 % bis 2030 prognostiziert) treibt Automatisierungsentscheidungen, die der Verlässlichkeit vorauslaufen; hybride Bot-Agenten-Ketten, deterministische Trigger, Ausnahmebehandler tragen die Qualität. Regulierung bleibt weich, Agenten in BVen ungeregelt. Rückbau- und Wiedereinstellungszyklen (Klarna-Muster) werden Normalfall, Verdrängungsangst steigt, der US-Backlash erreicht DACH.
Automatisierungsgrad
Automatisierung mit Ausnahmebehandlung in Kundenkontakt und Verwaltung, oft unterhalb der Verlässlichkeitsschwelle; Augmentation in der Fachexpertise; Delegation vor allem als Headcount-Ersatz etikettiert („agent washing“); Automatisierungsgrad gemessen in Headcount, nicht in Qualität.
Gewinner
CFO-Linie und Automatisierungs-CoEs; Anbieter von Hyperautomation-Suiten; externe Dienstleister für Ausnahmebearbeitung.
Verlierer
Ausnahmebehandler (Vigilanzverlust, Learned Helplessness, Verantwortung ohne Einfluss); Einstiegsrollen strukturell; Mittelmanager als Überbringer; Vertrauen (OE5) als Organisationsressource; L&D, reduziert auf Pflichtmodule.
Für Führung und Teams
Führungskräfte stehen zwischen Headcount-Zielen und Qualitätsverantwortung für Output, den niemand mehr ausgeführt hat; Teams werden zu Ausnahmebearbeitern ohne Rotation; OE-Aufgabe ist die Verantwortungsarchitektur und der Mitbestimmungspfad über § 111; PE-Aufgabe ist Vigilanz- und Kompetenzerhalt. Kontrollierte Adaption ist Gegenentwurf zum Markt; Hebel ist die Vollkostenrechnung je delegierter Aufgabe.

Frühindikatoren 2027/28 mit Baseline

KI-attribuierte Abbauankündigungen in DACH werden erstmals gezählt und steigenkeine DACH-Zeitreihe; USA 40 % Monatsanteil Mai 2026
Bankenabbau folgt dem Morgan-Stanley-PfadPrognose −10 % bis 2030; Allianz Partners 1.500–1.800 Callcenter-Stellen angekündigt Nov. 2025
Reue- und Wiedereinstellungsquoten bleiben hoch35,6 % besetzen > 50 % wieder, 52 % binnen sechs Monaten (Careerminds Feb. 2026, n = 600, US)
Einstiegsstellenindex stagniert trotz BIP-Erholung−46 %
Jugendarbeitslosigkeit steigt über 7,1 %7,1 % (2025)
Gallup-Jobangst in KI-Betrieben über 23 %23 %
Verheimlichung über 48–52 %48–52 %
Gartner-Abbruchquote erreicht 40 %Prognose bis Ende 2027
Omnibus II angekündigt; BeschDG scheitert erneut

Szenario 3: Durchbruch, gestaltet

U1 BU2 AU3 A
Kernlogik
Laufende Prozessausführung mit Ausnahmebehandlung wird auf varianten Verwaltungsprozessen verlässlich und günstiger als Personalkosten, zuerst in Software, dann in Sachbearbeitung, Reporting und Compliance; Betriebsdaten bestätigen es. Kodifizierte Mitbestimmung und durchgesetzte Art.-14-Aufsicht erzwingen Verantwortungsarchitekturen, Autonomiestufen je Aufgabentyp und Protokollzugriff; Agenten-BVen werden Standard. Freigesetzte Kapazität wird reinvestiert, J-Kurven-Lag durch Komplementärinvestitionen abgekürzt.
Automatisierungsgrad
Laufende Prozessausführung mit Ausnahmebehandlung als Regel in Verwaltungsprozessen; beaufsichtigte Delegation in Fachprozessen; vollständige Autonomie nur außerhalb regulierter Prozesse und nur mit Stopp-Rechten; Automatisierungsgrad in Prozent der Aufgaben, Autonomiestufe pro Aufgabentyp in der BV festgelegt.
Gewinner
Organisationen mit RPA-/CoE-Vorgeschichte mit Governance-Routinen; Betriebsräte mit Protokollzugriff; Fachkräfte, die vom Ausführen ins Spezifizieren und Prüfen wechseln; L&D als Aufsichtsqualifizierer; Wissenskuratoren (OE8).
Verlierer
Rollen, deren Wert in der Ausführung lag (Sachbearbeitung ohne Fachurteil); Juniors ohne gestaltete Lernpfade (Expertiseaufbau-Problem wird akut); Führungskräfte, die nicht spezifizieren können.
Für Führung und Teams
Führung wird zur Spezifikations- und Ausnahmeinstanz mit formaler Aufsichtsrolle (Art. 26 Abs. 2 analog); Teams werden um Prüf-, Selektions- und Kuratierungsfunktionen neu geschnitten (OE6); Leistung wird an Spezifikations- und Prüfqualität gemessen (PE6); Laufbahnen müssen Expertise ohne Juniorarbeit erzeugen (PE3/PE4). Kontrollierte Adaption ist aufsichtlich erzwungen; das Angebot muss Verantwortungsarchitektur und Beurteilungslogik liefern.

Frühindikatoren 2027/28 mit Baseline

METR-50-%-Horizont ≥ 1 Monat12 h; bei 4-Monats-Verdopplung früher als 2028
80-%-Horizont wird publiziert und wächstfehlt
Erfolgsquote auf Büro-/CRM-Benchmarks ≥ 70 %25–35 %
Anteil Firmen mit Agenten in Produktion in DACH ≥ 30 %11 %
Metaculus „weakly general AI“ löst aufMedian 31.8.2027
Anthropic-API-Automationsanteil steigt wiederAPI-Anteil directive 64 % (Economic-Index-Report Jan. 2026) gegenüber 77 % im Sept.-2025-Report; Primärberichte nicht abgerufen
Regierungsentwürfe BeschDG/BetrVG im Bundestag; erste Agenten-BVen publiziert0
Art.-14-Verfahren nach 12/20270
Berkeley-RCT und andere Stufe-A-Evidenz zu Supervisionstraining liegt vor

Szenario 4: Durchbruch, kostengetrieben

U1 BU2 BU3 B
Kernlogik
Dieselbe technische Verlässlichkeit wie in Szenario 3 trifft auf Organisationen, die Kapazität als Headcount verbuchen, und einen Gesetzgeber mit Bemühenspflichten und Einzelfallrechtsprechung. „AI-first“-Personalpolitiken werden Regel, Verflachung wird erstmals messbar KI-getrieben, Einstiegsrollen werden nicht nachbesetzt. Verantwortung landet beim Ausnahmebearbeiter und Anbieter, Haftung bleibt diffus, Mitbestimmung wirkt nur über § 111; Backlash nach US-Muster mit Generationeninversion.
Automatisierungsgrad
Laufende Prozessausführung bis vollständige Autonomie außerhalb regulierter Prozesse; in regulierten Prozessen beaufsichtigte Delegation als Compliance-Minimum; Automatisierungsgrad gemessen in Headcount-Ratio („human-agent ratio“) statt in Qualität.
Gewinner
Kapitalseite, Anbieter, wenige Spezialisten (Orchestrierung, Wissenskuratierung) mit Lohnprämien; Organisationen mit starker Marktposition.
Verlierer
Exponierte Generalistenrollen (Büro-/Sachbearbeitung), Einstiegsjahrgänge 2027–2032 (Senior-Pipeline reißt), Mittelmanagement, Betriebsräte ohne Protokollzugriff, L&D als Funktion (Kostensubstitution bis zur Auflösung); langfristig die Organisation selbst, weil unassistierte Prüfkompetenz erodiert.
Für Führung und Teams
Führungsspannen wachsen, während Führungskräfte als Vertrauensanker ausfallen; Teams verlieren Selektions- und Kritikfunktion; OE5 kippt in Verheimlichung und Widerstand; die OE-Aufgabe reduziert sich auf Mitbestimmungspfad und Sozialplanbegleitung. Kontrollierte Adaption wird Nischenangebot; Hebel ist der Nachweis, dass Rückbaukosten und Vertrauensverlust die Headcount-Rechnung umkehren (CBA, Klarna).

Frühindikatoren 2027/28 mit Baseline

Technische Indikatoren wie Szenario 3
CFO-Kürzungspläne werden realisiert44 % planen; McKinsey 2026: 14 % realisiert vs. 39 % erwartet, 2025: 32 % erwartet
Challenger-artige KI-Attribution in DACH über 20 % der Ankündigungen
Pew-Inversion der Altersgruppen in DE-Daten reproduziertDE: 81 % Chance bei 16–29
Edelman „embrace“ DE unter 16 %16 %
Europäische KI-Proteste0 belegt
Omnibus II
Bitkom-Erwartung „deutlicher Rückgang“ über 12 %12 %
ATD-Lernausgaben fallen weiter846 USD, −408

Robuste Handlungsfelder

In allen Szenarien gleich

  • Entscheidung über die Verwendung freigesetzter Kapazität vor dem Rollout kommunizieren – Edelman-Mechanismus (53 % DE) und Gallup-Angstpuffer wirken in jedem Szenario; die Entscheidung wird sonst nach dem Rollout oder gar nicht getroffen (BCG 66 %) (OE1, OE5)
  • Verantwortungsarchitektur vor Agentenrollout: wer darf stoppen, wer prüft Ausnahmen, wer trägt Rückfallkosten – IBM: kein Konsens; Cyera: Berechtigungen als Schadensursache (Lauf 1); ProdHaftG ab 9.12.2026 in allen Szenarien (OE2, OE4, OE7)
  • Metrik-Set jenseits der Nutzungsquote (Qualität, Eingriffsquote, erkannte Fehler, Verwendung gesparter Zeit, Vollkosten je Aufgabe) – Alle Rückbaufälle sind OE7-Versagen; EBIT-Zuschreibung bewegt sich in keinem Szenario ohne Messung (OE7)
  • Erhalt unassistierter Prüfkompetenz (geplante Übung, Rotation, KI-freie Prüfgates) – Deskilling-Prüfmuster gilt bei jeder Automationsstufe (Gawron/MITRE; Lauf 1, Befund 3 und 9) (PE4, PE1)
  • Explikation und Kuratierung von Organisationswissen mit Eigentümerschaft und Zeitbudget – Kontextlücke ist Hürde für Agenten (Delegation) und Qualitätsfrage für Augmentation (RAG-Befund, Lauf 1) (OE8)
  • Führungskräfte als primäre Multiplikatoren mit sichtbarer Nutzung und Ermutigungsnorm – Stärkster belegter Adoptionshebel (47 → 83 %; Manager +82 % Erstnutzung) in jedem Szenario (OE4, PE5)
  • Mitbestimmung in die Planungsphase vorziehen (Rahmen-BV mit Steckbriefpflicht, Pilotevaluation, Protokollzugriff) – Regeln folgen sonst der Nutzung mit 1–2 Jahren Verzug (Weizenbaum); gilt bei dichter wie weicher Regulierung, weil § 87 Nr. 6 in beiden greift (OE2, OE5)

Szenarioabhängige Handlungsfelder

  • Tiefe der Delegationsregeln (Einzeldelegation vs. Prozessautonomie je Aufgabentyp)
  • Design der Ausnahmerolle (Nebenaufgabe vs. eigene Rolle mit Rotation)
  • Wiederaufbau von Einstiegsrollen (answer-key/preceptor) vs. Verzicht
  • Formaler Mitbestimmungspfad (freiwillige BV vs. gesetzliche Beteiligungsrechte)
  • Aufsichtsqualifizierung als Compliance-Pflicht vs. freiwilliges Enablement
  • Beurteilungslogik für agentenvermittelte Leistung
  • Umfang des Rollen- und Teamredesigns (Review-Rollen vs. Neuzuschnitt um Spezifikation/Prüfung)
  • Umgang mit Spannen und Hierarchieebenen
  • Anbieterstrategie (Multi-Vendor mit Open-Weight-Fallback vs. EU-Stack)
Matrix Dimension × Szenario
DimensionS1 Beaufsichtigte BreiteS2 Kostenautomatisierung im PlateauS3 Durchbruch, gestaltetS4 Durchbruch, kostengetrieben
OE1 Strategie und ZweckZielbild „Augmentation mit Redesign“ explizit, Kapazitätsverwendung kommuniziert (IKEA-Muster); Business Case mit KomplementärinvestitionenZielbild implizit = Kostenprogramm mit Zielsumme (Commerzbank-Muster „Momentum 2030“); Kapazitätsverwendung = Headcount; Attribution an KI als KommunikationsstrategieZielbild der Arbeitsteilung je Prozesstyp in BV und Strategie verankert; Reinvestition tarif- und demografiegetrieben„AI-first“ als Strategie; human-agent ratio als Kennzahl; Abbau vor Produktivitätsnachweis (NBER-Muster)
OE2 Struktur, Rollen, EntscheidungsrechteAutonomiestufen je Aufgabentyp; Aufsichtsrollen nach Art. 26 analog; Ausnahmerolle mit Zeitbudget; Stelle bleibt RechtseinheitRechtekonzepte nachgezogen nach Vorfällen (KPMG-Muster 36 → 75 %); Ausnahmebehandler ohne Autorität; Verantwortung diffus (IBM: kein Konsens)RACI für Agenten, Stopp-Rechte, Protokollzugriff gesetzlich und per BV; Rollen um Spezifikation/Prüfung/Kuratierung neu geschnittenVerflachung messbar; Rollen nach Nachweis der Nicht-Automatisierbarkeit; Haftung beim Ausnahmebearbeiter und Anbieter
OE3 Prozesse und Arbeitsorganisation: Aufgabenzuschnitt, Arbeitsteilung Mensch–System, AutomatisierungsgradAugmentation als Regel, Delegation in Nischen, Automatisierung nur im Pareto-Kopf, hybrid deterministisch-probabilistisch; Residualaufgaben designtAutomatisierung unterhalb der Verlässlichkeitsschwelle; Rückbau auf deterministische Trigger (Salesforce-Muster); Residualaufgaben als RestpostenProzessautonomie mit Ausnahmebehandlung in Verwaltungsprozessen; Residual- und Nachbaraufgaben systematisch geübt (Mischarbeit, Rotation)Maximaler Automatisierungsgrad; Residualaufgaben ungeplant; Vigilanzverlust (Bainbridge-Muster)
OE4 Führung als Systemfaktor: Spannen, Steuerungslogik, Rollenvorbild, DelegationsregelnVorbild- und Ermutigungsnorm (Gallup 47 → 83 %); Delegationsregelwerk auf Teamebene; Spannen moderatSpannen wachsen (Gallup 12,1+); Führung als Überbringer; Override-Regeln fehlen; Managementqualität als Angstpuffer nicht budgetiertFührung als Spezifikations- und Aufsichtsinstanz mit formaler Rolle; Delegationsregeln setzen und überstimmenGrößte Spannen, Führungskräfte selbst Automatisierungsgegenstand (Status-Aggregation); Vertrauensanker fehlt
OE5 Kultur, Normen, psychologische SicherheitOffenlegungs- und Kennzeichnungsnormen; Verheimlichung sinkt; Akzeptanz stabil (Bitkom 69 %); BV als VertrauensinstrumentVerheimlichung und Jobangst steigen (Gallup 23 %+); Kontrollverbote als Abwehrnorm; Misstrauensspirale (PLS-Muster)Hohe psychologische Sicherheit durch Protokollzugriff und Beschäftigungssicherung; Nutzung offen, Fehler besprechbarBacklash nach US-Muster; Generationeninversion; Anti-digital-Gegennormen
OE6 Zusammenarbeit und Teamdesign (Gestaltungsanteil)Review-Rollen und Übergabeformate; Selektionsfunktion im Team gesichert (Lauf 1, Befund 7)Teams als Ausnahmebearbeiter-Pools; Übergabe Mensch–Agent–Kunde undefiniertTeams um Spezifikation, Prüfung, Kuratierung geschnitten; Persona-/Agentendesign als TeamnormEinzelne mit Agenten statt Teams; Kritik- und Selektionsfunktion verloren
OE7 Steuerung, Anreize, MetrikenMetrik-Set jenseits Nutzung: Qualität, Verwendung freigesetzter Zeit, Eingriffsquote; Bewertungshorizont mehrjährigHeadcount und Durchsatz; Kostenprüfung bei Freigabe (KPMG 74 %); Rückbaukosten nicht bilanziertAufsichtsmetriken (erkannte Fehler, Eingriffsquote, Rückfallkosten) als Pflichtkennzahlen; Vollkosten je Aufgabehuman-agent ratio; EBIT-Zuschreibung als einziges Maß; Anreize belohnen Output-Menge (Workslop)
OE8 Organisationale Lernfähigkeit und Wissensmanagement (Regeln, Rollen, Flüsse)Kontextkuratierung in der Linie mit Zeitbudget; Rückkanal Ausnahmen → Prompt-/ProzessverbesserungKuratierung an IT delegiert („Data Readiness“), Kostenfalle (Gartner +300 %); implizites Wissen geht mit AbbauWissensexplikation als Kernprozess; Kuratorenrollen; Ausnahme-Reviews institutionalisiertWissen in Anbieterplattformen externalisiert („Context-as-a-Service“); Organisation verliert Besitz
PE1 Bedarfsanalyse und Kompetenzmodelle (inkl. Skills-Taxonomien, KI-Kompetenz)Prüf- und Delegationskompetenz im Modell; Art.-4-Dokumentation als NebenproduktBedienkompetenz, Compliance-Nachweis (66 % „niedrig“ bleibt)Aufsichtsfähigkeit nach Art. 14 Abs. 4 als Kompetenzstandard, unassistiert gemessenKompetenzmodell auf Orchestrierung verengt; Fachurteil nicht mehr erhoben
PE2 Qualifizierung und Lernformate (individuell und im Team)Rollenspezifisch, Nutzungsmuster (Erklären, Prüfen), geplante unassistierte PraxisPflichtmodule (Art. 4), < 5 h; Training als Automatisierungsvorbereitung (TalentLMS 47 %)Supervisions- und Spezifikationstraining mit Übung; Peer-/Mentoring-Formate (Schimpf-Mechanismus)Selbstlernen mit KI-Tutoren ohne Nachweis; Budget fällt weiter (ATD-Pfad)
PE3 Förderung: Laufbahn, Nachfolge, PotenzialerkennungEinstiegsrollen redesignt (answer-key, preceptor), Campus-Einstellungen gehalten (BofA-Muster)Nichtnachbesetzung; Einstiegsstellen strukturell unten; WiedereinstellungszyklenLaufbahnen über Spezifikation/Prüfung; Expertise ohne Juniorarbeit systematisch erzeugt (Simulation, Preceptor)Pipeline reißt; „AI-native Junior“ als Rekrutierungsnische; Senior-Mangel ab 2032
PE4 Expertiseaufbau und Erfahrungslernen (Novizen-Experten-Pfad, Mentoring)Mischarbeit, Rotation Ausführen/Prüfen, KI-freie PrüfgatesDeskilling der Ausnahmebehandler (Endoskopie-Muster, Lauf 1); keine ÜbungDeliberate Practice institutionalisiert, weil Ausführung wegfälltErosion unassistierter Kompetenz organisationsweit
PE5 Führungskräfteentwicklung (Fähigkeit: Spezifikation, Supervision, Ausnahmebehandlung, Bewertung)Logik-Audit, Nutzungsmuster gestalten, Bewerter-Bias; Reverse MentoringZwei-Tage-Mindset-Formate; keine ÜbungFormale Aufsichtsqualifizierung mit Prüfung; RCT-basierte ProgrammeFührungskräfteentwicklung als Kostenposten gestrichen
PE6 Leistungsbeurteilung und Feedback (als Lern- und Entwicklungsinstrument)Spezifikations- und Prüfqualität als Kriterien; KennzeichnungsregelnDurchsatz; verdeckte KI-Reviews (41 % US); Verbot der Kontrolle per Bot-Daten als AbwehrBeurteilung agentenvermittelter Leistung geregelt (derzeit ohne Quelle); Fairness verhandeltBeurteilung über Agentendaten; Anhang-III-Pflichten weich durchgesetzt
PE7 Transfersicherung und LernkulturPeer-Lernen durch Offenheit; LernzeitbudgetsVerheimlichung blockiert Peer-Lernen; keine Lernzeit (TalentLMS „keine Zeit“)Lerngemeinschaften um Ausnahmefälle; Transfer mit und ohne KILernkultur ersetzt durch Toolzugang
PE8 Rolle und Organisation der L&D-/PE-FunktionEnablement und Normsetzung für Nutzungsmuster; Partner der OECompliance-Schulungsdienstleister der IT; Budget −; KonsolidierungAufsichtsqualifizierer mit Mandat nach Art. 26 analog; Mitgestalter der ArbeitsteilungFunktion weitgehend aufgelöst, Content automatisiert
STEEP-Treiber: vorbestimmt oder unsicher
STEEPTreiberEvidenzEinstufungBegründung
TPreisverfall je Fähigkeitsniveau: 9× bis 900× pro Jahr je nach Benchmark; GPT-4-Niveau auf MMLU-86 von 37,50 USD/1M Tokens (März 2023) auf 0,18 USD (Feb. 2025); Medianpreis 2,10 → 0,85 USD (2024 → 2025)Epoch AI, 12.3.2025 (C); Stanford AI Index 2026 via remio.ai (B über D)vorbestimmtDrei Quellentypen übereinstimmend; Mechanismen (Distillation, Open Weights, Hardware) unabhängig vom Frontier-Fortschritt; Reasoning-Token-Mehrverbrauch je Agentenaufgabe nicht modelliert
TAllgegenwart von Assistenten in Office-, ERP-, CRM-, IDE-UmgebungenIAB 25 % Betriebe, 48 % bei ≥ 200 (B); ifo 54,5 % (Mai 2026, B); Bitkom 57 % (C); 31 % Beschäftigte DE 2025 (Bick et al. via IAB, A-nah)vorbestimmtSteile Kurve 2023–2026 in allen Erhebungen; Einbau in Standardsoftware
TWachstum der autonom bearbeitbaren Aufgabenlänge in Software-Benchmarks: METR-50-%-Horizont ca. 60 min (Anfang 2025) → ca. 718 min (Feb. 2026); Verdopplung 212 Tage (2019–2025) bzw. 129 Tage (seit 2023)Wegner 2026, METR-Daten (A-nah für Messung, D für Sekundärwiedergabe; metr.org nicht abrufbar)vorbestimmtEinstufung laut Report: vorbestimmt (Richtung), unsicher (Tempo). Trend über sechs Jahre stabil; Konfidenzintervalle weiten sich bei 2026er-Modellen um Faktor 12, Aufgabensuite oberhalb von 8 h dünn, Scaffold-Wechsel konfundieren
TVerlässliche Mehrschritt-Autonomie auf Unternehmensniveau (Büro, CRM, Verwaltung; Varianz, Vertraulichkeit, Ausnahmen)International AI Safety Report 2026 (B): Agenten „cannot yet handle the complex, long-term planning needed to fully automate many jobs“; Lauf 1: 25–35 % auf Büro-/CRM-Aufgaben (A-nah); Kokotajlo-Revision auf „Anfang der 2030er“ (D); Kapoor/Narayanan „Jahrzehnte“ (B/D); ESPAI HLMI-Median 2047 (arXiv 2604.22766, B)unsicherKritisch unsicher (U1). Explizite Divergenz der Expertenlager; Zieljahre genau am Szenariohorizont
TBenchmarksättigung und Kontamination: Top-5-Systeme innerhalb von 4 Prozentpunkten; Leaderboard-Überlappung 15–35 %AI Index 2026 via remio.ai (B über D)vorbestimmtMacht Benchmarks als Frühindikator ab 2027 weniger brauchbar; verschiebt Evidenz in Betriebsdaten
TSkalierungsgrenzen (Strom, Chips) bis 2030: ca. 2e29 FLOP machbarEpoch AI via LessWrong (C)vorbestimmtEinstufung laut Report: Rahmen (T/Ecol). Frontier-Skalierung bis 2030 physisch möglich; kein Unternehmensengpass
EMakro-Produktivitätsniveau: Acemoglu ca. 0,9 % BIP über zehn Jahre; Goldman +7 % BIP; MGI 0,2–3 % p. a. je Adoptionsszenario; OECD +0,7–1,1 Prozentpunkte p. a. für DE (alle Prognosen)Acemoglu NBER w32487 (A); The Register 29.5.2024; McKinsey DE 23.5.2024 (C); Capital Group/OECD 30.7.2026 (C); dänische Registerdaten ≤ 1–2 % (Lauf 1, A)unsicherKritisch unsicher. Streuung um eine Größenordnung, nicht methodisch bereinigt (Niveau vs. Wachstumsrate vs. Zehnjahreseffekt); beobachtete Effekte bislang nahe Acemoglu
EInvestitionszyklus: Hyperscaler-Capex ca. 404 Mrd. USD (2025), > 600 Mrd. USD (2026E), FCF < 100 Mrd. USD (2026E); Frontier-Lab-Umsätze 30,4 Mrd. USD annualisiert (2025)stock3, 15.2.2026 (D, Tabelle und Text inkonsistent); AI Digest 2025 (C)unsicherKritisch unsicher. Niemand hat die Adoptionsfolgen einer Korrektur modelliert; Open-Weight-Modelle schließen 85 % der Lücke (Puffer)
EDemografischer Erwerbspersonenrückgang DE: −1,12 Mio. bis 2040, Bevölkerung im Erwerbsalter −3,1 Mio., bei angenommener Nettozuwanderung 4,6 Mio. (Projektion)BIBB/IAB QuBe 8. Welle, 10.1.2025 (B)vorbestimmtSTEEP E/S. Kohorten feststehend; QuBe enthält kein KI-Szenario
EEngpass in technischen, IT- und Gesundheitsberufen (20 von 140 Berufsgruppen 2024–2028), kein Engpass in Büroberufen; Büro-/Sachbearbeitung global am stärksten exponiert (ILO/NASK: 25 % weltweit, 34 % in Hocheinkommensländern)QuBe (B); ILO/NASK, 20.5.2025 (B)vorbestimmtEinstufung laut Report: vorbestimmt (Struktur). Mangel an Spezialisten und Überangebot in exponierten Generalistenrollen können gleichzeitig auftreten
EKostendruck Automotive: Beschäftigung Ende H1 2026 ca. 691.500, −17 % gegenüber 2018, niedrigster Stand seit 2005; Ursachen China, Energie, Kosten, nicht allein Elektromobilitätecomento/CAM, 17.8.2026 (B für Destatis, C für CAM)vorbestimmtUnabhängig von KI; macht Automatisierung mit Kostenfokus wahrscheinlicher; keine Trennung Verwaltung/Produktion
EKostendruck Banken: Morgan Stanley: ca. 200.000 Stellen bei 35 europäischen Banken bis 2030 (ca. −10 %), vor allem Back-/Middle-Office, Risiko, Compliance; ABN Amro −20 % bis 2028 (Prognosen)IT Finanzmagazin, 2.1.2026 (C, Methode nicht offengelegt)vorbestimmtEinstufung laut Report: vorbestimmt (Druck), unsicher (Umfang). Cost-Income-Gap strukturell; Gegenstimmen aus JPMorgan/Goldman zur Junior-Ausbildung
EPharma-Patent-Cliff als Adoptionstreibernur Branchenmedien (Clinical Trials Arena, D)unsicherEinstufung laut Report: unbelegt. Keine datierte Primärquantifizierung gefunden
EEinbruch der Einstiegsstellen DE (−46 % vs. 2019, Juli 2026; Divergenz seit Frühjahr 2022) und Akademikerarbeitslosigkeit 3,3 % (2025); Canaries-Lücke USA 19 %Indeed via Personalwirtschaft, 23.9.2026 (C); BA (B); Stanford Canaries, Aug. 2026 (A-nah)unsicherSTEEP E/S. Einstufung laut Report: vorbestimmt (Niveau 2026), kritisch unsicher (Attribution, Persistenz). Richtung einhellig, KI-Anteil nicht quantifizierbar (Indeed, BA); Umkehr bei Konjunkturerholung ist der Test
EArbeitgeberabsicht Abbau: 57 % erwarten Rückgang in zwei Jahren (Bitkom); 40 % der WEF-Arbeitgeber erwägen Abbau in automatisierbaren Bereichen; 44 % der US-CFOs planen KI-Kürzungen 2026Bitkom 9/2026 (C); WEF 1/2025 (B); NBER/Duke 3/2026 (B)vorbestimmtSTEEP E/S. Einstufung laut Report: vorbestimmt als Absicht. Absichten, keine Effekte; McKinsey: erwartet 32 %, realisiert 14 %
SVertrauen und Akzeptanz der Belegschaft DE: KI als Chance 69 % (2025: 74 %), Risiko 27 % (23 %); 22 % Jobsorge; 45 % der Erwerbstätigen lehnen KI-Unterstützung bei der Arbeit ab; Edelman: 16 % „embrace“, 53 % enthusiastischer bei Produktivität statt AbbauBitkom, 28.4.2026 (C, n = 1.003); Edelman Flash Poll, Nov. 2025 (C); Xing/Appinio 16 % Jobangst (Nordkurier, 1.12.2025, C)unsicherKritisch unsicher. DE stabil-skeptisch, USA kippend; Mechanismus „Produktivität statt Abbau“ belegt
SUS-Backlash: Pew „mehr besorgt als begeistert“ 52 % (2026), 18–29-Jährige 31 % (2021) → 55 % (2026); 71 % erwarten weniger Jobs; Challenger KI-attribuierte Streichungen 40 % Monatsanteil (Mai 2026); Proteste, DeinstallationswellenPew, 18.8.2026 (B, n = 3.488); Outlook Business, 7.6.2026 (C); MIT Technology Review, 21.4.2026 (D)vorbestimmtEinstufung laut Report: vorbestimmt (USA), unsicher (Übertragung DACH). Keine europäischen Proteste belegt; US-Generationeninversion als möglicher Vorläufer
SGewerkschaftliche Regelungsstandards (Rahmen-BV, Qualifizierung in Arbeitszeit, Kontrollverbot mit Erlaubnisvorbehalt, Beschäftigungssicherung)IG Metall 2025 (D); Lauf 1 (B)vorbestimmtSTEEP S/P. Konsolidiert; Lücke „Agenten“ in allen Gewerkschaftsmaterialien
ÖEnergie und Rechenzentren: global 415 TWh (2024) → 945 TWh (2030, Projektion); DE 20 TWh (2024) → 25–37 TWh (2030, Projektion), Genehmigungen „jahrelang“S&P/IEA, 10.4.2025 (B); Bitkom/Borderstep, 21.11.2024 (C)vorbestimmtEinstufung laut Report: Rahmen (Kosten-, Souveränitätsfaktor). Kein Verfügbarkeitsengpass für Unternehmensadoption bis 2030; CSRD-Bilanzierung von KI-Energie als Adoptionsfaktor nicht belegt
ÖEU-Rechenkapazität ca. 5 % global (USA 75–80 %)Börse Express, 18.7.2026 (D)vorbestimmtSTEEP Ecol/P. Einstufung laut Report: Rahmen. Kapazitätsaufbau dauert > 5 Jahre
PKI-VO-Fahrplan nach dem Digital Omnibus: Art. 50 Abs. 2 ab 2.12.2026, Anhang-III-Hochrisiko (inkl. HR) ab 2.12.2027, Anhang I ab 2.8.2028; Art. 4 und GPAI-Pflichten bleibenVDE, 30.4.2026 (C); VerifyWise, Mai 2026 (D); Lauf 1: VO (EU) 2026/1744 in Kraft 27.7.2026vorbestimmtRichtung „Vereinfachung ohne Rücknahme“ über Rat, Parlament, Kommission konsistent
PProdukthaftung für Software inkl. KI ab 9.12.2026 (RL (EU) 2024/2853, BMJV-Referentenentwurf Sept. 2025, BT-Drs. 21/4297)CMS, 3.12.2025 (C)vorbestimmtRichtlinienfrist, 1:1-Umsetzung; Entwicklungsrisikoeinrede bleibt; KI-Haftungsrichtlinie zurückgezogen
PDurchsetzungsdichte: harmonisierte Normen nicht verfügbar; keine Art.-14-/Marktüberwachungsverfahren vor 12/2027VDE 4/2026 (C)unsicherKritisch unsicher (U3). Baseline null; Durchsetzung entscheidet, ob Aufsichtspflichten Gestaltungsdruck erzeugen
PBeschäftigtendatengesetz (Referentenentwurf seit Okt. 2024, neuer Anlauf 2026, Passage offen) und BetrVG-Reform (Koalitionsvertrag 9.4.2025; Bundesrat BR-Drs. 239/25 fordert KI-Beteiligungsrechte; kein Referentenentwurf)skill-sprinters, 29.6.2026 (D); Gleiss Lutz, 14.7.2025 (C)unsicherKritisch unsicher (U3). Beide Vorhaben mehrfach gescheitert
PDigitale Souveränität: Forrester-Index DE 34 % (2025) → 36 % (2030, Prognose); nur 4,6 % der deutschen IT-Entscheider schließen EU-Software aus (Vorjahr 47,7 %); 62 % betreiben ≥ 2 ModellanbieterBörse Express, 18.7.2026 (D); AI Index (B über D)unsicherEinstufung laut Report: kritisch unsicher (Trigger US-Politik), Richtung Multi-Vendor vorbestimmt. Absichtswandel groß, Kapazität klein
PSchweiz: KI-Gesetz in Vernehmlassung bis Ende 2026, Ratifikation der Europarats-Konvention; Österreich: KI-Servicestelle bei der RTRBJ Schweiz (B); Trending Topics (D)vorbestimmtEinstufung laut Report: vorbestimmt (Prozess), unsicher (Inhalt). Sektorale Regelung
SGenerationenschere: DE klassisch (Chance-Sicht 81 % bei 16–29 vs. 58 % bei 65+), USA invertiert (Jüngere am skeptischsten)Bitkom 4/2026 (C); Pew 8/2026 (B)unsicherUS-Inversion als Vorläufersignal über die Einstiegsstellenlage
06

Phasenmodell auf zwei Achsen

Breite der Nutzung und Tiefe der delegierten Autonomie sind entkoppelt; kein publiziertes Reifegradmodell ist longitudinal belegt. Das synthetisierte Modell hat fünf Phasen; ein Klick öffnet Kennzeichen, Auslöser, Fehlermuster und Indikatoren.

Breite der Nutzung → Einzelne · Teams · Bereiche · Organisation Tiefe der Autonomie → 1 IndividuelleAneignung 2 Organisierte Breite 3 BeaufsichtigteDelegation inNischen 4 Prozessautonomie mitAusnahmebehandlung 5 VerankerteArbeitsteilung(Konstrukt)

Phase 1: Individuelle Aneignung

Breite: Einzelne, Schatten-KITiefe: Augmentation
Kennzeichen
Private Tools, BYOAI; Nutzung ohne Regel; Produktivitätsgewinn auf Aufgabenebene sofort; Leader nutzen häufiger als ICs; Verheimlichung
Dauer
Individuelle Lernkurve: Sprung im ersten Monat, Plateau ab Monat 2 bis 5 (A, Kundensupport, n = 5.179); Novizen holen 8–10 Monate Tenure in 2 Monaten auf
Auslöser des Übergangs
Plattformentscheidung und Vendor-Bundling (D); Arbeitgeber-Ermutigung (B, 47 → 83 %); Art.-4-Frist als Schulungsauslöser (C/B, zeitlich kongruent)
Fehlermuster
Verheimlichung (48 %), Bewertungsstrafe, fehlende Regel (mindestens die Hälfte der nutzenden Betriebe ohne Regel und Schulung, IAB 2025); Hürden Nicht-Nutzer: Know-how 85 %, Rechtsunsicherheit 66 %, Kosten 63 %
Führung und Teams
Führungskraft als (heimlicher) Vornutzer; Teams ohne Norm
Interventionen
Ermutigungsnorm statt Verbot (B); Nutzungsrichtlinie „erlaubt/offenzulegen/untersagt“ (Mechanismus A, Verbreitung C); Art.-4-Schulung als Einstieg, nicht als Ziel
Diagnostische Indikatoren
Anteil nutzender Beschäftigter (62,1 % weite Definition, BAuA 2024, n ≈ 9.800); Verheimlichung (keine DE-Baseline; international 48 %, Slack 2024); Regel vorhanden (21 %, Schulung 27 %, IAB 2025)

Phase 2: Organisierte Breite

Breite: Mehrheit per PlattformTiefe: Augmentation
Kennzeichen
Plattformentscheidung (Copilot, Gemini, Claude Enterprise), Massenqualifizierung, Nutzungsrichtlinie; Wochennutzung bei Lizenz im Firmenmittel 38 % (Spanne 9–75 %); Aufgabenmix, Meetings, Koordination unverändert; EBIT-Zuschreibung bewegt sich nicht
Dauer
Firmenbreite bis Mehrheit nutzt: 12–24 Monate (DE 2024–2026, B/C); Regelbildung/BV 12–24 Monate nach Nutzungsbeginn (B, Panel); keine organisationalen Effekte auf Löhne/Stunden nach 24 Monaten (A, Register)
Auslöser des Übergangs
Kostenprogramm mit Zielsumme (Commerzbank „Momentum 2030“, D); Strategieklarheit (C: Wirkung 80 vs. 60 % bei nur Tools); Lighthouse-Use-Case (allgegenwärtig, nicht quantifiziert; fehlende Use Cases nur noch für 11 % Hemmnis)
Fehlermuster
Lizenz ohne Training und Ermutigung (Firmenspanne 9–75 %); „Transformation Paradox“ (45 % halten Weitermachen für sicherer als Redesign); Hürden Nutzer: Datenschutz 66 %, Rechtsunsicherheit 56 %, Kosten 54 %, Akzeptanz 42 %; Nutzung ohne Zeitverwendungsregel (66 % Frontline); Microsoft-Zonen „Blocked Agency“ 10 %, „Stalled“ 16 %
Führung und Teams
Führungskraft als sichtbares Vorbild und Ermutiger (korrelativ belegter Hebel); Teams als Lerngemeinschaft; Betriebsrat als Verhandlungspartner über Regel
Interventionen
Training mit Nutzungsmustern (Erklären, Prüfen) statt Bedienung (A, Lauf 1, Befund 3); Zeitverwendungsregel (C); Rahmen-BV in der Planungsphase (B: Regeln folgen sonst); Workflow-Redesign-Pilot in 1–3 Prozessen (C, korrelativ)
Diagnostische Indikatoren
Firmen mit Nutzung (54,5 % ifo Mai 2026; 57 % Bitkom; 62 % Regelbetrieb Weizenbaum 2025); Schulung (70 % der KI-Firmen, 11 % alle Beschäftigten, Bitkom 2026); tägliche Nutzer (keine DE-Baseline; USA 13 %); Telemetrie Wochennutzung je Team (A: 9–75 %); KI-BV (31 von 440 Betrieben, Weizenbaum 2025, nur DP 53); BR-Beteiligung Planung 35 % vs. Einführung 53 % (Weizenbaum 2025, n = 233)

Phase 3: Beaufsichtigte Delegation in Nischen

Breite: Teams/Funktionen (IT, Wissensmanagement, Software, Analyse)Tiefe: beaufsichtigte Einzeldelegation
Kennzeichen
Agenten in Pilot/Produktion in technikaffinen Funktionen; Coding-Agenten mit messbarem Durchsatzeffekt (+24 % Merged PRs); Data Readiness und Kontext werden Top-Hürde; Governance folgt Deployment binnen Quartalen; Inferenzkosten erstmals Budgetposten
Dauer
Pilot → Produktion: 90 Tage (Mid-Market) bis ≥ 9 Monate (Großunternehmen) nach NANDA (D); „6–18 Monate“ (Hersteller, D); Agentenquote Großunternehmen 27 → 40 % in 12 Monaten (C)
Auslöser des Übergangs
Verlässlichkeit im Shadow Run; Vollkostenrechnung; Prozessstandardisierung im Pareto-Kopf; Kostendruck (Automotive, Banken)
Fehlermuster
Pilot Purgatory (75 % pilotieren, 15–30 % skalieren); Data Readiness 76 %; Governance 13 % stark zustimmend; Vertrauen in Hallucination-Schutz 19 %; Agent Washing; Rechtekonzepte nach Vorfällen; Use-Case-Aufgabe nach Pilot (Weizenbaum: IT 40, HR 21, Einkauf 15 Betriebe)
Führung und Teams
Führungskraft als Spezifikations- und Prüfinstanz (Plausibilität); Teamleitung und Power-User als AgentOps ohne Rollenbeschreibung; Prozessinhaber für Agentenverhalten verantwortlich
Interventionen
Verantwortungsarchitektur vor Rollout (Rechtekonzept, Stopp-Rechte, Eskalationsschwellen) (D/C; Mechanismus A aus Lauf 1); Kontextkuratierung mit Eigentümer (C); Shadow Runs mit Erfolgs- und Eingriffsquote (Plausibilität); Aufsichtsqualifizierung nach Art. 14 Abs. 4 analog (keine Programmevaluation)
Diagnostische Indikatoren
Agent im Einsatz (11 % der KI-affinen Firmen, Bitkom 2026); vollautonom erwogen (keine DE-Baseline; 15 % Gartner 2025); Multi-Agenten (keine DE-Baseline; 25 % KPMG Q3 2026, US); Aufsichtsregel sensible Daten (keine DE-Baseline; 75 % KPMG); Token-Budget (keine DE-Baseline; 43 % KPMG); Data Readiness als Top-Hürde (76 % KPMG)

Phase 4: Prozessautonomie mit Ausnahmebehandlung

Breite: ausgewählte Prozesse (Kundenservice, Backoffice)Tiefe: laufende Ausführung mit Ausnahmebehandlung
Kennzeichen
Trägerwechsel ganzer Aufgaben im Kundenkontakt; Headcount-Entscheidung öffentlich; hybride deterministisch-probabilistische Ketten; Ausnahmebehandler tragen Qualität; Korrekturpunkt 1–15 Monate nach Ankündigung
Dauer
Ankündigung → Rückbau: 1 Monat (CBA) bis ca. 15 Monate (Klarna) (D); Wiederbesetzung bei 52 % binnen 6 Monaten (C)
Auslöser des Übergangs
Qualitäts- und Volumenmessung vor Headcount-Entscheidung; Mitbestimmungspfad § 111; Wiederaufbau nach Rückbau
Fehlermuster
Automatisierungsentscheidung vor Messung (CBA: Volumen, Klarna: Qualität, Salesforce: Zuverlässigkeit eines Schritts); Learned Helplessness der Supervisoren; Vertrauenskrise auch ohne Technikfehler (Duolingo); Rückbau statt Weiterentwicklung
Führung und Teams
Führungskraft als Überbringer der Kapazitätsentscheidung und Verantwortliche für nicht ausgeführte Ergebnisse; Teams als Ausnahmebearbeiter; Betriebsrat über § 111
Interventionen
Qualitäts- und Volumenmetrik vor Entscheidung (Fälle); Ausnahmerolle mit Zeitbudget und Rotation (Human Factors A); Kapazitätsverwendung öffentlich und reversibel kommunizieren (C: Edelman); Interessenausgleich als Gestaltungsinstrument
Diagnostische Indikatoren
Anteil automatisierter Prozessschritte, Eingriffsquote, erkannte Fehler, Rückfallkosten (keine Baseline in irgendeiner Quelle); Use Cases nach Pilot aufgegeben (Weizenbaum: Betriebszahlen); Wiedereinstellungsquote (keine DE-Baseline; 35,6 % Careerminds US)

Phase 5: Verankerte Arbeitsteilung (Konstrukt)

Breite: OrganisationTiefe: je Aufgabentyp festgelegt, gemischt
Kennzeichen
Zielbild der Arbeitsteilung je Prozesstyp, Autonomiestufen in BV, Aufsichtsmetriken als Steuerung, Residualaufgaben geübt, Laufbahnen ohne Juniorarbeit designt
Dauer
nicht gemessen
Fehlermuster
Plausibel: Deskilling der Prüfinstanz; Verantwortung ohne Einfluss; Pipeline-Abriss
Führung und Teams
Führungskraft mit formaler Aufsichtsrolle; Teams um Spezifikation/Prüfung/Kuratierung geschnitten
Interventionen
Plausibel: Beurteilungslogik für Spezifikations-/Prüfqualität; Laufbahnmodelle ohne Juniorarbeit; Agenten-BV
Diagnostische Indikatoren
Wertmessprozess definiert (keine DE-Baseline; High Performer doppelt so häufig, McKinsey); Anleitung zur Zeitverwendung (keine DE-Baseline; 52 % ohne, BCG); L&D-Curriculum zu Verifikation (keine Baseline)
Matrix Dimension × Phase
frühmittelspätnicht beobachtet
DimensionBewegungP1 Individuelle AneignungP2 Organisierte BreiteP3 Beaufsichtigte Delegation in NischenP4 Prozessautonomie mit AusnahmebehandlungP5 Verankerte Arbeitsteilung (Konstrukt)
OE1 Strategie und ZweckmittelKein Zielbild; Duldung oder VerbotPlattform- und Lizenzentscheidung als implizite Strategie; Kostenprogramm mit ZielsummeUse-Case-Portfolio nach Funktionen; Zielbild der Arbeitsteilung meist noch implizitKapazitätsentscheidung wird explizit, oft öffentlich und reversibel (Klarna, Duolingo)Zielbild je Prozesstyp (Augmentation/Delegation/Automatisierung) und Kapazitätsverwendung vor Rollout kommuniziert
OE2 Struktur, Rollen, EntscheidungsrechtespätKeine Regel (79 % der nutzenden Betriebe, IAB 2025)Nutzungsrichtlinie, erste KI-BV (Systeme, nicht Aufgaben); Mitbestimmung bei Einführung 53 %, Planung 35 % (nur DP 53)Rechtekonzepte, Berechtigungen, Eskalationsschwellen nachgezogen; AgentOps als Aufgabe ohne Rolle; Verantwortung ohne Konsens (CIO/CTO 17 %)Ausnahmerolle entsteht faktisch, meist ohne Zeitbudget und Autorität; § 111-PfadAutonomiestufen je Aufgabentyp, RACI für Agenten, Stopp-Rechte, Aufsichtsrollen nach Art. 26 analog
OE3 Prozesse und Arbeitsorganisation: Aufgabenzuschnitt, Arbeitsteilung Mensch–System, AutomatisierungsgradspätAufgaben werden assistiert, Zuschnitt unverändertAufgabenmix unverändert; Workflow-Redesign-Fokus wächst als Absicht (BCG: Reshape 50 → 57 %, Invent 22 → 42 %)Delegation in Nischenprozessen; Frontier je Aufgabentyp erstmals kartiert; Kontextlücke erzwingt ProzessexplikationTrägerwechsel ganzer Aufgaben; hybride Ketten; Rückbau läuft über diese Dimension (deterministische Trigger, Dual-Track)Residual- und Nachbaraufgaben designt und geübt; Eskalationsdesign (früh, menscheninitiiert) als Regel
OE4 Führung als Systemfaktor: Spannen, Steuerungslogik, Rollenvorbild, DelegationsregelnfrühFührungskräfte nutzen häufiger, oft verdecktSichtbare Nutzung und Ermutigung als korrelativ belegter Diffusionshebel; Spannen beginnen zu wachsen (nicht KI-attribuierbar)Führungskraft als Spezifikations- und Prüfinstanz ohne Regelwerk (Plausibilität); Mittelmanager stärker belastet (47 vs. 31 %)Führungskraft als Überbringer der Kapazitätsentscheidung; Managementqualität als Angstpuffer (−6,8 bis −11,1 Punkte)Delegationsregeln setzen und überstimmen; Spannen gegen Aufsichtslast austariert
OE5 Kultur, Normen, psychologische SicherheitfrühVerheimlichung, Stigma, „cheating“-DeutungNutzungsnormen entstehen (erlaubt/offenzulegen/untersagt); Akzeptanz steigt langsam; Kontrollverbote in BVsVertrauen in Agentenoutput niedrig (19 % Vertrauen in Hallucination-Schutz); Workslop-Risiko bei agentenvermitteltem Output ungemessenVertrauenskrise bei Abbauankündigung auch bei Nicht-Betroffenen (23 vs. 18 % Angst); Misstrauensspirale (PLS)Offenlegung als Norm; Fehler besprechbar; BV als Vertrauensinstrument
OE6 Zusammenarbeit und Teamdesign (Gestaltungsanteil)nicht beobachtetEinzelnutzung, keine TeamnormTeamweise Clusterbildung (sichtbare Nutzung +216 % Odds); Selektionsfunktion des Teams unbeachtetReview-Rollen entstehen ad hoc (Power-User prüfen Agentenoutput)Teams als Ausnahmebearbeiter-Pools; Übergabe Mensch–Agent–Empfänger undefiniertTeamzuschnitt um Spezifikation, Prüfung, Selektion, Kuratierung
OE7 Steuerung, Anreize, MetrikenspätKeine MetrikNutzungsquote und Lizenzauslastung als einzige Kennzahl; Schulungsquote als ErfolgsmaßToken-Budgets (43 %), Kostenprüfung bei Freigabe (74 %), Monitoring-Dashboards (70 %) entstehen; Aufsichtsmetriken fehlenHeadcount und Durchsatz; Rückbau zeigt fehlende Qualitäts-/VolumenmetrikEingriffsquote, erkannte Fehler, Rückfallkosten, Verwendung freigesetzter Zeit, Vollkosten je Aufgabe; mehrjähriger Bewertungshorizont
OE8 Organisationale Lernfähigkeit und Wissensmanagement (Regeln, Rollen, Flüsse)spätIrrelevant; Wissen im KopfPrompt-/Use-Case-Bibliotheken als Community-Artefakte; RAG-Qualität als AugmentationsproblemKontext wird Engpass; Kuratierung an IT delegiert („Data Readiness“) oder ungeklärtImplizites Wissen geht mit Abbau; Ausnahmefälle ohne RückkanalKuratierungsrollen mit Zeitbudget; Rückkanal Ausnahmen → Prozess/Prompt/Modell; „Owned Intelligence“
PE1 Bedarfsanalyse und Kompetenzmodelle (inkl. Skills-Taxonomien, KI-Kompetenz)frühKeine BedarfsanalyseArt.-4-Kompetenzmodell: Bedienung, Regeln, Datenschutz; Skills-Inferenz als Vendor-AngebotDelegations- und Spezifikationskompetenz erstmals gefragt, nicht modelliertAufsichtskompetenz (Art. 14 Abs. 4 analog) für Ausnahmebehandler faktisch verlangt, nicht erhobenKompetenzmodell mit Discernment, Delegation, Diligence; unassistiert gemessen
PE2 Qualifizierung und Lernformate (individuell und im Team)frühSelbstlernen, Prompt-TippsMassenqualifizierung (Grundlagen, Compliance), Champion-Netzwerke; Budget je Kopf fällt (ATD −408 USD)Spezialisierte Formate für Power-User und Entwickler; Supervisionstraining fehltUmschulungspfade (IKEA 5–6 Wochen) oder PflichtmoduleRollenspezifische Nutzungsmuster, geplante unassistierte Praxis, Peer-Formate mit Verbindlichkeit
PE3 Förderung: Laufbahn, Nachfolge, Potenzialerkennungnicht beobachtetUnverändertUnverändert; Einstiegsstellen am Markt fallen (−46 %), Attribution offenJunior-Aufgaben werden delegiert; Nachbesetzung stockt informellNichtnachbesetzung („non-backfilling“) als Headcount-Instrument; WiedereinstellungszyklenEinstiegsrollen redesignt (answer-key, preceptor); Nachfolgeplanung unter Wegfall kodifizierter Juniorarbeit
PE4 Expertiseaufbau und Erfahrungslernen (Novizen-Experten-Pfad, Mentoring)frühAssistierte Leistung steigt, unassistierte Kompetenz unbeobachtetVolldelegation innerhalb der Assistenz senkt Verständnis (Lauf 1, Befund 3); keine geplante ÜbungPrüfkompetenz wird Restaufgabe, Übung entfälltDeskilling der Ausnahmebehandler (Prüfmuster Endoskopie, Lauf 1); VigilanzverlustMischarbeit, Rotation Ausführen/Prüfen, KI-freie Prüfgates, Simulation
PE5 Führungskräfteentwicklung (Fähigkeit: Spezifikation, Supervision, Ausnahmebehandlung, Bewertung)mittelKeineMindset-Formate, Reverse Mentoring vereinzeltSpezifikations- und Supervisionskompetenz gefragt, nicht trainiert (Plausibilität)Ausnahme- und Eskalationskompetenz faktisch verlangtLogik-Audit, Bewerter-Bias, Delegationsregeln als geübte Fähigkeiten; evaluierte Programme (Berkeley 2027 als erster Test)
PE6 Leistungsbeurteilung und Feedback (als Lern- und Entwicklungsinstrument)nicht beobachtetVerdeckte KI-Nutzung in Reviews (41 % US-Manager)Nutzungsquote droht Bewertungskriterium zu werden (Duolingo-Muster)Agentenvermittelter Output unbeurteilbar; AttributionsfehlerAusnahmebehandler an Durchsatz gemessen, haftet für AgentenoutputSpezifikations- und Prüfqualität als Kriterien; Kennzeichnung; Verbot der Kontrolle über Bot-Daten
PE7 Transfersicherung und LernkulturfrühPeer-Lernen blockiertCommunities of Practice als Struktur ohne WirkungsmessungLernen aus Ausnahmefällen ohne RückkanalKeine Lernzeit („one more thing I don't have time to learn“)Lerngemeinschaften um Ausnahmefälle; Transfer mit und ohne KI
PE8 Rolle und Organisation der L&D-/PE-FunktionfrühKeine RolleSchulungsdienstleister der IT; Content-Automatisierung; BudgetdruckAI-Enablement-Rolle (Signal); Aufsichtsqualifizierung fehltTraining als Automatisierungsvorbereitung (47 %) oder UmschulungAufsichtsqualifizierer und Normsetzer für Nutzungsmuster; Partner der OE
Verlauf: Überspringen, Rückbau, Szenarioabhängigkeit, RPA

Überspringen

ein Fall (D); MITRE/Gawron 2019 (A/B)

Keine empirische Quelle misst das Überspringen von Phasen. Einziger dokumentierter Fall, der die Tiefenachse ohne vorherige Breite betrat: Klarna (Abbau 2022 vor Assistentenstart 2024, Prozessautonomie im Kundenservice ohne Augmentationsphase). Die Luftfahrt-Literatur belegt, dass jede Automationsstufe eigene Fertigkeitsverluste erzeugt, unabhängig vom Tempo. Folge: Überspringen ist möglich, riskant aus Plausibilitätsgründen, nicht quantifiziert.

Rückbau

C (Abbruch), B (WSI), D (Fälle); Reuequoten C/D

Auf drei Ebenen belegt: Projektabbruch (S&P 17 → 42 %; Weizenbaum Use-Case-Aufgabe), Erwartungskorrektur (Headcount 32 vs. 14 %; WSI 8 → 5,5 %) und Organisationsumkehr Automatisierung → Mensch (Klarna; CBA 45 Rollen nach einem Monat; Salesforce „Vivant“). Alle Umkehrungen betreffen Automatisierung mit Headcount-Entscheidung; Rückbau ist stets ein Schritt zu Hybrid/Dual-Track, nie Abschaffung, nie Rückfall auf der Breitenachse. Korrekturpunkt im Kundenservice typischerweise 6–12 Monate nach Ankündigung. Zyklizität beobachtet niemand.

Szenarioabhängigkeit

Ableitungen aus den Szenariokonstrukten, keine Evidenz

Szenario 1 und 3: Pfad 1 → 2 → 3 → 5, Phase 4 als Ausnahme; Übergang 2 → 3 durch BVen und Aufsichtspflichten gebremst, aber stabilisiert, Rückbau selten. Szenario 2: Phase 2 und 3 übersprungen oder parallel, Phase 4 früh und unterhalb der Verlässlichkeit, Verlauf zyklisch, Breitenachse stagniert. Szenario 4: Phase 3 fällt weitgehend weg (2 → 4 direkt); Phase 5 ohne PE-Seite, Deskilling-Plateau nach 2032.

Deterministisch vs. LLM

B/C (Lacity/Willcocks, Deloitte), C (Gartner), D (Fälle)

Deterministische Logik: Prozessstabilität → Regeln → Bot → Skalierung nach Stückzahl (Willcocks/Lacity, Deloitte), setzt Standardisierung voraus. LLM-Logik: Assistenz → beaufsichtigte Delegation → Prozessbetrieb, skaliert entlang der Varianz, scheitert an Zuverlässigkeit. Pfade kreuzen sich bei Einbettung in RPA-Infrastruktur, deterministischem Ersatz unzuverlässiger Schritte (Vivant) und LLM-Klassifikation als Bot-Vorstufe. RPA-Welle 2017/18 und Agentenwelle 2025: Pilot : Skalierung ca. 15–25 : 1, strukturgleich. Modi laufen 1–2 Jahre versetzt (getrennte Hype-Zyklen).

RPA-Vorgeschichte

C (UiPath), D (Fälle); Plausibilität

Keine Studie vergleicht Agentenadoption nach RPA-Vorgeschichte; UiPath 2024 (37 % „nutzen bereits agentische KI“) ohne Vergleichsgruppe. Fallevidenz zeigt anderen Träger (Siemens „IT Automation Excellence“; Commerzbank Analytics-Einheit), nicht anderes Tempo. Plausibel: Governance-Routinen als Vorteil, aber Gefahr, Agenten als Bots zu behandeln und AgentOps in der IT statt in der Linie zu verankern. RPA-Fehlermuster sind wortgleich die 2025er GenAI-Befunde.

Was im Modell auf Evidenz und was auf Plausibilität beruht

Breite und Tiefe sind getrennte Achsen, keine Leiter

Evidenz

McKinsey (KI 44 % vs. Agenten 40/22 %), Bitkom (57 vs. 11 %), Gartner (getrennte Hype-Zyklen), Anthropic (directive-Anteil nicht monoton); Stufe C, konvergent

Individuelle Aneignung: Effekt sofort, Plateau nach 1–2 Monaten

Evidenz

Brynjolfsson/Li/Raymond (n = 5.179), Copilot-Experiment (56 Firmen), Humlum/Vestergaard (Register); Stufe A, Augmentation

Individueller Zugang erzeugt keine organisationalen Effekte (Aufgabenmix, Koordination, Löhne) bis Monat 24

Evidenz

Copilot-Experiment; dänische Registerdaten; Stufe A, Augmentation

Breitenphase ist organisational, nicht technisch bestimmt

Evidenz

Firmenspanne 9–75 % bei identischer Lizenz; Ermutigung 47 → 83 %; Stufe A/B, Augmentation

Regeln folgen Nutzung mit 1–2 Jahren Verzug; Mitbestimmung kommt nach der Designentscheidung

Evidenz

Weizenbaum-Panel (BV 4 → 31 und Planung 35 % nur aus DP 53; Einführung 53 % primär bestätigt); IAB; KPMG-Governance-Sprung; B für DACH-Breite, C für Agenten

Reihenfolge PE2/PE1 → OE5/OE4 → OE2-Regeln → OE8 → OE3/OE7

Evidenz

Panel (B), Querschnitte (C), Fälle (D); Evidenz für die ersten drei Schritte (B), Korrelation für die letzten (C)

Hürden wandern mit der Phase (Recht/Kompetenz → Daten/Governance/Kosten)

Evidenz

Bitkom Nicht-Nutzer vs. Nutzer; KPMG; Gartner; Stufe C

Rückbau nur auf der Tiefenachse, je Prozess, um eine Stufe

Evidenz

Klarna, CBA, Salesforce (D); Weizenbaum Use-Case-Aufgabe (B); Reuequoten (C); D-Fälle, konsistent mit B/C-Aggregaten

Phasendauern auf Organisationsebene

Plausibilität

keine Quelle; nur Projektzyklen belegt

Übergangsauslöser (Kostenprogramm, Strategieklarheit, Ermutigung)

Plausibilität

Korrelate (C) und Fälle (D); Plausibilität mit korrelativer Stütze

Phase 5 als erreichbarer Zustand

Plausibilität

6 % High Performer (C, Selbstauskunft) ohne Beschreibung der OE-/PE-Ausprägung; Konstrukt

Überspringen ist riskant

Plausibilität

Luftfahrt-Prüfmuster (A/B) belegt Skill Degradation bei jeder Stufe, nicht beim Überspringen

RPA-Vorgeschichte verändert Träger, nicht Tempo

Plausibilität

Siemens, Commerzbank (D)

Deterministische und probabilistische Logik kreuzen sich am unzuverlässigen Schritt

Evidenz

Salesforce „Vivant“ (D); van der Aalst (A, Theorie); Evidenz (ein Fall) plus Theorie

Vergleich vorhandener Reife- und Phasenmodelle
ModellHerausgeberJahrPhasenAchsenDatenbasisEvidenzMotivationDauer / Übergang / Rückbau
Frontier Firm (3 Phasen)Microsoft2025Assistent → Agenten als digitale Kollegen → Mensch führt, Agenten betreiben ProzesseAutonomietiefe (einziges Modell mit dieser Achse); Frontier-Firm-Definition über Breite + ROI + Agentenplan31.000 Befragte, 31 Märkte, 9.037 Leaders (844 = ca. 9 % Frontier), M365-Telemetrie ohne EU-Tenants, Selbstauskunft (WTI 2025) C Copilot, Agenten, Agent 365Keine Phasendauer; „2–5 Jahre“ bis alle auf dem Weg; nicht linear, Phasen gleichzeitig; kein Rückbau
Readiness-Zonen / Frontier ProfessionalsMicrosoft2026Frontier 19 %, Emergent 50 %, Blocked Agency 10 %, Unclaimed Capacity 5 %, Stalled 16 % (Zustände, keine Phasen)Individuelle Fähigkeit × organisationale Unterstützung20.000 KI-Nutzende, 10 Märkte inkl. DE, 105.000 Copilot-Chats, Korrelationen (WTI 2026) C wie obenKeine Dauer; Stillstand als Zone (16 %); „Transformation Paradox“; organisationale Faktoren 67 % vs. 32 %; Drei-Phasen-Modell von 2025 nicht fortgeschrieben
Deploy–Reshape–Invent, 10-20-70, ReifeindexBCG2024Stagnating / Emerging / Scaling / Future-built (Index 0–100); 26 % Leaders, 4 % Future-builtCapability/Wert; Value Plays nach Ambition1.000 CxOs, 59 Länder, Selbstauskunft; 10-20-70 ohne Methode (BCG 2024) C TransformationsberatungKeine allgemeine Dauer (ein Fall: 10 Wochen PoC); Leaders mit halb so vielen Use Cases; 74 % ohne Wert; kein Rückbau; Deploy/Reshape/Invent kommt im Datenreport nicht vor
AI RadarBCG2026Trailblazers ca. 15 % / Pragmatists ca. 70 % / Followers ca. 15 %Investitions-/Ambitionsniveau2.360 Befragte, 640 CEOs, 16 Länder, Absichten (AI Radar 2026) C wie oben94 % investieren weiter trotz ausbleibender Rendite; 6 % Rückzug geplant
State of AI, High Performers, RewiringMcKinsey2025, 2026Experimenting → Piloting → Scaling (Statusfrage); High Performers ca. 6 %Breite (Funktionen) × EBIT-Effekt; Agenten separat1.719 Befragte, 97 Länder, Mai–Juni 2026, 552 in beiden Wellen, Selbstauskunft (McKinsey 2026) C Rewiring-Beratung„Adoption slower than technology“; Headcount-Erwartung 32 % vs. Realität 14 %; High Performers stabil; kein Rückbau
Enterprise AI Maturity (4 Stufen)MIT CISR2024Experiment & Prepare 28 % → Pilots & Capabilities 34 % → AI Ways of Working 31 % → Future Ready 7 %Capability/Plattform; Finanzperformance je Stufe721 Firmen + 16 Interviews, Querschnitt, Jahr nicht genannt (CISR Pressemitteilung, 19.12.2024) B/C Sponsorenforschung, Briefings paywalledKeine Dauer, keine Übergangsfaktoren, kein Rückbau
AI Maturity Model (5 Stufen) + SurveyGartner2025Foundational → Emerging → Operational → Scaled → Transformational; 7 SäulenCapability-SäulenSelf-Assessment; Survey n = 432, Q4 2024 (Gartner, 30.6.2025) C Analystenverträge, Toolkit45 % (reif) vs. 20 % halten Projekte ≥ 3 Jahre (einzige Reifekennzahl mit Zeitbezug, zirkulär); Vertrauen der Fachbereiche 57 vs. 14 %
Hype Cycle AI / Agentic AI; AgentenprognosenGartner2025, 2026GenAI im Tal (2025); agentische KI am Gipfel (2026)Erwartung über Zeit, nicht OrganisationsreifeAnalystenurteil; Poll n = 3.412 C/D wie oben> 40 % Agentenprojekte bis 2027 abgebrochen (Prognose); 30 % GenAI-Projekte nach PoC bis Ende 2025 (Prognose, nicht nachgeprüft); 17 % deployed; Agent Washing; Modi laufen auf getrennten Hype-Kurven, ca. 1–2 Jahre versetzt
State of GenAI in the Enterprise (Wellen)Deloitte2024/25Experimentation → Deployment → Scaling (keine formalen Stufen)Breite/Skalierungsgrad2.773 Befragte, 14 Länder, Juli–Sept. 2024 (Deloitte Q4) C GenAI-Beratung> 2/3 skalieren ≤ 30 % der Experimente in 3–6 Monaten; 70 % erwarten ≥ 12 Monate bis ROI; 76 % warten ≥ 12 Monate vor Kürzung (Erwartungen, keine Messung)
Reinvention / Talent ReinventorsAccenture2024, 2026Experimentierend vs. Reinventors 18 %Capability + Talentpraktiken1.320 C-Level + 4.560 Beschäftigte, 12 Märkte (Sekundärbericht) C/D Reinvention-ServicesKeine Dauer; kein Rückbau
Agentic Maturity Model (0–4)Salesforce2025Fixed Rules/Copilots → Info-Retrieval-Agenten → Simple Orchestration → Complex Orchestration → Multi-AgentAutonomie, Orchestrierung, Domänenbreite, Datenharmonisierungkeine; konzeptionell (Salesforce) D Agentforce, Data CloudSequenzielle „How to advance“-Schritte; nichts zu Dauer, Überspringen, Rückbau; Copilots auf Stufe 0 (Assistenz unterhalb, nicht parallel zur Agentenskala)
State of Enterprise AIOpenAI2025Pilots → Full Deployment; Frontier Workers/Firms (95. Perzentil)Nutzungsintensität/-breiteKundentelemetrie, 9.000 Befragte, 6 Fälle (OpenAI) C/D ChatGPT Enterprise, API„Early innings“; „constraint is organizational readiness“; keine Dauer
Enterprise AI Transformation GuideAnthropic2025/26Foundation → Targeted Pilots → Drive ImpactVorgehensschritteKundenbeispiele (Anthropic) D Claude EnterprisePiloten mit Wert in 30–60 Tagen; keine Fehlerfälle
Industrie 4.0 Maturity Indexacatech/FIR2017, 2020Computerisierung → Konnektivität → Sichtbarkeit → Transparenz → Prognosefähigkeit → Adaptierbarkeit; 4 GestaltungsfelderDatenreife bis Autonomie; Ressourcen/IS/Organisation/KulturKonsortium, Fallstudien, Harting-Validierung, Verteilung n = 70 (acatech 2020) B acatech-Beratungsableger, Assessments„Schrittweise“ aufbauen; mehrjährig; Pilotinseln statt Skalierung; Stufe 5 → 6 (Prognose mit manueller Maßnahme → autonome Entscheidung) entspricht Delegation → Automatisierung und ist die letzte Stufe nach vier Datenstufen
Change-Management-Phasen KIPlattform Lernende Systeme (AG2)2020Zielsetzung & Folgenabschätzung → Planung & Gestaltung → Vorbereitung & Implementierung → Evaluation & AnpassungBeteiligungs-/GestaltungsphasenKonzeptionell, 5 Praxisbeispiele ohne Wirkungsmessung (PLS) C/D BMBF-Plattform, keine„Spirale des Misstrauens“ bei fehlender Information; Qualifizierung in Phase 3; Mitbestimmung ab Phase 1; Vor-LLM
Beteiligung entlang der ML-PipelineHans-Böckler-Stiftung (Mollen/Hondrich)2023Problemdefinition → Daten → Training → Praxis → RetrainingBeteiligungszeitpunkteAnalytisch (Böckler Impuls) D Gewerkschaftsnahe StiftungFrühe Beteiligung normativ; keine Outcomes; das Schema „Information → Beratung → Vereinbarung → Evaluation“ wurde in keiner Böckler-Quelle gefunden
KI in der WirtschaftBitkom Research2026Nutzung 57 % / planen 38 %; Agenten 11 %; Potenzial „voll“ 0 %Breite (Nutzung, Agenten, Schulung)n = 603, ≥ 20 Beschäftigte, telefonisch (Bitkom) C VerbandKein Modell; „nur der Einstieg geschafft“
AI Maturity Model ReviewSadiq et al. (PeerJ CS)2021Review: meist 5 Stufen (8 von 14), Spanne 4–9Data, Analytics, Tech, Automation, Governance, People, Organization15 Studien 2018–2020 (Sadiq et al.) A (Review) keine7 von 15 validiert, 7 konzeptionell; „mostly from analyst organizations“; keine Theoriebasis; Vor-LLM
TOE × GenAI (Mixed Methods)Hughes et al. (IJIM 86)2026Kein Stufenmodell; FaktorenRelative Advantage, Complexity, Staff Skills, Change Capacity, Regulierung14 Interviews + n = 304 (Prolific, Dez. 2024), SEM R² ≈ 0,41 (Hughes et al.) A (Querschnitt) keineStaff Skills β = 0,39, Relative Advantage β = 0,34, Complexity β = −0,135; Regulatory Pressure n. s.; Change Capacity moderiert; Pilot → Integration „significant challenge“; Augmentation
AI Readiness FactorsJöhnk et al. (BISE)2021Kein Stufenmodell; 5 Readiness-KategorienAssets, Capabilities, Commitment25 Experteninterviews (AIS eLibrary) A (qualitativ) keineReadiness „in its infancy“; kein Verlauf
DT vs. ITOT ProzessmodellWessel et al. (JAIS)2021Keine Stufen; Imposition-Reconciliation-SchleifeWertversprechen × Identität2 Längsschnittfälle (Wessel et al.) A keineEmergente Sequenz; Verwaltungsarbeit (ITOT, Identität bleibt) vs. Kernarbeit (DT, Identität neu)
RPA Journey (localised vs. strategic)Lacity & Willcocks (LSE)2016–2019Leaders 20 % / Followers 25 % / Laggards 35 % / Also-rans 20 %Strategische Einbettung; Prozessstabilität420 Deployments, Fallstudien (CIO NZ, Sekundärbericht) B/C Buchautoren, BeratungPilotstopp bei Quick Wins; 30–50 % Fehlschlag (EY, Whitepaper-Zahl); 75 % Managementprobleme; „kontrolliertes Experiment im Live-Betrieb“
Automation with IntelligenceDeloitte2020Piloting 1–10 Bots 37 % → Implementing 11–50 23 % → Scaling 51+ 13 %Bot-Anzahln = 441, 29 Länder (Deloitte 2020) C AutomatisierungsberatungProzessfragmentierung Top-Barriere drei Jahre in Folge; 34 % Umschulung erwartet; 2017: 3 % mit > 50 Bots
Lessons Lost: Automation in AviationMITRE (Gawron)2019Keine Stufen; Automationskontinuum Wiener → ParasuramanAutomationsgrad × menschliche LeistungReview 1970–2000 (MITRE) A/B FFRDC, keineSkill Degradation und Complacency bei jeder Stufe; Tempo/Überspringen ausdrücklich nicht behandelt
07

Interventionen, Metriken, Rollen

Was Wirkungsnachweis hat und was nur einen plausiblen Mechanismus. Nutzungsquote ist eine Vanity-Metrik; Aufsichtsmetriken für Agenten haben nirgends eine Baseline.

Modus Phase

Ermutigungsnorm statt Verbot (Vorbedingung)

A Augmentation
Mechanismus
Erlaubnis senkt soziale Strafe und Unsicherheit; Verbot verdrängt in den Schatten
Beste Evidenz
A: Humlum/Vestergaard Mai 2025, n ≈ 25.000/7.000 Betriebe: 47 → 83 %, Verbot → ca. ⅓; C: PagerDuty Juni 2026, n = 1.250, 66 % gegen Policy
Dimensionen
OE4, OE5
Phase
1–2
Fehlermuster
Verbot; Mandat ohne Norm; Regeln für Führung anders als für den Rest

Multiplikatoren-/Champion-Netzwerke

A-nah (Mechanismus); A ausstehend (Programm) Augmentation; Delegation nur Coding
Mechanismus
Peer-Sichtbarkeit und lokale Hilfe senken Einstiegshürde
Beste Evidenz
A-nah VK: Microsoft CLI Juli 2026, Zehntausende: Manager +82 %, Peers +54 %, Skip-Level +216 % Odds; A ausstehend: RCT LMU/ESSEC (AEARCTR-0018777, 40 Filialen, Sept. 2026–Dez. 2027); D: Moderna, EPC, Prosci-Fälle
Dimensionen
OE4, OE5, PE7, OE8
Phase
1–2; „Builder Champs“ in 3 ungemessen
Fehlermuster
Wirkt auf Erstnutzung, nicht Retention; Champion als unbezahlte hidden work; Auswahl nach Technikaffinität; Aktivierung als Erfolgsmaß

Communities of Practice

D/C keine Wirkungsevidenz
Mechanismus
Peer-Lernen, Explikation von Nutzungsmustern
Beste Evidenz
D VK: Microsoft 2024 > 70.000 Mitglieder, ca. 46.000 MAU; Moderna 2.000 wöchentlich Aktive; C: Prosci „structured workflow sharing“ qualitativ
Dimensionen
OE8, PE7
Phase
2–3
Fehlermuster
Teilnahme als Erfolg; versandet nach Rollout-Welle; kein Rückkanal für Ausnahmen

Geschützte Experimentierräume

A-nah Augmentation
Mechanismus
Risikobegrenzung plus Zeit für Varianzkontrolle vor Ort
Beste Evidenz
A-nah: Kellogg/Karunakaran/Wiesenfeld 2026, zwei Organisationen, zwei Jahre: 141 vs. 3 Lösungen, > 80 % Ausstieg; D: Tampere-Sandbox (EASE 2026), DHI-Hackathon (AWS, Sept. 2026)
Dimensionen
OE3, OE8, OE7, OE2, PE4
Phase
2–3
Fehlermuster
Hidden work, Abbruch; Prototyp ohne Produktionspfad; Nachwuchs verliert Übung; Nutzungslift ohne Qualitätsmaß

Aufgaben-/Rollenredesign in Teams

A (Nullbefund); C (Positivbeleg) Augmentation; Automatisierung nur Prüfmuster
Mechanismus
Aufgabenzuschnitt entlang der Fähigkeitsgrenze; Selektionsfunktion des Teams sichern
Beste Evidenz
A (Nullbefund ohne Redesign, Lauf 2: individueller Zugang verändert Aufgabenmix nicht, 7.137 Beschäftigte); C: High Performer ca. 75 vs. 25 % Redesign (McKinsey 2026, n = 1.719); D VK: Job Crafting R² = 0,18, n = 295 (Multiverse Okt. 2025)
Dimensionen
OE3, OE6, OE2, PE4
Phase
2–4
Fehlermuster
Redesign als Tool-Rollout verkleidet; Teamselektion verloren; Juniorarbeit ohne Ersatzübung delegiert

Delegationsregeln, Autonomiestufen je Aufgabentyp, Verantwortungsarchitektur

C/D/Primär ohne Outcome; A-nah (READY) Delegation / Automatisierung
Mechanismus
Fähigkeit ≠ Erlaubnis; Stufung nach Reversibilität; Owner je Agent
Beste Evidenz
C/D/Primär ohne Outcome: Gartner 26.5.2026 (4 Stufen), ExxonMobil AAL/ACL (arXiv Juli 2026), IMDA 20.5.2026, FSB-Konsultation 10.6.2026, Microsoft Inside Track; A-nah VK: READY Sept. 2026, 16 Systeme, 21–100 % Review-Anteil
Dimensionen
OE2, OE4, OE7, PE5, PE1
Phase
3 (vor Rollout), 4–5 (BV)
Fehlermuster
Binäre Governance; Stufen nach Produkt; Freigabe je Aktion auch bei Reversiblem; Governance nach Vorfall; Agenten wie Assistenten ausgerollt

Design der Ausnahmebehandlung

A-nah / A Automatisierung mit Ausnahmen (Alibaba); Augmentation (CFF)
Mechanismus
Zeitpunkt und Initiator der Eskalation; Friktion an irreversiblen Punkten
Beste Evidenz
A-nah (randomisiertes Feldexperiment, Preprint Mai 2026, Alibaba-Mitautorin): früh/menschlich −0,52 vs. spät/algorithmisch −0,93 Bewertungspunkte, +40,8 % Dauer; A: Buçinca 2021 (CFF senken Overreliance, werden abgelehnt); A-nah VK: Ghosh et al. Jan. 2026, n = 214: „Assumptions“-CFF senkt Overreliance ohne Mehrlast; A: Automation Bias durch Training allein nicht verhinderbar
Dimensionen
OE3, OE2, OE7, PE4
Phase
3–4
Fehlermuster
Rubber-Stamp/Approval Fatigue (ungemessen); späte algorithmische Eskalation; Ausnahmebehandler an Durchsatz gemessen; wirksame Friktion wird abgelehnt

Use-Case-/Prompt-Bibliotheken

D (Fälle); A (Risiko) keine Wirkungsevidenz
Mechanismus
Explikation, Einstiegshürde senken
Beste Evidenz
D VK: Moderna 750 GPTs in zwei Monaten; Microsoft Agentenkatalog mit Re-Attestierung; A (Lauf 1): Prompt-Einführung verschlechtert Leistung außerhalb der Grenze
Dimensionen
OE8, PE2
Phase
2–3
Fehlermuster
Artefaktzahl als Erfolg; ohne Owner und Wartungszeit; Prompt suggeriert Verlässlichkeit jenseits der Grenze

Training von Beurteilungs-/Evaluationskompetenz

A (klein) Augmentation
Mechanismus
Musterbasierte Diskrimination; erklärende Nutzungsmuster
Beste Evidenz
A klein: Kamali et al. ICWSM 2026, 32 Analysten, 2.544 Urteile: +9 Punkte (95 %-KI 2,7–15,4) nach 30 Min., Bilddomäne; A (Lauf 1): 86 vs. 39 % Verständnis; A: Automation Bias nicht wegschulbar
Dimensionen
PE1, PE2, PE4
Phase
2–3
Fehlermuster
Bedien- statt Prüfschulung (Art.-4-Compliance); Prompt-Schulung ohne Grenzmarkierung; Training ohne OE-Flankierung

Teamnormen für Nutzung und Kennzeichnung

A / A-nah Augmentation
Mechanismus
Aufgabenbezogene Erwartung; Bewerter zu Nutzern machen; Kennzeichnung als Prüfinformation
Beste Evidenz
A (Lauf 1): Reif et al. PNAS 2025, n > 4.400; A: Schilke & Reimann 2025, 13 Experimente; A-nah: Niszczota & Grützner 2025, 491 Entscheider: 36 % des Verdienstes vernichtet, Nutzer strafen weniger; A-nah: Kickstarter-Offenlegung Feb. 2026: −39,8 % Mittel
Dimensionen
OE5, OE6, PE6
Phase
1–2; 3–4 für Agentenoutput ungemessen
Fehlermuster
Offenlegungspflicht ohne Bewerterwandel; Nutzung als Bewertungskriterium; keine Aufgabenspezifik

Führungskräfte-Coaching / Manager-Training

A-nah / A (Mechanismus); keine Programmevaluation Augmentation
Mechanismus
Vorbild, Framing, Delegationsautorität
Beste Evidenz
A-nah: Manager-Nutzung +82 % Odds; A: Verdrängungsframing −0,43 SD (n = 1.863, Intentionen); A (Lauf 1): KI-Coaching RCT null, n = 114; C: Prosci 35 % bereiten Manager vor
Dimensionen
PE5, OE4
Phase
1–2 (Vorbild); 3–4 (Supervision, ohne Evidenz)
Fehlermuster
Mindset-Format ohne Nutzungsauftrag; Verdrängungsnarrativ; Manager als strafender Bewerter; Vorbereitung erst nach Rollout

Betriebsvereinbarung als Gestaltungsinstrument

B Augmentation (Panel); Agenten ohne BV
Mechanismus
Vertrauenszusage (Mitwirkung führt nicht zu Abbau), Regeln vor Planung, Wissensbeitrag unter Schutz
Beste Evidenz
B: Weizenbaum 2025, 440 Betriebe: BR-Beteiligung 53 %, höhere Akzeptanz/weniger Verdichtung (ohne Zahl); B qualitativ: Böckler Nr. 494 Feb. 2025, > 80 Interviews, 21 Unternehmen
Dimensionen
OE5, OE2, OE8
Phase
2 (Rahmen-BV), 4 (§ 111), 5 (Autonomiestufen)
Fehlermuster
BV nach Deployment; System- statt Aufgabenbezug; BV als Verbotsinstrument; keine Agentenregel

Hersteller-Adoptionsprogramme (Kohorten, Launchpad, Office Hours)

D; A-nah (eine Zahl) Augmentation; Coding-Delegation
Mechanismus
Formate für die Breitenphase
Beste Evidenz
D VK: Microsoft 2024/2026 (> 300.000 Beschäftigte, keine Agentenzahl, kein ROI), Moderna, EPC, Prosci-Fälle; A-nah VK: +24 % Merged PRs einzige kontrollierte Zahl
Dimensionen
PE2, OE4
Phase
2
Fehlermuster
Aktivierung/Artefakte als Erfolg; Agentenrollout wie Assistentenrollout; keine Aufsichtsmetrik

Keine Intervention mit dieser Kombination.

Metriken jenseits der Nutzungsquote
MetrikMisstEvidenz für WertprognoseModusQuelle / Stufe
Nutzungsquote, Lizenzauslastung, tägliche NutzerVanityZugang/AktivitätVanity: entkoppelt von Lohn/EBIT (Lauf 1, A); Firmenspanne 9–75 % bei gleicher Lizenz (Lauf 2, A); ohne Strategie Burnout-korreliert Augmentation Lauf 1/2 (A); Makridis, CESifo WP 12373 (B)
Pilot-, Tool-, Use-Case-ZahlenVanityAktivitätVanity: „activity ≠ impact“; 63 % der Finance-Leader berichten langsamere Implementierung als erwartet (n = 204) alle Gartner, 28.5.2026 (C)
Selbstberichtete Produktivität/ZeitersparnisVanityWahrnehmungVanity/verzerrt: > 80 % nehmen Gewinn wahr (DORA) vs. −19 % gemessen (METR, Lauf 1); 3–7 % der Ersparnis werden Lohn (Lauf 1) Augmentation DORA 2025 (B/C); Lauf 1 (A)
SchulungsquoteVanityComplianceVanity: Art.-4-Schulungssprung ohne Prüfkompetenz (Lauf 2); Telekom > 100.000 Geschulte ohne Wirkungszahl alle Lauf 2 (C); Telekom, 5.10.2026 (D)
EBIT-/WertzuschreibungFinanzwirkung (Selbstauskunft)Zielgröße, kein Prädiktor; 37 % unverändert gegenüber 2025 alle McKinsey State of AI 2026 (C, n = 1.719)
Anteil fundamental redesignter WorkflowsKomplementärinvestition (OE3)korrelativ stark: ca. 75 vs. 25 % (High Performer vs. Rest); 42 % (BCG 2026, +20 Pp) alle McKinsey (C); BCG, 2.6.2026 (C, ca. 12.000)
Definierter Messprozess vorhandenOE7-Reifekorrelativ: High Performer 2×; Metriken bei „KIT-Führern“ an Skalierungsentscheidungen gekoppelt alle McKinsey (C); Frankfurt School CPMC, Nov. 2025 (B/C, n = 300)
Strategische Klarheit aus BeschäftigtensichtOE1korrelativ, längsschnittlich: +27 Pp mehrfach wöchentliche Nutzung; kehrt das Burnout-Vorzeichen um; Hochvertrauen +0,61–0,72 SD wahrgenommene Produktivität Augmentation Makridis (B, Gallup-Panel > 30.000, 2023–Q1 2026)
Anleitung zur Verwendung gesparter ZeitOE1/OE7plausibel; 66 % ohne Anleitung, > 50 % lenken Zeit nicht um Augmentation BCG 2026 (C)
Manager-Vorbild (sichtbare Nutzung)OE4korrelativ: +17 Punkte KI-Wert, +22 kritisches Denken, +30 Vertrauen in agentische KI; Nutzung 48/67/77 % nach Unterstützungsgrad Augmentation (ein Agentenitem) Microsoft WTI 2026 via CXM (C, 20.000 Nutzer); Gallup DE 2026 (B)
Durchsatz und Instabilität getrenntOutput vs. Qualitätgemessen: Durchsatz ↑, Instabilität ↑ (2024: −1,5 %/+7,2 % je 25 % Adoption; 2025 Durchsatz positiv, Instabilität weiter steigend) Augmentation (Code) DORA 2024/2025 (B/C, knapp 5.000)
Beschwerdequote, Rückrufquote, VolumenQualität der AutomatisierungFallzahl ohne Methodik: Beschwerden −30 %, Anrufe USA −55 %, Agenten bearbeiten 40 % der Kundenkontakte Automatisierung Telekom (D)
Over-/Under-Reliance, RAIR, RSRAngemessene Verlässlichkeit der Prüfendenvalidiert im Labor: 22 Studien, binär, 20 davon mit Crowdworkern, ca. ⅓ simulierte KI; „not adapted to generative AI“ Augmentation (Einzelentscheidung) Raees & Papangelis, arXiv 2604.23896, 26.4.2026 (A, PRISMA-Review)
Agreement/Switch Fraction, subjektives VertrauenVerhalten/Wahrnehmungschwach: beschreibt Verhalten, nicht Angemessenheit Augmentation Raees & Papangelis (A)
Eingriffsquote, Erkennungsquote, Override-Quote, Rückfallkosten, Supervisionslast je AgentAufsichtsqualität (OE7)keine Baseline in irgendeiner Quelle; Mechanismus A (Safety Report, Parasuraman); READY: Review-Anteil 21–100 % als Planungsgröße Delegation/Automatisierung Lauf 1/2; READY (A-nah)
Akzeptanzkriterium ≥ ersetzter Prozess, Konfidenzschwelle mit „undecided“, Prüfquote nach Kritikalität, OperatorleistungRegulatorische Qualitäts- und AufsichtsmetrikPflicht (Entwurf) in GMP; Analogie anderswo Automatisierung (statisch) Annex 22 via PharmTech, 13.8.2026 (B/C)
Modellinventar, Validierungsstatus, MonitoringGovernance-VollständigkeitPflicht (Konsultation 1.4.–8.5.2026) in Banken alle MaRisk 9 via RSM Ebner Stolz (C)
Post-Market-Monitoring, Logs ≥ 6 MonateLebenszyklusdatenPflicht nur Hochrisiko; Art. 72 Anbieter, Art. 26 Abs. 6 Betreiber alle Art. 72, Art. 26 KI-VO (Primär)
Anteil der Produktivitätsgewinne für QualifizierungszeitVerwendung freigesetzter KapazitätBetriebsratsforderung, keine Vereinbarung Automatisierung Siemens-GBR/Böckler, Feb. 2026 (D)
Realisierter vs. erwarteter PersonalrückgangAbbau-Realität14 % realisiert (2026) vs. 32 % erwartet (2025); 39 % erwarten Rückgang im Folgejahr (2026) Automatisierung McKinsey 2026 (C)
Rollenteilung und Konfliktlinien
RolleVerantwortungKonfliktlinieEvidenz
IT / CIO-CTOPrimärer Eigentümer der KI-Initiativen (64 %); Plattform, Deployment, Data Readiness; AgentOps faktisch (Lauf 2)Deployment „oft ohne HR-Beteiligung“ wegen „executive urgency“; IT-Ownership statt Prozessinhaber (RPA-Muster); Kontextkuratierung an IT delegiertInfo-Tech, Juni 2026 (C, n = 551); Gartner HR, 16.12.2025 (C, n = 2.986)
HR / CHROCompliance-Schulung (Art. 4), KI in HR-Prozessen, Governance-Partner; an Entscheidungen außerhalb HR zu 32 % beteiligt; zwei Drittel sehen sich unterstützend, 44 % reaktivSelbstbild zentral vs. geringe Beteiligung und Kompetenz (Ethik/Recht 47 % niedrig, algorithmische Grundlagen 64 %, Datenzugriff 65 %); HR-Engagement in DE unter Gallup-Durchschnitt; 81 % der HR-Fachleute nutzen KI selbst täglich/mehrmals wöchentlichFHNW, März 2026 (B/C, CH, n = 121); Gallup DE 2026 (B, n = 312)
L&D / PE-FunktionLernformate optional/selbstgesteuert 55 %, informell über Kollegen 52 %, Pflichttraining 38 %, Übungszeit 30 %, Coaching am Arbeitsplatz 17 %Compliance-Schulung vs. Linien-Enablement; 36 % fühlen sich adäquat weitergebildet bei 72 % veränderten Kompetenzerwartungen; Aufsichtsqualifizierung fehltGallup DE (B); BCG 2026 (C)
OE-/Change-FunktionIn keiner Befragung als Akteur; die Aufgaben (Workflow-Redesign, Messprozess, Change beim Übergang Pilot → Skalierung) sind bei High Performern vorhanden, Träger unklar; „Prozesse & Implementierung“ stärkster SEM-Pfad (0,245)Besitzlose Kernaufgabe: Redesign, Kapazitätsverwendung, Messprozess ohne EigentümerMcKinsey (C); CPMC (B/C, n = 300, R² = 0,78, keine p-Werte); Gap
LinienführungVorbild und Nutzungsnorm (Diffusionshebel), Spezifikation und Prüfung ohne Regelwerk (Lauf 2), Gatekeeper für Team-Adoption und StaffingAdoptionsabsicht kippt bei Verdrängungsframing (−0,43 SD); nur 21 % der Beschäftigten sehen aktive Unterstützung der Führungskraft (HR-Selbstbild: 28 %); 48 % der Führungskräfte mit höherer mentaler Belastung, 41 % sagen, KI habe die Entscheidungszeit erhöhtIFS 2026 (A, Intentionen); Microsoft WTI via CXM (C); Gallup DE (B); BCG (C)
Top-ManagementStrategie, Plattform- und Kapazitätsentscheidung; Commitment 2× bei High Performern; Senior Leader ca. 40 % häufige Nutzung vs. ICs ca. 20 %„Executive urgency“ → überhastete Rollouts; Widerstandsnarrativ, das „the survey data doesn't support“; 39 % erwarten Headcount-Rückgang, was Manager-Adoption senktGartner HR (C); McKinsey (C); Makridis (B); IFS (A)
BetriebsratVerfahrensweg § 87 Abs. 1 Nr. 6 (Steckbrief, Ampel: grün Information, gelb KI-Ausschuss, rot GBR), Sachverständige § 80 Abs. 3, Beschäftigungseffekte, Qualifizierungszeit; Siemens-GBR teilt nach Ausschüssen (EDV: Leistungskontrolle; ZTA: Beschäftigungseffekte; Fachausschüsse: Bildung, Arbeitsschutz)Datenschutz nach LAG Hessen nicht erzwingbarer Mitbestimmungsinhalt; beschäftigtendatenfreie Agenten mitbestimmungsfrei; Planung 35 % vs. Einführung 53 % (Lauf 2); Abdeckung nur 42 % der Beschäftigten (1996: 67 %)Bitkom-Leitfaden 2026 (C, Arbeitgeberverband); VDAA/Handwerksblatt, 1.8.2026 (D); Siemens-GBR/Böckler (D); Böckler Impuls/IAB-Panel (B)
Qualitäts-/Risikofunktion (regulierte Bereiche)GMP-Accountability nicht delegierbar; Quality Unit prüft KI-Output (FDA Warning Letter April 2026); unabhängige Validierung (MaRisk)Modusgrenze vorgeschrieben vs. Fachbereichswunsch nach generativer KI (EMA-Stakeholder-Feedback)PharmTech (B/C); RSM (C)
Führungskompetenzen für Delegation und Aufsicht
KompetenzDefinitionTrainierbarkeitEvidenz
Spezifikation / Auftragsdesign (Description, Delegation)Ziel, Grenzen, Kontext, Fehlermodi und Eskalationspunkte eines Agentenauftrags so beschreiben, dass Output prüfbar istkeine Evaluation; Feldexperiment registriert: großes UK-Unternehmen, ca. 2.000 von 7.000 Beschäftigten, regulatorische Impact Assessments, vier Arme (Copilot Chat, zentraler Agent, selbst gebauter Agent als „Teammate“ bzw. „Worker“), primäres Outcome Outputqualität, Fenster 17.–27.2.2026, ohne ErgebnisAnthropic 4D (Lauf 1, C); Bojinov, AEARCTR-0017902 (A, ausstehend)
Supervision / Prüfkompetenz (Discernment; Art. 14 Abs. 4)Fähigkeiten und Grenzen kennen, Anomalien erkennen, Output korrekt interpretieren, Overreliance bewusst haltenAutomation Bias durch Training allein nicht verhinderbar (Lauf 1, A); kleines Training hebt Bild-Diskrimination +9 Punkte (A, n = 32); Labor-Metriken RAIR/RSR vorhanden, Trainingsstudien darauf nicht gefundenLauf 1 (A); Kamali et al. 2026 (A); arXiv 2604.23896 (A)
Delegationsentscheidung / KalibrierungLaufende Bewertung der KI-Leistung, aus der Delegationsbereitschaft und Fähigkeitseinschätzung folgenerfahrungsbasiert belegt: Längsschnitt mit 875 Filialleitern, Hidden-Markov-Modell; Delegationsbereitschaft polarisiert (Erkennende delegieren zunehmend, andere reduzieren); Appraisal → Bereitschaft → Fähigkeitseinschätzung als Feedbackschleife; Hochdelegierer outperformen; kein Trainingstest; KI-Typ vermutlich prädiktiv, nicht LLMLiu, Yue, Leung, Zhang, MISQ 49(3), 2025 (A; nicht stillschweigend auf LLM-Agenten übertragbar)
Delegation unter Intransparenz / DomänenwissenDelegieren trotz begrenzter Einsicht; Experten unterdelegierenPilot n = 48 (Bildklassifikation): Führungserfahrung allein kein Prädiktor; bei geringer Transparenz delegieren Erfahrene häufiger; Transparenz erhöht, Domänenwissen senkt DelegationReinhard, Moritz, Wagner, Li, Uni Kassel, 2025 (A-nah)
Ausnahmebehandlung / EskalationsdesignFrüh und menscheninitiiert eskalieren; Supervisor-Anstrengung haltenMechanismus A (Lauf 1, Befund 4: −0,52 vs. −0,93; Learned Helplessness); Rollen- und Lastdesign statt Schulung (Parasuraman & Manzey)Lauf 1 (A)
Vorbild und NormsetzungSichtbar nutzen, Experimentierraum schaffen, Neuerfindung auch bei Misserfolg belohnenkorrelativ stark, kausal nur für Arbeitgeber-Ermutigung (A): +30 Punkte Vertrauen in agentische KI; Nutzung 48 → 77 %; keine TrainingsstudieMicrosoft WTI via CXM (C); Gallup DE (B); Lauf 1 (A)
Zweckkommunikation / KapazitätsframingProduktivitäts- statt Verdrängungszweck glaubhaft vertretenkausal auf Intentionen: Verdrängungsframing −0,43 SD Adoption, −0,46 SD Advocacy, −0,21 SD Staffing-Absicht nach zweiminütiger Exposition; 40 % des Effekts über wahrgenommenen Nutzen, 30 % über RisikenIFS 2026 (A)
Faire Beurteilung KI-vermittelter LeistungBewerter-Bias gegen KI-Nutzer erkennen (Lauf 1, PNAS)keine Trainingsevidenz; Beurteilung agentenvermittelten Outputs ohne Quelle (Lauf 1, Befund 10)Lauf 1 (A); Gap
Agentenführung („Manager of Agents“)Orchestrierung mehrerer Agenten, Supervisionslast steuernnur Selbstbild: 52 % erwarten, eher Agenten als Menschen zu managen, 61 % halten Agentenführung für leichter; n, Länder, Datum nicht genannt; Lauf 2: Konstrukt schwachSnapLogic via TechRadar, 10.10.2025 (D)
KI-Coaching der Führungskraft (als Lernformat)KI-Coach ersetzt Humancoachkein Effekt gegen aktive Kontrolle in einem von zwei RCTs, Abbruch 12/37 vs. 1/38 (Lauf 1, n = 114); zweites RCT d = 0,33 nur gegen Nichtstun (Lauf 2)Lauf 1, Lauf 2 (A)
RPA-Fehler, die sich bei agentischer KI wiederholen
Fehler der RPA-WelleWiederholung bei AgentenPräventive OE-Intervention
Pilot-Euphorie, Skalierungsstopp (SSON 2020 ≤ 10 Bots; 3 % skaliert)75 % pilotieren, 15–30 % skalieren (Lauf 2); > 40 % Abbrüche bis 2027 (Gartner 2025, Prognose, C, ohne Stichprobe); < 15 % aktivieren agentische Features 2026 (Forrester Predictions 2026, Prognose, C, ohne Stichprobe)Skalierungskriterien, Messprozess und Change-Budget vor dem Pilot; Stufung Demo → PoC → Pilot → Rollout mit gemeinsamer Pilotbewertung (OE7, OE1)
IT-Ownership statt Business-OwnershipCIO/CTO Eigentümer bei 64 % (Info-Tech, C); AgentOps in IT, Kuratierung an IT (Lauf 2)Prozessinhaber in der Linie als Agent-Owner; Model-Owner- und Data-Owner-Rollen (MaRisk-Analogie, Frankfurt School) (OE2)
Falsche Prozesswahl, Klickpfade nachbauen statt Redesign„Band-Aid“-Agenten auf unverstandenen Problemen; „challenge the underlying process before improving a bad process“; Prozessintelligenz rettet 30 % (Forrester-Blog, Prognose, C, ohne Stichprobe); Redesign nur bei 25–42 %Prozessredesign und Frontier-Kartierung vor dem Agenten; Zielbild der Arbeitsteilung je Prozesstyp (OE3, OE1)
Brüchige Bots, Wartungslast, Updates ändern AufgabenNichtdeterminismus, Kontextverlust, Modellwechsel ohne Prozessänderung (Lauf 1); Instabilität steigt mit Adoption (DORA, B/C); Lösungen brauchen Wartung bei Modell-/Policy-Wechsel (Kellogg, A-nah)Agenten-Inventar mit Version, Einzeleinführung je Modellwechsel (IG Metall 2019, Bitkom-Steckbrief), Befristung mit Evaluationsklausel; Rückkanal Ausnahmen → Prompt/Prozess (OE8, OE2)
Fehlende Ausnahmerolle, Resttätigkeit ohne ZeitbudgetAusnahmebehandler entsteht faktisch ohne Budget und Autorität (Lauf 2); Learned Helplessness der Supervisoren (Lauf 1, A); Review-Anteil 21–100 % (READY, A-nah)Ausnahmerolle mit Zeitbudget, Rotation Ausführen/Prüfen, Erkennungsquote als Ziel statt Durchsatz (OE2, PE4, OE7)
„RPA islands“, Sprawl„an unmanageable number of AI agents with overlapping functionalities“ (Forrester, C); Kaufpräferenz ca. 80 % (Info-Tech, C); Copilot-Agenten ohne Rollenbeschreibung (Lauf 2)Orchestrierung entlang des Prozesses statt je Abteilung; CoE als Portfolio- und Governance-Instanz, nicht Bauinstanz; Agenten-Inventar (OE2, OE6)
Vendor-Washing (RPA als „KI“)Agent Washing: ca. 130 echte Anbieter (Lauf 1, C)Steckbrief mit Autonomiestufe nach Eingriffstiefe (Teil 0a), nicht nach Produktname (OE2)
Mitbestimmung je Bot vs. pauschal; Leistungskontrolle über Bot-DatenAgenten auf Beschäftigtendaten mitbestimmungspflichtig, aber keine publizierte BV (Lauf 2); Governance folgt Deployment binnen Quartalen (Lauf 2)Ampel/KI-Ausschuss und Rahmen-BV in der Planungsphase; Verbot der Leistungskontrolle, Bewertung anonymisiert oder anlassbezogen (Bitkom) (OE2, OE5)
Headcount als Business-Case-Metrik, Menschen „vergessen“ (BPR)Entscheidung vor Messung (Klarna, CBA, Salesforce; Lauf 2); 14 % realisiert vs. 39 % erwartet (2025: 32 %) (McKinsey, C); Verdrängungsframing senkt Manager-Adoption (IFS, A)Kapazitätsentscheidung vor Rollout, reversibel kommuniziert; Produktivitätsanteil für Qualifizierungszeit als Verhandlungsgröße; Qualitäts- und Volumenmetrik vor Headcount (OE1, OE7, OE5)
„Lessons Learned“ erst nach der WelleGartner „Agentic Automation Lessons Learned“ (8.10.2026, C, Paywall, nur Abstract: „overlooking critical operational and architectural factors can lead to costly failures“)Prüfmuster aus Lauf 1 im Zielbild verankern statt nachträglich (OE8)
08

Marktumfeld DACH

Wer was anbietet, zu welcher Preislogik, und wo die methodische Lücke liegt. Die Kästchen zeigen, ob ein Anbietertyp Führungskräfte und Teams, OE und PE gemeinsam, Delegationsdesign, Automatisierungsbegleitung und Szenarien adressiert.

(a) Strategie/Big Four

BCG (AI at Work 2026), PwC DE „Change & Adoption für AI“ (2026), Capgemini „Agentic AI for Enterprise“ (2025/26), MHP „AI4Human“ (2024), EY AT People Consulting (Okt. 2026), Accenture LearnVantage (2024)

✓FK/Teams
✓OE+PE
–Delegation
✓Automat.
–Szenarien
Fokus
End-to-end: Strategie, Plattform, Change, Upskilling; „Reshape/Invent“ statt Deploy
Format
Projekt, Rollout-Programm, eigene Change-Agenten (PwC „Coaching Companion“, „Leadership Agent“), Lernplattform
Preislogik
nicht öffentlich; BDU-Durchschnitt 1.300–1.600 €/Tag, Big-Four-Sätze unbelegt
Lücke
Governance-Modell und Verantwortungsarchitektur fehlen trotz eigener Diagnose (BCG: 50 % ohne Anleitung zu Mensch-KI-Teams, Accountability Top-3-Sorge für 47 %). FK als Sponsoren/Vorbilder, Teams als Rollout-Ziel; PE ja, OE nur Kultur/Kommunikation; Agenten als Tools/Plattform, keine Delegationsregeln; Automatisierungsbegleitung technisch, Kapazitätsverwendung nur als BCG-Diagnose.

(b) HR/Change/OE-Boutiquen, Prosci

Prosci DE „KI-Lösungen“, next level consulting (KI-Broschüre April 2026), Kienbaum/BPM (Studie 2026), MANAGER INSTITUT (Seminar)

✓FK/Teams
✓OE+PE
✓Delegation
–Automat.
–Szenarien
Fokus
ADKAR-Adoption, Sponsoring, Leader Enablement; Trainings, Richtlinien, Sandbox
Format
Beratung, Zertifizierung, 1–2-Tage-Trainings, Coaching, Community
Preislogik
nicht öffentlich („auf Angebot“)
Lücke
Delegationsregeln, Ausnahmedesign, Kapazitätsverwendung fehlen; systemische OE-Häuser (Metaplan, osb, Trigon, HRpepper) ohne auffindbares Angebot. FK als Sponsoren, Teams in Sandbox/Trainings; PE-lastig, OE nur Richtlinien/Verankerung; next level: „KI Readiness & Agents“ als Sandbox, Prosci: keine Agenten.

(c) Automatisierung/Prozess

UiPath (Plattform „Agents think. Robots do. People lead.“, April 2025), Celonis:Next (Mai 2025), Roboyo (2025/26), Roboyo × Accelerated Growth (Nordics, Feb. 2025)

–FK/Teams
–OE+PE
✓Delegation
–Automat.
–Szenarien
Fokus
Orchestrierung Agenten/Roboter/Menschen, Guardrails, Process/Task Mining, Managed Services
Format
Lizenz plus Implementierung, Academy, Managed Service
Preislogik
nicht öffentlich
Lücke
Organisationale Seite vollständig ausgelassen: Zielbild Arbeitsteilung, freigesetzte Kapazität, Ausnahmerolle, Mitbestimmung; „human in the loop“ ist Produktfeature. Adressaten Nutzer und Entwickler; Training = Toolbedienung; „controlled agency“ technisch, keine Rollen-/Verantwortungsregeln; Change extern zugekauft (nur Nordics).

(d) Toolhersteller-Adoption

Microsoft Adoption/Champion-Charta (18.10.2026), Campana & Schott Copilot Enablement (2026), PwC Coaching Companion, Google Gemini Enterprise (Okt. 2025), Anthropic Academy/AI Fluency (2026)

✓FK/Teams
✓OE+PE
✓Delegation
–Automat.
–Szenarien
Fokus
Nutzungsquote, Champions, rollenspezifische Use Cases, Agent-Enablement
Format
Playbooks (kostenlos), modulare Trainings, Persona-Workshops, Maturity Assessment (kostenlos)
Preislogik
Hersteller kostenlos; Partnerpakete nicht öffentlich
Lücke
Toolgebunden; Metriken = Nutzung/Zeitersparnis (C&S: 95 % Nutzung, 99 Min./Woche, Selbstauskunft); Delegations- und Verantwortungsregeln außerhalb des Mandats. FK als Vorbild/„Leadership Coalition“, Teams über Champions; PE ja, OE nur Change-Impact-Analyse und Community of Practice; Agenten-Enablement (Nutzung/Bau), Champions besitzen nicht Adoptionsstrategie, Governance, Geschäftsergebnisse.

(e) Akademien/Hochschulen/Zertifikate

IHK „KI-Manager“ (1.590–3.150 €), Bitkom Akademie Art.-4-E-Learning (45 Min.), St. Gallen „Strategy, Powered Through AI“ (CHF 2.900, 2 Tage), ESMT („AI for Managers“, „Leading in the Age of AI“, „Agentic AI Beyond the Hype“), Haufe „Ready for KI“

✓FK/Teams
–OE+PE
✓Delegation
–Automat.
✓Szenarien
Fokus
Grundlagen, Strategie, Use Cases, Compliance; vereinzelt Agenten und Szenarien
Format
Offene Seminare, Zertifikatslehrgänge, E-Learning (SCORM), Executive Programme
Preislogik
öffentlich: ca. 1.000–1.500 €/Seminartag p. P.; E-Learning-Lizenz nicht öffentlich
Lücke
Keine Teamnormen, keine Aufsichtskompetenz als Lernziel, kein Transfer in Rollen/Regeln. FK ja, Teams kaum; kein OE+PE (Individuum); St. Gallen: Einführung Multiagenten, ESMT: Agentic-Kurs, kein Delegationsdesign; St. Gallen: Szenarioplanung im Strategiemodul.

(f) Verbände/Kammern/geförderte Zentren

Mittelstand-Digital Zentren (kostenfrei, KMU ≤ 250), TBS NRW „KI gut machen“ (Juni 2026), digitalswitzerland AI Playbook (2026), WKO Fahrplan (2024), Bitkom (Studie plus Akademie)

✓FK/Teams
✓OE+PE
–Delegation
✓Automat.
–Szenarien
Fokus
Orientierung, Erstberatung, Pilotcoaching („coacht, setzt nicht um“), Mitbestimmung, Rollenmodelle für Use-Case-Prozesse
Format
Playbooks, Erstberatung, Workshops, KI-Trainer-Programm (4–8 Tage über 3–6 Monate)
Preislogik
kostenfrei/subventioniert (Marktpreis laut D-Quelle 1.500–2.500 €/Tag)
Lücke
Zielgruppe > 250 Beschäftigte unbedient; keine Delegations-/Autonomiestufenlogik. FK (Playbooks), Betriebsräte (TBS); TBS: Rollenwandel plus „KI-Runden“ (OE-nah), Playbook: Rollen im Use-Case-Prozess; Agenten nicht behandelt; TBS: Mitbestimmungspfad ja, Kapazitätsverwendung nein.

Betriebsratsseitige Beratung (eigenes Segment)

TBS NRW, IG Metall NRW Mustertexte, DGB Muster-BV (2024); Gegenseite Kliemt, Taylor Wessing (Juni 2026)

–FK/Teams
✓OE+PE
–Delegation
✓Automat.
–Szenarien
Fokus
Rechte nach §§ 80, 87 BetrVG, Gefährdungsbeurteilung, Muster-BV
Format
Broschüren, Beratung nach § 80 Abs. 3, Schulungen
Preislogik
öffentlich finanziert bzw. Arbeitgeber trägt Sachverständigenkosten
Lücke
Delegation und Verantwortung ohne Ausführung bei beiden Lagern kein Beratungsgegenstand. Adressaten Betriebsräte; OE-nah (Regeln), kein PE; Agenten = IT-Systeme; Mitbestimmungspfad ja.

Besetzte Positionierungen

  • „AI Change Management“ nach ADKAR: Prosci (Eigenclaims: bis zu 3× schnellere Adoption, 72 % höhere Erfolgswahrscheinlichkeit mit aktivem Sponsoring, 43 % der Initiativen stocken wegen fehlendem Sponsoring; Prosci-eigene Benchmarks, C), PwC Workforce Transformation, EY People Consulting (Ausbau in Österreich auf ca. 40 Personen, Oktober 2026)
  • „Copilot/Tool-Adoption mit Champions“: Microsoft-Playbook kostenlos, Partner wie Campana & Schott und PwC; preislich durch kostenlose Hersteller-Ressourcen gedeckelt
  • „AI Literacy for all / Art. 4“: Bitkom Akademie, Haufe, Herstellerkurse (Anthropic Academy mit dem 4D-Rahmen als einzigem Rahmen, der Delegation als Kompetenz fasst)
  • „KI-Manager“-Zertifikat: IHK bundesweit, 1.590–3.150 €, Projektarbeit meist „KI-Strategie“
  • „AI-Strategie für Executives“: St. Gallen, ESMT
  • „Agentic Automation“: UiPath, Celonis, Capgemini RAISE, Roboyo
  • Mitbestimmungsrechtliche Beratung: TBS/Gewerkschaften und Arbeitgeberkanzleien

Offene Lücken

  • Delegationsdesign: Autonomiestufen je Aufgabentyp, Delegationsregelwerk, Verantwortungsarchitektur und Ausnahmedesign für Führungskräfte und Teams (OE2, OE3, OE4 plus PE5)
  • Organisationale Begleitung von Automatisierungsinitiativen ohne technische Umsetzung (OE1, OE2, OE3, OE5)
  • Teamnormen, Kennzeichnung, Aufsichts- und Beurteilungskompetenz als Lernziel (OE5, OE6 plus PE1, PE4, PE6)
  • Szenario-/Foresight-Arbeit, die an OE-Entscheidungen gekoppelt ist (Augmentation vs. Automatisierung, Kapazitätsverwendung); nur St. Gallen integriert Szenarioplanung, dort als Strategiewerkzeug
  • Metrik-Set jenseits der Nutzungsquote (BCG fordert „measure business value, not adoption“, kein Anbieter liefert es belegbar)
  • Zielgruppe 300–12.000 Beschäftigte zwischen geförderten KMU-Angeboten (≤ 250) und Konzernmandaten der Big Four

Marktdaten

  • Managementberatung Deutschland 2025: 49,0 Mrd. € (2024: 48,7 Mrd. €), Prognose 2026 51,1 Mrd. € (+4,5 %) BDU via Lünendonk, 1.7.2026 (C)
  • KI-Beratung +18,8 %, am schnellsten wachsendes Segment; Top 20 wuchsen 4,1 % (Vorjahr 7,5 %), sechs mit Umsatzrückgang; 80 % nennen Digitalisierung/KI als wichtigste Managementaufgabe 2026 Lünendonk, 1.7.2026 (C, n = 68 Beratungen)
  • 43 % der Beratungen sehen keine KI-Wirkung auf Preise, 19 % Preissteigerungen, 16 % rechnen KI-Leistungen separat ab Lünendonk, 1.7.2026 (C)
  • BDU-Konjunkturklima Q4 2024: 87; 44 % der HR-Beratungen bewerteten ihre Lage als schlecht Börsen-Zeitung, 21.1.2025 (B/C)
  • Tagessätze: BDU-Durchschnitt ca. 1.300 € (Partner ca. 1.600 €, Analysten ca. 700 €), Freelancer ca. 800 €; Big-Four-/Strategiesätze nicht öffentlich, „2–4 k€“ nicht belegbar nordflux, Okt. 2026 (D, BDU sekundär)
  • Paketpreise KI-Boutiquen: Potenzialanalyse 500 € (60 Min.) bis 7.900 € (3-Tage-Audit), Workshops 1.950–5.000 €, Sparring ab 1.000–1.500 €/Monat, „KI-Champions“-Paket ab 3.000 € nordflux, Okt. 2026 (D, Anbieterseite)
  • 57 % der deutschen Unternehmen ab 20 Beschäftigten nutzen KI (Vorjahr 36 %); 11 % der Nutzer/Planer setzen Agenten ein, 29 % planen, 31 % diskutieren; 70 % schulen Bitkom, 14.9.2026 (C, n = 603, Verbandsbefragung)
  • Hürden bei Nutzern: Datenschutz 66 %, Rechtsunsicherheit 56 %, Mitarbeiterakzeptanz 42 %, Ergebnisqualität 26 %; externe Beratung für 21 % ein wesentlicher Kostenblock Bitkom, 14.9.2026 (C)
  • Weiterbildungsmarkt: ca. 30.000 Anbieter, Wachstum 2024/2025 je gut +5 %, Leadership 5,7 % des Volumens, KI-gestützte Lernprogramme „noch eher Zukunftsmusik“ Personalwirtschaft, 12.2.2025 (C)
  • Art. 4 KI-VO (gültig seit 2.2.2025) mit Verordnung (EU) 2026/1744 vom 8.7.2026 ab 27.7.2026 im Wortlaut gelockert („Maßnahmen ergreifen“), „die Pflicht bleibt grundsätzlich bestehen“ boerse-express, 6.8.2026 (D, Verordnungstext nicht geprüft)
  • „10-20-70“-Regel (10 % Algorithmen, 20 % Technologie, 70 % Menschen und Prozesse) stammt von BCG (News 26.1.2026), ohne Methode; Zuschreibung an McKinsey ist falsch bcg.com, 26.1.2026 (C); iternal.ai (D)
09

Gestaltungsanforderungen an das Angebot

Abgeleitet aus dem gesamten Stand: was ein Programm zur kontrollierten Adaption enthalten, was es messen und was es nicht versprechen darf. Anforderungen, die nur auf Plausibilität beruhen, sind markiert.

01

Enthalten: Ermutigungsnorm, Vorbildroutine und Peer-Sichtbarkeit als Eintrittsintervention (Phase 1–2), ausdrücklich kein Nutzungsmandat. Lieferobjekte: Nutzungsrichtlinie „erwartet/offenzulegen/untersagt“ je Aufgabentyp, Vorbildauftrag für Führungskräfte, Champion-Charta mit Zeitbudget und Anerkennung in der Beurteilung.

F(1): 47 → 83 %, Verbot → ⅓ (A); Manager +82 %, Peers > Mandat (A-nah VK); Lauf 1, Befund 6

A / A-nah
02

Enthalten: ein budgetiertes Experimentierformat mit Zeitkonto, Koordinationsrolle und Anerkennung, statt eines Sandbox-Zugangs. Der Projektplan weist die „hidden work“ (Beispielauswahl, Fehlersuche, Review, Wartung) als Arbeitszeit aus und sichert beaufsichtigte Praxis für Nachwuchskräfte.

F(2) Intervention 3: 141 vs. 3 Lösungen, > 80 % Ausstieg (A-nah); Lauf 1, Befund 9 (Verdichtung)

A-nah (qualitativ) nur Plausibilität
03

Enthalten: ein Delegationsregelwerk je Aufgabentyp mit getrennter Fähigkeits- und Erlaubnisstufe, Owner je Agent, Freigabe je Aktion nur für irreversible Schritte, verankert in OE2/OE4 und nicht der individuellen Bereitschaft überlassen.

F(2) Intervention 5: Konvergenz von fünf Rahmenwerken ohne Outcome (C/D/Primär); F(4): Experten unterdelegieren, Bereitschaft polarisiert (A, A-nah; Liu et al. als Analogie); Lauf 1, Befund 5 (Rechtekonzept als Schadensursache)

C/D für Form; A für Begründung der OE-Verankerung nur Plausibilität
04

Enthalten: Shadow Run mit Eingriffsquote vor jedem Rollout auf Delegations- oder Automatisierungstiefe, aus dem die Aufsichtspolitik (Konfidenzschwelle, Default-Eskalation, Review-Anteil) je Workflow kalibriert und als Kapazität geplant wird (Planungsannahme 20–40 % Review, abgeleitet aus zwei READY-Beispielen; Spanne im Benchmark bis 100 %).

F(1)/F(3): READY 21–100 % Review, Genauigkeit ≠ Eskalationsgüte (A-nah VK, Benchmark); Lauf 2, Phase 3

A-nah (kein Feldeinsatz) nur Plausibilität
05

Enthalten: Ausnahmedesign als Rollen- und Lastdesign (früh, menscheninitiiert, Friktion nach Reversibilität, Rotation Ausführen/Prüfen, Ausnahmebehandler an Erkennungsquote statt Durchsatz gemessen), nicht als Schulung.

F(2) Intervention 6: −0,52 vs. −0,93 (A-nah, randomisiertes Feldexperiment, Preprint Mai 2026); CFF wirksam, aber unbeliebt (A, A-nah); Automation Bias durch Training allein nicht verhinderbar (A, Prüfmuster)

A-nah (Eskalation); A (Prüfmuster) nur Plausibilität
06

Enthalten: Teamnormen, die aufgabenbezogen festlegen, wo Nutzung erwartet ist, Bewerter zu Nutzern machen und Kennzeichnung als Prüfinformation gestalten; keine reine Offenlegungspflicht.

F(2) Intervention 9: Offenlegung senkt Vertrauen, freiwillig wie verpflichtend (A); Strafe von Nicht-Nutzern, Nutzer strafen weniger (A, A-nah); Lauf 1, Befund 6

A nur Plausibilität
07

Enthalten: Kapazitätsentscheidung vor dem Rollout, als Führungsentscheidung moderiert und reversibel kommuniziert, mit einer Verwendungsmetrik (z. B. Anteil der Produktivitätsgewinne für Qualifizierungszeit) als Verhandlungs- und Steuerungsgröße.

F(1)/F(4): Verdrängungsframing −0,43 SD (A auf Intentionen); 66 % ohne Anleitung (C); Lauf 2, Befund 6; Siemens-Forderung (D)

A (Intentionen) / C nur Plausibilität
08

Enthalten: Mitbestimmungspfad als Gestaltungsinstrument in der Planungsphase (Rahmen-BV mit Steckbrief, Ampel, Pilotevaluation, Befristung mit Evaluationsklausel, Verbot der Leistungskontrolle über Agentendaten), mit dem Berater als Prozessarchitekt zwischen Arbeitgeber- und Betriebsratslogik.

F(2) Intervention 11: BR-Beteiligung 53 %, höhere Akzeptanz (B, ohne Zahl); Expertise nur unter Schutz (B qualitativ); Lauf 2, Befund 1 (Regeln folgen mit 1–2 Jahren Verzug)

B nur Plausibilität
09

Messen: ein Metrik-Set, das Vanity-Metriken ausschließt und drei Klassen führt: Komplementärindikatoren (Redesign-Anteil, Messprozess, strategische Klarheit, Anleitung zur Zeitverwendung), Qualitätsmetriken getrennt nach Durchsatz und Instabilität, Aufsichtsmetriken (Eingriffs-, Erkennungs-, Override-Quote, Review-Latenz, Rückfallkosten) mit im Projekt erzeugter Baseline.

F(3): Vanity belegt (A, B, C); Korrelate (B/C); HCI-Metriken (A, nicht übertragen); keine Baseline (Gap)

A für Vanity; B/C für Korrelate; Plausibilität für Aufsichtsmetriken nur Plausibilität
10

Messen: Kompetenzerhalt unassistiert (KI-freie Prüfgates, unassistierte Assessments) als Pflichtmetrik der PE-Seite, nicht Schulungsquote.

Lauf 1, Befund 3 (assistierte Leistung ≠ unassistierte Kompetenz, A); F(2) Intervention 8 (+9 Punkte, A klein); Lauf 2, Befund 9 (Art.-4-Schulung ohne Prüfkompetenz)

A nur Plausibilität
11

Nicht versprechen: Produktivitäts- oder EBIT-Effekte, kausale Wirkung der Begleitung, Trainierbarkeit von Spezifikation und Supervision, Verhinderung von Automation Bias durch Schulung, Übertragbarkeit von Assistenzbefunden auf Agenten. Das Angebot verspricht stattdessen Messbarkeit: Es legt den eigenen Fall als Vorher-Nachher mit Kontrollprozess an.

Lauf 1, Befund 2 (Entkopplung, A); F(6): Begleitung korreliert, verursacht nicht (C); F(4): keine Trainingsevaluation; Lauf 1, Befund 5 (A); Teil 0a

A für die Verbote; Gap für die Versprechen
10

Widersprüche, offene Fragen, Grenzen

Was die Quellen gegeneinander sagen, was bisher offen bleibt und wie man es im eigenen Projekt empirisch klären kann.

Widersprüche in der Evidenz

Art. 4 KI-VO, Datierung und Wortlaut (Lauf 1 Widerspruch 11, Lauf 2 Widerspruch 1)

aufgelöst

VO (EU) 2026/1744 vom 8.7.2026, ABl. L 24.7.2026, in Kraft 27.7.2026; Erwägungsgrund 8: Wechsel von „sicherstellen“ zu „Maßnahmen ergreifen“; Kommissions-Q&A (20.10.2026): Art. 4 gilt seit 2.2.2025, nationale Marktüberwachung ab 2.8.2026, kein Zertifikat, nationale Sanktionen möglich. Konsolidierte Formulierung: „Art. 4 gilt seit 2.2.2025, seit 27.7.2026 in abgeschwächtem Wortlaut; Aufsicht seit 2.8.2026.“ Normtext selbst nicht gelesen.

Klarna −22 % vs. 7.000 → 3.000 (Lauf 2 Widerspruch 2)

auflösbar

Als Zeitreihe: Mai 2022 ca. 700 Entlassungen (ca. 10 %); Dez. 2024 −22 % auf ca. 3.500 „mostly due to attrition“; Mai 2025 Wiedereinstellung; Feb. 2026 CEO „from 7,000 to 3,000“, Ziel < 2.000 bis 2030. Peak ca. 7.000 (2022) über 4.500, 3.500 auf ca. 3.000 ist arithmetisch konsistent; alles Unternehmenskommunikation (D), KI-Anteil unbelegt. Als datierte Zahlenreihe führen.

IAB 21 % / 27 % (Lauf 2 Widerspruch 3)

aufgelöst

Kurzbericht 8/2026, Volltext: 21 % der GenKI-nutzenden Betriebe haben interne Regeln (22 % planen), 27 % bieten Weiterbildung (21 % planen). Lauf-2-Notiz hat die Legende der Grafik A6 falsch gelesen. „Rund drei Viertel weder Regel noch Schulung“ ist nicht ableitbar; belegt ist nur „mindestens die Hälfte“ (52–73 %).

Agentenquote 11 % bis 46 % (Lauf 1 Widerspruch 9, Lauf 2 Widerspruch 4, 16)

offen

Bleibt definitionsbedingt offen, ist aber sauber erklärt: Bitkom (11 %, KI-affine Unternehmen ≥ 20 Beschäftigte), Gartner (15 %, n = 360 IT-Leiter ≥ 250 FTE) und McKinsey (40 %, Unternehmen ≥ 1 Mrd. USD) messen verschiedene Grundgesamtheiten; BCG, IBM, KPMG, Microsoft nicht geprüft. Best-supported: Bitkom 11 % als Untergrenze DACH, Gartner 15 % als Obergrenze für Vollautonomie-Absicht, McKinsey 40 % nur für Konzerne.

10-20-70-Regel (Lauf 3)

aufgelöst

Zugunsten von BCG: BCG führt die Formel auf der eigenen Website (News 26.1.2026) mit Verweis auf einen nicht benannten Report; keine Methode. Zuschreibung an McKinsey ist falsch. Stufe C, Verkaufsargument ohne empirische Herleitung.

METR „widerrufen“ (Lauf 1 Widerspruch 10)

aufgelöst

Lesart des Berichts bestätigt durch zwei unabhängige Sekundärquellen; METR-Primärpost nicht abrufbar. Bleibt „aufgelöst, primär ungeprüft“.

Anthropic directive 39 % oder „roughly 50 %“ (Lauf 2 Widerspruch 5)

offen

Sekundärquelle (aiwiki) bleibt intern inkonsistent; Anthropic-Primärberichte nicht abgerufen.

Copilot 66/7.137 vs. 56/> 6.000 (Lauf 2 Widerspruch 8)

aufgelöst

Erklärt als Versionsunterschied: NBER WP 33795 rev. Nov. 2025 (66 Firmen, 7.137 Beschäftigte) vs. arXiv 2504.11443 v1 (56 Firmen, > 6.000). Kernbefund in beiden gleich.

Workslop 1.004 vs. 1.150 (Lauf 1 Widerspruch 16, Lauf 2 Widerspruch 15)

offen

Nicht geprüft, offen.

Einstiegsstellen −46 % vs. „kein KI-Effekt“ (Lauf 1 Widerspruch 6, Lauf 2 Widerspruch 14)

offen

Nicht geprüft; die Berichte führen ihn zu Recht offen.

McKinsey Headcount 32 % vs. 39 % (Lauf 3 Abschnitt 6)

aufgelöst

Kein Widerspruch, sondern Jahreswerte 2025 (32 %) und 2026 (39 %), primär bestätigt.

Was nur für Augmentation gilt

  • Frontier-Logik (Gewinne innerhalb, Verluste außerhalb der Grenze) und Kompression (Dell'Acqua et al. 2026, Cruces, Schwenke): Mensch prüft jeden Schritt; bei Delegation entfällt die Prüfung pro Schritt, bei Automatisierung der Mensch. Die Grenze eines Agenten liegt nicht bei „Schwierigkeit“, sondern bei Länge, Rückfragebedarf und Ambiguität. (Lauf 1)
  • Einzelperson mit KI = Team ohne KI; Silo-Abbau; positive Emotionen (P&G, Eintags-Workshop, Chat): explizit keine Agentenstudie; keine Mehrschritt-Ausführung, keine Koordination über Zeit; Emotionen als Sofortreaktion. (Lauf 1)
  • Präzise Nulleffekte auf Löhne, Stunden, Headcount (Humlum & Vestergaard, dänische Register bis Dez. 2024): betrifft Chatbot-Nutzung; für API-/Back-Office-Automatisierung existieren nur Herstellerschätzungen. (Lauf 1)
  • Weniger E-Mail-Zeit, weniger Arbeit außerhalb der Regelarbeitszeit, kein Aufgabenmix-Effekt (Dillon et al., M365 Copilot): individueller Assistenzzugang; Agenten mit Workflow-Zugriff nicht enthalten. (Lauf 1)
  • Novizen gewinnen am meisten (Brynjolfsson/Li/Raymond; Copilot-Experimente; deutsche IT-Azubis): Assistent schlägt vor, Mensch handelt; bei Delegation erledigt der Agent die Juniorarbeit, keine Lernevidenz. (Lauf 1)
  • Seniors werden durch KI-Prüfung besser, Juniors bifurkieren (Autor et al. 2026, Patenttool): drei Monate Assistenz; Shen/Tamkins „AI Delegation“ ist ein Nutzungsmuster innerhalb der Assistenz, keine agentische Delegation. (Lauf 1)
  • Soziale Bewertungsstrafe für KI-Nutzung (Reif et al., Vignetten): bezieht sich auf Offenlegung eigener KI-Hilfe; für agentenvermittelten Output und dessen Attribution keine Studie. (Lauf 1)
  • Kognitives Offloading, weniger kritisches Denken bei Vertrauen (Lee et al.; Gerlich): Selbstbericht, korrelativ, Chat-Nutzung. (Lauf 1)
  • Deskilling −6 Prozentpunkte (Budzyń et al., CADe-Assistenz in der Endoskopie): Assistenz-Exposition; Effekt bei Automatisierung mit Ausnahmebehandlung mutmaßlich stärker (Übungsgelegenheit entfällt), aber nicht gemessen. (Lauf 1)
  • Workslop und Prüfaufwand beim Empfänger (BetterUp/Stanford, Selbstbericht): zwischen Personen; bei Agentenoutput gibt es keinen Absender, der „weniger vertrauenswürdig“ wird. (Lauf 1)
  • Ermutigung als stärkster Adoptionshebel (Humlum & Vestergaard): Adoption von Chatbots; ob Ermutigung die Delegationstiefe oder die Prüfqualität verändert, ist offen. (Lauf 1)
  • Wahrnehmungslücke +20 % gefühlt vs. −19 % gemessen (METR 2025, Cursor): Setting liegt an der Grenze; METR stellt 2026 das Design um, weil parallele Agentenorchestrierung die Messung bricht. (Lauf 1)
  • Mitbestimmung ohne Zusammenhang mit Nutzung; Betriebsräte sehen Erleichterung (IAB-Panel, WSI, überwiegend Assistenz): bei Automatisierung mit Rollenwegfall greift § 111; die Roboter-Evidenz (Findeisen et al.) ist physisch. (Lauf 1)
  • Die Längsschnittkurve „Effekt sofort, Plateau nach 1–2 Monaten, keine organisationalen Effekte bis Monat 24“ (Brynjolfsson/Li/Raymond; Copilot-Experiment; Humlum/Vestergaard) beschreibt individuelle Assistenz. Bei Delegation entfällt der Lerneffekt des Ausführens; bei Automatisierung mit Ausnahmebehandlung wird die Kurve des Ausnahmebehandlers (Vigilanz, Skill Degradation) relevant, die niemand longitudinal gemessen hat. (Lauf 2)
  • Die Diffusionsmechanismen (Peer-Sichtbarkeit +216 %, Manager +82 %, Ermutigung 47 → 83 %) sind für Assistenztools und Coding-Agenten unter Entwicklerprüfung belegt; ob sichtbare Nutzung auch die Akzeptanz von Prozessagenten erhöht, die Aufgaben wegnehmen, ist offen, und die Jobangst-Daten (23 vs. 18 %) sprechen dagegen. (Lauf 2)
  • Die Werterealisierungszahlen (EBIT 37 %, High Performer 6 %, Registerdaten ≤ 1–2 %) beziehen sich auf Assistenznutzung; für Delegation und Automatisierung liegt keine unabhängige Wirkungsmessung vor, nur Herstellerclaims (Salesforce „50 % der Gespräche“) und ein A-naher Durchsatzeffekt bei Coding-Agenten (+24 % Merged PRs), der nichts über Qualität oder Vollkosten sagt. (Lauf 2)
  • Die Workslop-Daten (40 % Empfang, 1 h 51 min Nacharbeit) betreffen menschlich weitergereichten Assistenz-Output; für agentenvermittelten Output gibt es keine Workslop-Messung, obwohl der Prüfaufwand strukturell höher sein müsste. (Lauf 2)
  • Die Trends F1, F2, F8, F9, F10 und F11 sind ausschließlich mit Augmentationsevidenz belegt, obwohl ihre Curricula und Narrative (hybride Mensch-Agenten-Teams führen, Agent Boss) Delegation adressieren. (Lauf 2)
  • Die Hughes-Faktoren (Staff Skills β = 0,39, Relative Advantage β = 0,34, Regulierung nicht signifikant) messen GenAI-Nutzung, nicht Agentenadoption; dass regulatorischer Druck in der Frühphase nicht zieht, darf nicht auf Anhang-III-Pflichten für Agenten übertragen werden. (Lauf 2)
  • Die Champion-Logik und das answer-key model setzen voraus, dass die Aufgabe weiter von Menschen ausgeführt wird; unter Automatisierung existiert die Vergleichsarbeit, aus der gelernt wird, nicht mehr. (Lauf 2)
  • Die Diffusionsbefunde (Ermutigung 47 → 83 %, Verbot → ein Drittel, Schulung als wirksamste Initiative) stammen aus Chatbot-Nutzung; der einzige Delegationsbeleg zur Diffusion betrifft Coding-Agenten bei einem Hersteller, und dort folgt die Retention dem Aufgabenfit, nicht dem Manager. (Lauf 3)
  • Die Kellogg-Feldstudie zu Experimentierräumen betrifft GenAI-Lösungen im Assistenzmodus; ob Shadow Runs für Agenten denselben hidden-work-Mechanismus zeigen, ist unbekannt. (Lauf 3)
  • Die Cognitive-Forcing-Evidenz (Buçinca, Ghosh et al.) stammt aus Assistenzinterfaces; ob Friktion in Agenten-Freigabedialogen Overreliance senkt oder nur Approval Fatigue erzeugt, ist ungemessen. (Lauf 3)
  • Das Beurteilungstraining (+9 Punkte) betrifft Bilddetektion durch Analysten, nicht die Prüfung mehrstufiger Agentenoutputs, bei denen Fehler verteilt und plausibel sind. (Lauf 3)
  • Die Offenlegungs- und Strafexperimente (Reif, Schilke & Reimann, Niszczota, Kickstarter) betreffen die Offenlegung eigener KI-Nutzung; wie Empfänger agentenvermittelten Output beurteilen, den niemand mehr selbst ausgeführt hat, ist in keiner Quelle gemessen. (Lauf 3)
  • Die HCI-Verlässlichkeitsmetriken (RAIR/RSR) sind für binäre Einzelentscheidungen mit Crowdworkern validiert und „not adapted to generative AI“, erst recht nicht für Agenten. (Lauf 3)
  • Die Korrelate strategischer Klarheit mit Nutzung und Burnout (Makridis) und der Manager-Vorbildeffekt (Microsoft WTI) sind Assistenzdaten; das einzige Agentenitem (+30 Punkte Vertrauen) ist eine Einstellungsfrage. (Lauf 3)
  • Die Delegationsdynamik bei Liu et al. (875 Filialleiter) betrifft vermutlich ein prädiktives Entscheidungsunterstützungssystem, nicht einen LLM-Agenten, und ist für Delegation an agentische Systeme nur als Analogie nutzbar. Für Delegation und Automatisierung tragen nur: READY (Benchmark), die Rahmenwerke (ohne Outcome), die Alibaba-Eskalationsstudie, Human-Factors-Prüfmuster, regulatorische Texte (Annex 22, MaRisk, FSB) und Fallberichte zu Rückbau und Sprawl. (Lauf 3)

Offene Fragen und Verfahren im Kundenprojekt

Erodiert die unassistierte Prüfkompetenz von Sachbearbeitern und Fachkräften bei Assistenz oder Ausnahmebehandlung über mehr als sechs Monate? (PE4, PE1)

Verfahren: Vorher-Nachher-Messung der Erkennungsquote eingeschleuster Fehlfälle („seeded errors“) bei Ausnahmebehandlern nach dem Muster Budzyń/Casner; unassistierte Assessments vierteljährlich; Nutzungsmuster-Diagnostik aus Logs mit Zustimmung des Betriebsrats.

Wohin geht freigesetzte Kapazität nach Automatisierung tatsächlich (Reinvestition, Verdichtung, Abbau)? (OE1, OE3, OE7, OE5)

Verfahren: Zeitaufschreibung statt Selbstauskunft vor und nach Rollout; Aufgabenmix-Inventar je Rolle; Abgleich mit der vorab kommunizierten Verwendungsentscheidung; die EZB nennt dies explizit als offene Frage.

Verändern Nutzungs- und Kennzeichnungsnormen im Team Offenlegung, Workslop und psychologische Sicherheit? (OE5, OE6)

Verfahren: Feldstudie auf Teamebene: Normen in der Hälfte der Teams gestaffelt einführen, Offenlegungsquote, Nacharbeitszeit und Sicherheitsskala vor/nach messen; keine solche Studie existiert.

Verändern Agenten Führungsspannen, Hierarchieebenen und Rollenzuschnitte? (OE2, OE4)

Verfahren: HR-Stammdaten über 24 Monate (Spannen, Ebenen, Stellenprofile) in Einheiten mit vs. ohne Agenten; Stellenanzeigen auf Orchestrierungs-/AgentOps-Rollen auswerten; bislang nur Prognosen.

Wie wird Leistung beurteilt, wenn Output agentenvermittelt ist, und akzeptieren Beschäftigte Spezifikations- und Prüfqualität als Maß? (PE6, OE7)

Verfahren: Pilot-Beurteilungsrunde mit Eingriffsquote, erkannten Fehlern und Rückfallkosten als Kriterien; Fairnessbefragung; Abgleich mit BV-Verbot der Leistungskontrolle über Systemdaten (§ 87 Abs. 1 Nr. 6).

Ist die Fähigkeitsgrenze für die konkreten Aufgaben des Kunden mit aktuellen Modellen gewandert? (OE3, PE1)

Verfahren: Interne Replikation des BCG-Designs an 10–20 Kundenaufgaben (innerhalb/außerhalb), halbjährlich; niemand hat die Grenze gegen Reasoning-Modelle vermessen.

Ab welcher Aufgabenlänge, Reversibilität und Spezifikationstiefe ist Delegation im Kundenprozess zuverlässig? (OE3, OE2)

Verfahren: Shadow Runs: Agent läuft parallel zum Menschen, Erfolgs- und Eingriffsquote je Aufgabentyp; Staffelung der Autonomiestufen nach gemessener Zuverlässigkeit, nicht nach Benchmark.

Welches Eskalationsdesign (Zeitpunkt, Auslöser, Typ) minimiert Qualitätsverlust und Vigilanzabbau bei Ausnahmebehandlern? (OE3, OE6, PE5)

Verfahren: A/B-Vergleich menscheninitiierter vs. algorithmischer Eskalation (Alibaba-Muster); Rotation zwischen Ausführen und Prüfen; Anstrengungsmaße der Supervisoren.

Senkt eine Betriebsvereinbarung mit Autonomiestufen, Protokollzugriff und Eingriffsrechten die Jobangst und erhöht sie Lernbereitschaft? (OE5, PE7)

Verfahren: Beschäftigtenbefragung vor/nach BV-Abschluss (Gallup-/Weizenbaum-Items), Vergleich von Einheiten mit und ohne BV; keine Vorlage für Agenten-BVen existiert.

Was kostet eine delegierte Aufgabe gegenüber einer menschlichen Stunde, einschließlich Prüfung und Rückfallkosten? (OE7)

Verfahren: Vollkostenrechnung je Aufgabentyp (Tokens, Prüfzeit, Rückfallkosten, Vorfallkosten); 20 % der Unternehmen sind kostenbegrenzt, aber niemand misst Aufgabenkosten.

Welche Führungskräfteentwicklung verbessert Spezifikations- und Supervisionskompetenz messbar? (PE5)

Verfahren: Programm mit unassistiertem Logik-Audit-Test vor/nach, Kontrollgruppe (Warteliste); keine Programmevaluation existiert; KI-Coaching nicht als Ersatz einsetzen.

Wer wird 2032 Senior: Welche Einstiegsrollen erzeugen implizites Wissen, wenn kodifizierte Juniorarbeit entfällt? (PE3, PE4)

Verfahren: Kohortenverfolgung der Einstiegsjahrgänge 2024–2027 (Rollen, Mentoring-Exposition, unassistierte Assessments) gegen frühere Kohorten; Indeed-/IAB-Daten erlauben keine Betriebsaussage.

Wie lange dauert in einer Organisation der Zielgruppe der Übergang von organisierter Breite (Phase 2) zu beaufsichtigter Delegation (Phase 3), und was löst ihn aus?

Verfahren: Phasen-Logbuch über 24 Monate: je Funktion monatlich Breitenindikatoren (Telemetrie Wochennutzung je Team) und Tiefenindikatoren (Agenten in Pilot/Produktion, Autonomiestufe, Eingriffsquote) erfassen; Ereignisse (Plattformentscheidung, Zielsumme, Vorfall, BV) datieren; erste Längsschnittdaten für das Modell

Läuft die Mitbestimmung in der Planungsphase (statt bei der Einführung) zu besseren Delegationsregeln und weniger Rückbau?

Verfahren: Vergleich von Einheiten, in denen die Rahmen-BV vor dem Pilot steht, mit Einheiten mit nachgezogener Regel: Vorfälle, Eingriffsquote, Pilotaufgabe, Akzeptanz (Weizenbaum-Items: Beteiligung Planung 35 % als Baseline)

Wie hoch ist die Eingriffs- und Fehlererkennungsquote produktiver Agenten im Kundenprozess, und wie entwickelt sie sich über Monate (Vigilanz)?

Verfahren: Aufsichts-Dashboard mit Eingriffsquote, erkannten Fehlern (inkl. eingeschleuster Fehlfälle), Rückfallkosten; monatliche Reihe; Vergleich mit und ohne Rotation der Ausnahmebehandler; es existiert keine Baseline in irgendeiner Quelle

Welche Vollkosten hat eine delegierte Aufgabe (Tokens, Prüfzeit, Rückfall, Vorfall) gegenüber einer menschlichen Stunde, und ab welcher Verlässlichkeit kippt die Rechnung?

Verfahren: Vollkostenrechnung je Aufgabentyp aus Shadow Runs (Agent parallel zum Menschen), inkl. Prüfzeit der Supervisoren; Kostenprüfung bei Freigabe (KPMG 74 %) als Prozessanker

Wohin geht freigesetzte Kapazität in einer Organisation, die die Verwendung vorab kommuniziert hat, gegenüber einer, die es nicht tut?

Verfahren: Zeitaufschreibung vor/nach Rollout in zwei vergleichbaren Einheiten; Kommunikation der Verwendungsentscheidung nur in einer; Angst- und Verheimlichungsitems (Gallup, Slack) vor/nach; Edelman-Mechanismus im Feld prüfen

Erzeugen redesignte Einstiegsrollen (answer-key, preceptor) unassistierte Expertise, oder verlagern sie nur Review-Arbeit auf Führungskräfte?

Verfahren: Kohorte neuer Einsteiger mit answer-key-Design vs. Standard: unassistierte Assessments nach 6 und 12 Monaten; Zeitaufschreibung der Führungskräfte für Review; keine Messung existiert

Wer besitzt Kontextkuratierung (RAG-Pflege, Teamkonventionen, Ausnahmefälle), und welches Modell (IT, L&D, Linie, externer Dienst) erzeugt die geringsten Kontextfehler?

Verfahren: Zuweisung der Kuratierung an unterschiedliche Träger in Pilotprozessen; Messung der Kontextfehler im Agentenoutput, Pflegeaufwand, Veralterung („context rot“); Gartners 300 %-Warnung im Feld prüfen

Erkennen Ausnahmebehandler plausibel-falsche Agentenoutputs, und verfällt die Erkennung (Approval Fatigue)?

Verfahren: Injizierte Known-Bad-Fälle (ca. 5 % des Review-Stroms), Erkennungsquote je Woche und je Reviewer; Vergleich Rotation vs. Dauerbesetzung in zwei Teams

Hebt ein Champion- oder Facilitator-Netzwerk Nutzungsqualität, nicht nur Erstnutzung?

Verfahren: Präregistrierter Pilot mit gematchten Teams (Facilitator ja/nein), Outcome Nutzungsmuster (Erklären/Prüfen) und Fehlerquote in Stichproben, nicht Aktivierung

Verändert ein Shadow Run mit Ergebnisrückspiegelung die Delegationskalibrierung von Führungskräften?

Verfahren: Vorher-Nachher-Delegationsentscheidungen derselben Führungskräfte (welche Aufgaben auf welche Stufe), verglichen mit gemessener Agentenverlässlichkeit; Polarisierung als Warnindikator

Erhält Beurteilungstraining unassistierte Prüfkompetenz für Textoutput?

Verfahren: Unassistiertes Assessment (Fehlersuche in Agentenoutput ohne Tool) vor Training, nach Training und nach drei Monaten; Kontrollgruppe mit Bedienschulung

Senkt eine aufgabenbezogene Teamnorm die soziale Strafe für Nutzung?

Verfahren: Zwei Teams, eines mit Charta (erwartet/offenzulegen/untersagt je Aufgabe), Messung von Verheimlichung (anonym) und Bewerter-Urteilen in Kalibrierungsrunden nach 8 Wochen

Entscheidet organisationale Begleitung über Abbruch oder Skalierung?

Verfahren: Zwei vergleichbare Prozesse, einer mit Begleitpaket (Zielbild, Rollen, Messprozess, BV-Pfad), einer nur technisch; Outcome Skalierungsentscheidung, Rückfallkosten, Wiederbesetzung nach 12 Monaten

Unterscheiden sich produktionsnahe Wissensbereiche in der Adoption von Büro-Wissensarbeit?

Verfahren: Dieselbe Diagnostik (Telemetrie, Verheimlichung, Regelstand, Eingriffsquote) in einem Planungs-/Qualitätsteam und einem Verwaltungsteam desselben Unternehmens; Mitbestimmungsstatus je Agent dokumentieren

Wie diese Sammlung entsteht und wo ihre Grenzen liegen

  • Suchbasierte Produktion an einem Tag: Alle drei Berichte und die Prüfung sind am 21.10.2026 aus Websuchen und dem Abruf einzelner Seiten entstanden, nicht aus systematischer Literaturrecherche mit Datenbanken, Suchprotokoll und Einschlusskriterien; welche Studien gefunden wurden, hängt von Suchbegriffen und Ranking ab.
  • Sekundärquellen statt Primärtexte: Tragende Quellen (Microsoft Work Trend Index, Gallup, Gartner, METR, International AI Safety Report, OECD, WEF, IAB-Strukturwandelstudie, Weizenbaum-DP 53, Omnibus-Endfassung) wurden nur über Sekundärzusammenfassungen gelesen; metr.org, EUR-Lex-Volltext, Anthropic Economic Index, NBER WP 33795 und ArbG Leipzig blieben ungeprüft.
  • Keine Paywall- und keine Datenbankzugänge: Prosci, SHRM, LinkedIn Workplace Learning Report, Slack Workforce Index, APA Work in America, Fraunhofer IAO und Gerichtsdatenbanken waren nicht erreichbar; die KI-VO-Darstellung beruht auf Erwägungsgründen, Kommissions-Q&A, BaFin-PM und Kanzleiblogs, nicht auf dem Normtext.
  • Konzentration auf Englisch und Deutsch, USA und Deutschland: Delegations- und Automatisierungsevidenz stammt fast vollständig aus den USA (Microsoft, Scale AI, Gallup) und China (Alibaba); Österreich und Schweiz nur mit Nutzungsquoten; Branchenevidenz (Automotive, Financial Services, Pharma, Medizintechnik) nur als Regeltext, nicht als Adoptionsdaten.
  • Grenzen der Prüfung selbst: 29 von mehreren hundert Behauptungen gezogen, bevorzugt die als unsicher markierten; Trefferquote nicht hochrechenbar; Konsistenzprüfung per Textsuche, nicht vollständige Lektüre der rund 550 Seiten; Webprüfung über automatisierten Abruf mit Zusammenfassung; eine Prüfung mit Bibliothekszugang und mehr Zeit würde wahrscheinlich weitere Korrekturen finden.
  • Empfehlung für die Weiterverwendung: Korrekturen 1 bis 10 einarbeiten; „nicht primär prüfbar“ oder „nur in Notizen belegt“ markierte Zahlen am Primärtext nachprüfen oder als Sekundärquelle führen; Evidenzstufen laufübergreifend vereinheitlichen (Korrekturen 9, 15, 16, 17); ES-Zeilen mit Prognosen oder Absichten kennzeichnen (Korrekturen 4, 23).

Korrekturen aus der letzten Prüfung

24 Korrekturen eingearbeitet, die wichtigsten:

  • Lauf 3, READY-Benchmark: „Ohne Sicherheitsmarge qualifizieren 95 %, mit Marge 46 %“ ist invertiert; richtig: ohne Marge nur 46 %, mit δ = 0,05 95 % (Chatrath et al., arXiv 2609.02095).
  • Lauf 1 (und Lauf 2): „Art. 4 KI-VO ist seit 27.7.2026 Bemühenspflicht“ vermischt Geltungsbeginn und Wortlautänderung; richtig: gilt seit 2.2.2025, seit 27.7.2026 (VO (EU) 2026/1744 vom 8.7.2026) abgeschwächter Wortlaut, Aufsicht seit 2.8.2026, nationale Sanktionen möglich.
  • Lauf 2, IAB-Zuordnung: 21 % der GenKI-nutzenden Betriebe haben Regeln, 27 % bieten Schulung (Lauf 1 korrekt); „rund drei Viertel weder Regel noch Schulung“ nicht ableitbar, nur „mindestens die Hälfte“ (52–73 %).
  • Lauf 3, Executive Summary: Gartner „40 % stufen Agenten bis 2027 zurück“ und Forrester „30 % gerettet“, „< 15 % aktivieren“ sind Prognosen ohne Stichprobe; als „Prognose (C)“ kennzeichnen oder aus der ES entfernen.
  • Lauf 1, OLG Hamm 12.5.2026 ohne Hinweis auf Rechtskraft; ergänzen: Az. 4 UKl 3/25, § 5 UWG, Revision zum BGH zugelassen, nicht rechtskräftig; Kundenservice-Chatbot, kein Agent.

Diese Sammlung wird fortlaufend mit KI-gestützter Recherche erweitert und unabhängig geprüft; jede Aussage trägt Quelle, Datum, Stichprobe und Evidenzstufe. Hersteller- und Beratungsquellen tragen Interessenkonflikte; Prognosen sind keine Erkenntnisse.

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